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Jerry Zeniuk (1945 geboren)

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Jerry Zeniuk
"Untitled"
Öl auf Leinen ; 1999
31 x 33,5 cm
Rückseitig signiert und datiert

„Ich bin Künstler, Maler, und ich male, um nicht allein zu sein. Dieser Wunsch ist die treibende Kraft in meiner Arbeit. Wenn ich eine Bewegung mit dem Pinsel mache, ist dies der Ausdruck meines Daseins in einem bestimmten Augenblick und es ist der Weg, auf dem ich Sie [das Publikum] erreiche.“1)

Der Künstler Jerry Zeniuk wird 1945 in Bardowick bei Lüneburg geboren. Fünf Jahre später wandert die Familie in die USA nach Colorado aus. Der junge Zeniuk belegt ein Studium der Bildenden Kunst, Geschichte und Philosophie an der University of Boulder, Colorado und zieht später nach New York um. Aufgrund diverser Stipendien kehrt Zeniuk für längere Aufenthalte nach Deutschland zurück, wo er die Möglichkeit hat, an der Documenta 6, 1977, in Kassel teilzunehmen. Im Jahre 1992 erhält Zeniuk eine Professur für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München. Heute pendelt Jerry Zeniuk zwischen New York und München.

Zunächst entwickelt der Maler in den siebziger Jahren von nahezu monochromen Leinwänden ausgehend eine ganz eigene Ausdruckssprache von Farbe und Licht und führt diese bis in die heutige Zeit, zu einem Spiel der Formen mit Kreisen, Punkten und Klecksen, fort. Aus dieser Phase stammt unser nahezu quadratisches Bild „Untitled“ von 1999. Mit breitem Pinselstrich erobert der Künstler die Leinwand und setzt markant bunte Farbtupfer nebeneinander über die gesamte, weiß grundierte Fläche. Die Bildkomposition ist aufgelockert und besticht durch ihre rhythmisierten farbigen Flächen. Wichtig bei Zeniuk ist die Verbindung von Farbe, Farbton, Leinwand und Malgrund. Der Künstler erinnert sich: „Als ich noch ein Student war, habe ich von meinem Lehrer Greenberg gelernt, dass ein abstraktes Bild flach sein muss und die Farbe selbst Bildgegenstand ist. Und so habe ich mich also sehr bald mit der Materialität der Farbe befasst. Das ist eigentlich natürlich für einen jungen Maler, dass er sich mit dem auseinandersetzt, mit dem er arbeitet. Aber schon damals ging es mir um Farbe, Licht und Raum. Und das war es, was mich fesselte. So begann der Lernprozess, wie kann ich den Raum deutlich machen, wie das Licht, wie kann ich ihm Bedeutung geben. Und besonders, wenn man kein Abbild hat - immer wieder die Frage, was ist der Gegenstand des Gemäldes, was ist es, das das Auge sieht, worauf ziele ich ab. Das sind all die Jahre meines Malens. Und jedes Jahr wurde mir klarer, was ich will, was ich sehe, und auch die Bedeutungen, mein Wissen darüber hat zugenommen. Ich kann heute sehr viel präziser diesbezüglich sein. Ich kann auch sehr viel mehr den Betrachter einbeziehen, ihn in ein Bild eintreten lassen und sich darin bewegen lassen.“2)

Anm.:
1) Rede von Jerry Zeniuk gehalten im Kunstmuseum Winterthur am 18. November 1995 zur Eröffnung des Erweiterungsbaus, in: „Jerry Zeniuk“, Jerry Zeniuk, Lawrence Markey, Rupert Walser (Hg.), München 1996.
2) Interview von Wilhelm Warning mit Jerry Zeniuk für den Bayerischen Rundfunk im September 1989.



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