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Emil Schumacher (1912 1999)

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Emil Schumacher
"Lara"
Öl auf Leinwand ; 1974
60 x 40 cm
Signiert
Echtheitsbestätigung von Emil Schumacher auf der Rückseite eines Photos

„Vor allem muss man sich freimachen von den vorherigen Bildern, die man schon gemacht hat. Ich versuche, immer wieder ein neues Bild zu malen. Das letzte Bild, das ich gern malen möchte, ist noch nicht erreicht, darum immer wieder dieser Anfang.

Es ist fast eine körperliche Begegnung mit dem Bildgegenstand, ein Etwas, mit dem ich korrespondieren kann, mit dem ich mich auseinandersetze. Irgendwann im Prozess des Malens und Überarbeitens erreiche ich den Punkt, wo ich meine, mehr kann ich nicht, mehr soll es nicht sein, und es ist doch nicht das, was ich wirklich meine. Das bedeutet dann den Abbruch und den Anlauf zum neuen Bild.

Dieser Dialog zwischen mir und dem Bild ist sehr differenziert, ich bin so wach und empfindsam gegen jede Störung. Ich differenziere ständig im Bild und suche doch nachher die größere Form, denn ein Bild muss ein großes Ganzes sein. Das Bild besteht zwar aus vielen Einzelheiten, aber im Grunde muss es ein Gefüge sein, ein Zusammengefügtes sein, das eine große Form ergibt. Oft muss ich schöne Einzelheiten, alles Gefällige und Genüssliche zerstören im Hinblick auf den Wahrheitsgehalt dessen, was ich mit dem Bild meine“.1)

„Selbst bei jener linearen Bogenform, die, in den letzten Jahren häufig variiert, ein offensichtliches Indiz der Tendenz zur Bildfestigkeit ist, wird man Standardisierung vergeblich suchen; einfallsreich wechselt sie die Gestalt von Bild zu Bild, geschlossen oder geöffnet, die ganze Bildfläche überquerend oder auch nur Teilbereiche aussondernd, und dabei hält sie sich immer an die Regel, als charakteristische Abweichung von der symmetrischen Normallage die Regelmäßigkeit zu vermeiden. Auch bildet die Linie in bestimmten Beispielen nicht nur eine Bogenform aus, sie paart zwei Doppelbögen miteinander oder findet, selten zwar, zur arkadenähnlichen Verdreifachung oder Bogenkurvatur, immer nach oben mit abschließendem Charakter, zu den Bildrändern vermittelnd und so das Bildganze als aufrechte Komposition […] bewahrend […]“.2)

Anm.:
1) Christopher Brockhaus, „Werkstattgespräch mit Emil Schumacher“, rezitiert in: Jürgen Schilling „Emil Schumacher- Gemälde und Werke auf Papier 1946-1990“, Wolfsburg 1990, S. 8.

2) Jürgen Wissmann, „Emil Schumacher. Träger des August-Macke-Preises 1978“, rezitiert in: Ebenda S. 10.



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