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Fritz Winter (1905 - 1976)

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Fritz Winter
"Helle Mitte"
Öl auf Leinwand ; 1965
135 x 170,5 cm
Signiert und „65“ datiert. Rückseitig nochmals signiert, datiert und betitelt
Werkverzeichnis Lohberg Nr. 2554

„Ich scheine nicht an die Natur gebunden zu sein. Und doch, der Schein trügt. Ich bin an die Natur gebunden, aber nicht an ihre Formäußerung, sondern an die meinen [...] es kommt nicht darauf an zu zeigen, was da ist, sondern zu offenbaren, was auch da ist, denn es ist weit mehr sichtbar, als wir sehen können, und weit mehr hörbar, als wir hören können, und weit mehr da, als wir selbst sind. Für mich gilt nur das, was wir noch werden können. Und dabei denke ich an das, was ich bin: nicht ein Sandkorn im Himmelsraum. Dadurch werde ich andächtig und religiös vor diesem Universum mit seinen abertausend Welten. Und immer erfüllt mich und ist mir im Sinn meines Tun: es ist mehr da, als wir ahnen und wissen können und es ist immer nur so viel da, wie wir offenbaren können.“1)

In das überzeugend bewältigte Großformat unseres Gemäldes „Helle Mitte“ hat Fritz Winter gleichsam all seine Erfahrung als Maler in bedachtsamschweren, senkrechten Pinselzügen niedergeschrieben. Die Staffelung der Farbflächen suggeriert leuchtende Bildinnenräume und Tiefe. Entworfene Bildwelten wie diese „sind positive Utopien, spüren dem verborgenen Sinn des Universums nach, sind mystische Symbole ferner, aber gleichwohl gültiger geistiger Welten.

Dass dabei der Raum zum eigentlichen bildnerischen Problem wird, versteht sich beinahe von selbst: es geht ebenso um den Bildraum als in sich geschlossenes Universum wie um ein abstraktes Raum-Zeit-Kontinuum und eine auch den kleinsten Zellen der Natur immanente Räumlichkeit.

Winters Natur- und, davon abgeleitet, Raum- und Zeitverständ-nis versucht, in Anlehnung an Errungenschaften und Erkenntnisse der Naturwissenschaften von traditionellen Raumvorstellungen abzusehen. Raum wird statt dessen zum unendlich bewegten kosmischen Raum, zum Weltall und gleichzeitig zum Erdinneren, in dem unser Planet in seiner äußeren Erscheinung lediglich eine vergängliche Laune bedeutet.“2)

Anm.:
1) Fritz Winter zitiert in: Carla Schulz-Hoffmann: „Als ob die optische Welt die wirliche wäre – Fritz Winter und die abstrakte Malerei“, zitiert in: Fritz-Winter-Stiftung (Hg.): „Fritz Winter – Gemälde und Zeichnungen aus dem Besitz der Fritz-Winter-Stiftung“, Ausst.-Kat., München 1988, S. 12.

2) Carla Schulz-Hoffmann, in: ebenda, S. 11.



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