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Gerhard Richter
(1932 - lebt in Köln)
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Gerhard Richter
"11.1.94"
Öl auf Malkarton, 1994
29,7 x 21 cm
Signiert und „11.1.94“ datiert
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1932 wird Gerhard Richter in Dresden geboren. Nach der Mittleren Reife macht er eine Ausbildung zum Bühnen- und Werbemaler und bewirbt sich erfolgreich um die Aufnahme an der Dresdner Kunstakademie zum Studium der freien Malerei und später der Wandmalerei. Nach einem Besuch der „documenta II“, wo er mit der abstrakten Malerei von Jackson Pollock und Lucio Fontana konfrontiert wird, beschließt Richter in den Westen zu gehen. 1961 siedelt der Künstler nach Düsseldorf über und beginnt ein zweijähriges Studium bei K. O. Götz. Später wird er Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie, wo er von 1971 bis 1994 lehrt. 1972 repräsentiert er Deutschland auf der Biennale in Venedig und 1977 erhält Richter im Pariser Centre Georges Pompidou seine erste große Einzelausstellung. 1983 zieht der Künstler nach Köln, wo er bis heute lebt und sein Atelier führt. Es folgen weltweite Ausstellungen seiner Werke, so u. a. 2002/03 im Museum of Modern Art in New York und 2005 im K20 – Kunstsammlung Nordrhein Westfalen in Düsseldorf.
In seiner künstlerischen Laufbahn setzt sich Richter zu Beginn der sechziger Jahre erstmalig mit Photographien als Vorlagen für Gemälde auseinander. Richter verwendet Aufnahmen aus den Medien, später auch eigene Photographien, die er ausschnitthaft vergrößert und überwiegend in grau-weiß auf die Leinwand überträgt. Typisch für diese Bilder sind unscharfe Konturen, die das Dargestellte verfremden. Seit den siebziger Jahren setzt sich Gerhard Richter intensiv mit der Abstraktion auseinander. Nach wie vor entstehen unabhängige photorealistische Arbeiten. Ein Großteil seines Werkes konzentriert sich von nun an auf die Möglichkeiten der abstrakten Malerei.
Vor jedem abstrakten Bild steht eine Phase der Planung. Richter gibt die Farbauswahl und die genaue Idee der aufeinander folgenden Schichtung dieser vor. „Bei konzeptioneller Kunst ist die Idee oder die Konzeption der wichtigste Aspekt der Arbeit. Wenn ein Künstler eine konzeptionelle Form von Kunst benutzt, heißt das, dass alle seine Pläne und Entscheidungen im Voraus erledigt werden und die Ausführung eine rein mechanische Angelegenheit ist. Konzeptionelle Kunst soll eher den Verstand des Betrachters als sein Auge oder sein Gefühl ansprechen und beschäftigen.“1) Vor dem Auftragen einer weiteren Farbschicht, muss der Künstler jedoch warten, bis die vorherige Farbschicht zumindest annähernd getrocknet ist. Da das Trocknen von Ölfarben sehr lange dauern kann, ist Richter fast zwangsläufig dazu angehalten, über das anfängliche Konzept zu reflektieren.
Die vorliegende Arbeit stellt eine Studie zu einem Gemälde dar, welche Richter entweder in der anfänglichen Konzeptions- oder aber in einer der Reflektionsphasen dazu gedient haben mag, mögliche Farbkombinationen auszuprobieren. Richter gibt auch im Rahmen unserer Studie die Farbauswahl strikt vor. Der Grün- und der Blauton werden zuerst auf den Karton aufgetragen. Das sehr intensive Rot wird auf einen weiteren Farbträger aufgetragen und auf den Karton mit dem noch frischen Farbauftrag abgedrückt. Durch dieses Abdruckverfahren (Decalcomanie) entstehen zufällige Farbstrukturen, die sich häufig in die dritte Dimension erheben. Hierdurch wird die Dynamik der zufälligen Farbstrukturen noch verstärkt. Wie und wo die Farben einander genau überlagern und welche Stellen letztendlich frei bleiben, unterliegt auch in der vorliegenden Arbeit dem Zufallsprinzip. Der Phantasie des Betrachters bieten insbesondere Richters reliefartige Papierarbeiten freien Lauf.
Anm.:
1)Hubertus Butin: „Gerhard Richter und die Reflexion der Bilder.
Konzeptionelle Grundlagen“, in: Hubertus Butin/Stefan Gronert (Hg.),
„Gerhard Richter. Editionen 1965-2004. Catalogue Raisonée“,
Ostfildern-Ruit, 2004, S. 9.
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