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Max Liebermann (1847 - 1935)

Verfügbare Arbeiten Biographie




Max Liebermann
"Sommer im Garten in Wannsee - Blumenterrasse im Wannseegarten nach Nordosten"
Öl auf Holz, 1927
39,7 x 50 cm
Signiert
Provenienz: Privatsammlung Nordrhein-Westfalen
Ausstellung: „Max Liebermann - Carl Hagemeister", München 1988
Literatur: Weltkunst, Jg. LVIII, 1988; Heft 10, mit farb. Abb. S. 1568; Weltkunst, Jg. LIX, 1989, Heft 4, mit farb. Abb. S. 419; Holly Prentiss Richardson, „Landscape in the work of Max Liebermann", Bd. II, Ann Arbor 1991, Nr. 721
Werkverzeichnis Eberle Nr. 1927/15, Abb. S. 1181

Im malerischen Werk Max Liebermanns sind Ansichten des Gartens rund um das Landhaus am Berliner Wannsee zahlreich vertreten. Sie verdeutlichen die Begeisterung des Künstlers über dessen reiche Motivwelt. Die Gartenanlage zeichnet sich durch eine klare formale Anordnung, die geraden Wege und die „Laubkammern“ der Heckengärten aus, wie Hans Oswald, Freund und Schriftsteller, sich erinnert: „Alles ist blank und gepflegt, die Wege geharkt, der Rasen duftet nach frischer Sprengung, die Blumen prall voll Blütenfülle. Und auch in dem Atelier im oberen Stock, das nichts ist als ein dürftiger Arbeitsraum mit glatten Wänden und außer Tischen, Staffelei und einem kleinen Bücherbord nur einen einzigen Stuhl enthält; in dieser Werkstatt ist es ebenfalls wie frisch aufgeräumt.“1) Die architektonischen Elemente der Gartenanlage spielen auch eine wichtige Rolle in den Werken Liebermanns. Unser in Ölfarben ausgeführtes Bild aus dem Jahre 1927 zeigt den Teil des Gartens, dessen große Rasenfläche mit den Blumenterrassen von Bäumen gesäumt wird, hinter denen sich der Wannsee verbirgt. Der Künstler wählt als Betrachterstandpunkt die Terrasse seines Landhauses aus, um in leichter Aufsicht das Grundstück auf eine Holztafel zu bannen. Neben dem Nutzgarten sind die Blumenterrassen eines der häufigsten Sujets im Œuvre Liebermanns. Im linken Teil des Bildes sind die Baumreihen zu sehen, die an das Nachbargrundstück grenzen. Im Vordergrund sind die angelegten Blumenbeete mit Geranien und die bepflanzten Blumenkübel wiedergegeben, zwischen denen die Kieswege entlangführen. Etwas hinter den bepflanzten Gefäßen versetzt, ragt im rechten Grund des Bildes der Nussbaum in die Höhe, dessen Zweige in den Sommermonaten einen erfrischenden Schatten spenden. Gerne malt Liebermann diese Ansicht im Sommer. In dieser Jahreszeit ist auch unser Bild entstanden, welches die Atmosphäre und Intimität eines frischen Sommertags ausstrahlt. Das Werk erstrahlt im satten Grün der Rasenfläche, Büsche und Bäume und das Rot der Geranien kontrastiert komplementär dazu. Der Himmel schimmert golden zwischen den Baumwipfeln hindurch und lässt die Sonnenstrahlen auf einige Büsche fallen. Das Werk ist eine für Liebermann typische momentane Impression, die sein Interesse an den wechselnden Lichtverhältnissen und Augenblicken in seinem Garten zeigt.

Die zwei Terrassen zu Seeseite hin lässt Max Liebermann von dem Gartenarchitekten Albert Brodersen anlegen: Eine unbepflanzte Kiesterrasse unmittelbar am Haus, die als Aufenthaltsplatz der Familie und als Freilichtatelier dient sowie eine etwa einen Meter tiefer platzierte, unterhalb einer Stützmauer gelegene Blumenterrasse. Diese hat umlaufende Kieswege, Blumenrabatten und eine Rasenfläche, in deren Mitte ein Rondell flankiert von zwei Blumenquadraten liegt. Niedrige Buchsbaumhecken begrenzen die Blumenrabatten. An die Stützmauer der unteren Terrasse schließt sich ein weiteres Blumenbeet an, das die Farbenpracht der Anlage zusätzlich steigert. Die Verbindung der beiden Terrassen ist durch seitlich angelegte Treppen aus Sandstein hergestellt. Die Terrassen sind ein wichtiges dekoratives Element, denn sie stellen die Verbindung zwischen Haus und Garten her. Hans Oswald fasst zusammen: „Hier nun, wo andere ihre Sommerruhe gesucht und gefunden hätten, fand Liebermann nur eine Ruhe in ewig sich gleich bleibender Schaffenslust. Jeder Winkel des Gartens, bald die Birken als Hintergrund, bald die Blumenbeete in ihrer üppigen Farbenpracht, bald eine Gartenecke mit einer Bank und dem Enkelchen und deren Erzieherin, bald die mit zwei Baumreihen bepflanzte Straße hinter dem Haus entlang: immer wieder malerische Motive.“2)

Anm.:
1)Hans Oswald (Hg.), „Das Liebermann-Buch“, Berlin 1930, S. 346. 2)Ebenda, S. 346.



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