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Emil Schumacher
(1912 1999)
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Emil Schumacher
"Ohne Titel"
Öl und Teer auf Fotoleinen/Leinwand ; 1962
53 x 36 cm
Signiert und "62" datiert
Expertise: Dr. Ulrich Schumacher
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Nach seinen abstrakten Anfängen gegen Mitte der fünfziger Jahre beschreitet Emil Schumacher im Spannungsfeld der École de Paris und des deutschen Informel kontinuierlich seinen eigenen Weg - scheinbar ungeachtet aller Strömungen wie Pop Art oder Concept Art. Sein Œuvre wirkt wie ein Solitär. In sich geschlossen und zugleich hochgradig innovativ scheint es ohne wesentliche Brüche gleichsam außerhalb der Kunstgeschichte zu existieren. Zugunsten der Entfaltung der eigenen Stimme vermeidet der Künstler bewusst eine offene Haltung gegenüber künstlerischen Einflüssen. Sein Bezugspunkt ist nicht die Entwicklung um ihn, sondern das Bild vor ihm.
Bei der Entstehung von Schumachers Werken spielt der Zeitfaktor eine andere Rolle als bei anderen Künstlern des Informel wie etwa Karl Otto Götz: Schumacher ist kein Aktionsmaler, seine Bilder enstehen zumeist über Tage und Wochen hinweg. Zwar beginnt er ein Werk häufig mit einer rasant hingezogenen Linie, die jedoch in der Folge ständig übermalt und verändert wird. Den Malakten folgen Phasen der Reflexion und Überprüfung, die sich über einen längeren Zeitraum hinziehen, bis Schumacher das zuvor Gemalte akzeptiert. Die Gefahr des Misslingens, d.h. der Zerstörung des Bildes, geht der Künstler dabei ein. So hat er etwa eines der drei Bilder, die er 1964 für die Dokumenta III anfertigte, beim anschließenden Versuch, es zu verbessern, zerstört. Auch die All-over Struktur, die sich bei einigen Künstlern des amerikanischen Abstrakten Expressionismus und des deutschen Informel findet, fehlt bei Schumacher. Die Leinwand kann zwar bei größeren Werken auf den Boden gelegt werden, sie muss aber auch immer wieder aufgestellt werden, damit das Bild eine eindeutige horizontale Gliederung erhält und vom Künstler in Ruhe betrachtet werden kann. Seinen individuellen Stil, den er Anfang der fünfziger Jahre vor dem Hintergrund des Informel entwickelte, hat Emil Schumacher bis zu seinem Tode 1999 beständig weiterentwickelt.
„Ich weiß selten, was ich malen will, aber darauf kommt es nicht an; ob und wie ich es zu Ende bringe, was ich beginne, das ist entscheidend. Ich glaube, kein Übergewicht ist gut, weder nach der rationalen noch nach der emotionalen Seite hin. Bewusst vermeide ich, mich durch eine feste Vorstellung zu hemmen. Ich kenne drei Zustände meines Bildes, den des zerstörten Bildes und den Zustand, der die Grenze meiner Möglichkeiten erreicht hat; der letzte Zustand kann das fertige Bild sein. Es bestätigt mir oft hinterher die Richtigkeit meines Ausgangspunktes. Es ist das Bild, das in mir bereit lag, die Landschaft in mir, die Figur. Und die Qualität des Bildes ist die Kraft der Form, der Figur. Malen heißt realisieren.“
Emil Schumacher, 1962
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