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Gerhard Richter (1932 - lebt in Köln)

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Gerhard Richter
"Eis (1973/1981)"
Umschlag für das Künstlerbuch, Edition Galleria Pieroni, Rom, von Richter mit farbigen Lacken bemalt, 1981
20 x 43,5 cm
Unikat
Signiert
Werkverzeichnis Butin und Gronert Nr. 58
Eines von 90 verschiedenen Werken, die alle als Umschläge für das Buch „Eis“ verwendet wurden. Hier das Exemplar „64/90“


Gerhard Richter setzt sich in seiner Kunst mit einer Vielzahl von Darstellungsformen auseinander. Schon in den sechziger Jahren greift Richter in seiner Malerei auf Photographien aus seinen Photoalben, aus Zeitungen und Zeitschriften zurück und bricht hierdurch mit der Vorstellung des Künstlers als autonomem Bildschöpfer. Er beschäftigt sich ebenfalls intensiv mit den Möglichkeiten der Graphik und der Skulptur. Häufig entstehen Graphikeditionen und Serien von Objekten, so genannte Multiples. Im Rahmen solcher Arbeiten experimentiert Richter bis heute auch immer wieder mit den Möglichkeiten der Malerei auf bestimmten Objekten wie Photographien oder Büchern.

Ein besonders eindringliches Beispiel für Richters Vielfältigkeit und Experimentierfreudigkeit ist die Reihe „Eis“, in welcher der Künstler erstmalig das Cover eines Künstlerbuches mit Ölfarben übermalt. Das gleichnamige Künstlerbuch beinhaltet Photographien Richters, die er 1972 auf einer Grönlandreise aufgenommen und für das Buch zusammengestellt hat. Die Kom-position ist in dunklen Rot- und Blautönen gehalten. Die sehr dünnflüssigen Lackfarben breiten sich feingliedrig auf dem Karton aus. Sie variieren und schimmern in vielfältigen Abstufungen, die den Betrachter in ihren Bann ziehen. Weiße Farbfäden verlaufen in rhythmischen Bewegungen zufällig zwischen den Farbflächen und verleihen so der Komposition Struktur. Richter ist auf enzyklopädische Weise tätig im System der Malerei, der Druckgraphik, der Photographie und der Skulptur wo er kontinuierlich die Möglichkeiten der jeweiligen Medien erkundet und dessen Grenzen erkundet und hinterfragt. „Ich weiß noch gar nicht, ob ich von Grund auf Maler bin, da habe ich auch meine Zweifel gehabt, immer, noch immer.“1) Mit seinem Werk „Eis“ präsentiert Richter ein faszinierendes Ge-samtkunstwerk, welches zeitgleich Objekt als auch Malerei ist.

Anm.:
1)In einem Gespräch mit Dieter Schwarz (1999), Vgl. Hubertus Butin/Stefan Gronert, „Gerhard Richter – Werkverzeichnis der Editionen“, Ostfildern-Ruit 2004, S. 7.



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