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Serge Poliakoff
(1900 - 1969)
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Serge Poliakoff
„Composition bleue, rouge et noire“
Farblithographie ; 1969
85 x 64 cm
Signiert
Druck außerhalb der Auflage
Entwurf für das Plakat für die Olympischen Spiele 1972 in München
Werkverzeichnis Rivière Nr. 77
Werkverzeichnis Alexis Poliakoff und Gérard Schneider Nr. 77
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1953 beginnt der Künstler Serge Poliakoff nach einer kurzen Unterbrechung sich wieder mit der Lithographie zu beschäftigen. Er stellt nun seine Graphik in Farbe her und nicht mehr wie zuvor in Schwarz-Weiß, ein aufwendiges Verfahren, da zu jener Zeit für den Druck so viele Druckplatten wie Farben benötigt wurden. Die Hauptzeit von Poliakoffs graphischen Schaffen liegt in dem Zeitraum zwischen 1962 und 1969, als der Künstler mit der Druckerei „Im Erker“ zusammen arbeitet. Die Arbeitsteilung sieht vor, dass dem Künstler ein Drucker mit Rat und Tat zur Seite steht und den handwerklichen Teil übernimmt. Als Vorlage für die jeweilige Graphik dient ein Entwurf des Malers in der Gouachetechnik. Im weiteren Herstellungsprozess überwacht Poliakoff den Ablauf, er nimmt die Abzüge ab, die er dann signiert, nummeriert und datiert oder auch bei Bedarf korrigiert. Ebenso legt Poliakoff die Auflagenhöhe fest und prüft die Qualität der Blätter. Sein Sohn Alexis Poliakoff erinnert sich an die arbeitsreiche Zeit in der Schweiz: „Erst in seinen letzten drei Lebensjahren wurde ich aufmerksamer Zeuge seines lithographischen Schaffens, insbesondere in St. Gallen in der Schweiz, bei der Erker-Presse, wo er jedes Jahr arbeitete. […] Er nutze diese Aufenthalte, um an Lithographie-Serien zu arbeiten. Ich erinnere mich, dass eine der letzten als Plakat für die bevorstehenden Olympischen Spiele diente.“I) Auf Anregung des NOK-Präsidenten Willi Daume entwerfen 28 Künstler aus elf Nationen Plakate für die „Edition Olympia“, zur Olympiade in München 1972. Aus dieser Serie stammt unsere hochformatige Farblithographie „Composition bleue, rouge et noire“. In unserem Blatt dominiert eine große Fläche die Bildmitte und breitet sich über den Rand des Bildes nach unten hin aus. Die Komposition ist um den Mittelpunkt der Grafik angeordnet, deren Farbfelder sich nach außen bewegen und durch die kräftigen Farben klar hervortreten. Die auf einer Vertikalen aufgebaute Komposition wird von einem intensiven, strahlenden Farbenmuster getragen, welches in einem leuchtenden Rot, in einem warmen Dunkelrot, in einem tiefen Blau und Schwarz gehalten ist. Die Kompositionselemente sind so angeordnet, dass sie sich gegenseitig in einem ausgewogenen Gleichgewicht halten.
In dieser großformatigen Graphik haben Poliakoffs Strukturen ihren Platz durch Verkantung in einer monumentalen Dimension gefunden, welche der Künstler immer wieder gerne variierte. „Ich sah ihnen zu und entdeckte, wie unter der Presse nach mehreren Durchgängen eine vielfarbige Komposition wie von Zauberhand entstand. […] ich bewunderte hingegen die Genauigkeit, mit der mein Vater seine Farbfelder modulierte, wobei er die Kreide waagerecht über den Stein hielt.“2)
Anm.:
1) Alexis Poliakoff zitiert in: „Serge Poliakoff – Werkverzeichnis der Graphik“, Edition Galerie Française, München 1998, S. 4.
2) Alexis Poliakoff zitiert ebenda, S. 4.
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