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Werk:
August Macke (1887–1914) zählt zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Expressionismus. Er versammelte eine Reihe junger rheinischer Künstler um sich, die neben der Avantgarde zu Beginn des letzten Jahrhunderts in Dresden bzw. Berlin mit der Künstlergruppe "Die Brücke" und in München mit der Ausstellungsgemeinschaft "Der Blaue Reiter" die Entwicklung des Expressionismus in Deutschland entscheidend prägten. August Mackes Lebenswerk entstand im engen Austausch mit seinen zeitgenössischen Künstlerfreunden wie Franz Marc und Wassily Kandinsky, aber auch mit dem Franzosen Robert Delaunay. Sein künstlerischer Umgang mit Licht und Farbe, sein Formverständnis zwischen Abstraktion und Figuration dokumentiert diesen kreativen Dialog mit Künstlern seiner Zeit und offenbart zugleich seine besonderen "rheinischen" Eigenarten.
Mackes charakteristische Themen zeigen sich in allen seinen Arbeiten: die Spaziergänger im Park, am Schaufenster, am Seeufer, die Passanten auf der Straße, Darstellungen aus dem Theater, dem Zirkus, dem Zoo, Landschaften, Porträts und ebenso abstrakte Studien. Auf vielfältige Weise sind die Skizzen, Zeichnungen und Aquarelle miteinander verbunden, zum Teil auch mit der Entstehungsgeschichte der Gemälde. Häufig lassen sich daraus Zusammenhänge zwischen den einzelnen Werken erkennen, die Entstehung eines Motivs oder einer Komposition von der Skizze über die Zeichnung bis hin zum Gemälde verfolgen. Aus der Anschauung enstand der bildnerische Gedanke, der zuerst in Skizzen formuliert wurde und in anderen Zeichnungen und Aquarellen weiterentwickelt werden konnte.
Leben:
1887 Am 3. Januar wird August Robert Ludwig Macke in Meschede (Sauerland) geboren. Vater: August Friedrich Hermann Macke (1845-1904), Tiefbauingenieur und Bauunternehmer. Mutter: Maria Florentine, geb. Adolph (1848-1922), entstammt einer Bauernfamilie aus dem Sauerland. Geschwister: Auguste und Ottilie. Umzug nach Köln in die Brüsseler Strasse, bald Freundschaft mit Hanns Thuar.
1893-1899 Ab 1893 Schulbesuch in Köln, 1897 Besuch des Kreuzgassengymnasiums. 1900 Umzug der Familie Macke aus beruflichen Gründen nach Bonn, Meckenheimer Strasse 29 (heute Thomas-Mann-Strasse). Besuch der Untertertia des Bonner Realgymnasiums in der Doetschstrasse. Mitschüler: der spätere Komponist Heinrich Kaminski, Lothar Erdmann, Fritz und Theodor Wildemann, Alfred Schütte.
1903 Macke begegnet seiner späteren Frau Elisabeth Gerhardt auf dem täglichen Schulweg.
1904 verlässt die Schule in der Unterprima gegen den Willen des Vaters. ab Oktober Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf (auf Empfehlung des Bonner Kunsthistorikers Professor Paul Clemen. 27. Oktober -Tod seines Vaters
1905 Freundschaft mit dem Dichter Wilhelm Schmidtbonn. Aufnahme in den Kreis des Schauspielhauses der Louise Dumont und Gustav Lindemann, Arbeit an Bühnenbildern und Kostümentwürfen.
1905 April: Italienreise nach Verona, Padua, Venedig, Bologna, Florenz, Pisa, Rapallo, Bozen in Begleitung von Walter Gerhardt.
1906 Juli: Reise nach Holland und Belgien mit Mackes Freunden Schmidtbonn und Eulenberg. Weiterreise mit Schmidtbonn nach London, Besuch des Britischen Museums. November: Macke verlässt die Kunstakademie.
1907 Juni: Macke besucht seine Schwester in Kandern im Schwarzwald, von dort Ausflüge zu den Museen in Basel. Weiterreise nach Paris, gesponsert mit 300 Francs durch Bernhard Koehler, Fabrikant, Kunstsammler und Mäzen in Berlin, Onkel von Elisabeth Gerhardt, Besuch der Carrière-Ausstellung. Oktober: Umzug nach Berlin, Macke wohnt bei Bernhardt Köhler. Besuch der Malschule von Lovis Corinth, Studium der Gemälde im Kaiser-Friedrich-Museum.
1908 01. April bis 2. Mai Reise nach Italien (Mailand, Ravenna, Bologna, Florenz, Perugia, Siena, Pisa, Rapallo, Genua) in Begleitung von Sophie Gerhardt (Mutter Elisabeths), Elisabeth, Walter und dessen Studienfreund Erich Reinau. Juli: Reise nach Paris mit Elisabeth und Bernhardt Köhler, Besuch der Kunsthandlungen Durand-Ruel, Bernheim jeune und Vollard, besonders haben Gemälde von Seurat beeindruckt.
1908 01. Oktober: Eintritt Mackes in das Bonner Infanterie-Regiment 160 als Einjährig-Freiwilliger. 24. Dezember: Verlobung mit Elisabeth Gerhardt im Kreis der Familie.
1909 5. Oktober: Hochzeit in Bonn im Familienkreis, anschließende Reise nach Frankfurt, Colmar und Bern, anschließend mit dem befreundeten Maler Louis Moilliet spontane Reise nach Paris.
1909 27. Oktober: Reise nach Tegernsee (Einladung Schmidtbonns) über Nancy, Straßburg, Stuttgart, Ulm, München. Ankunft am 31. Oktober. Aufenthalt in der "Villa Brand", Besuch von Helmuth Macke, Bernhard Koehler, Bernhard Koehler jun., Walter Gerhardt, Zerwürfnis mit Schmidtbonn, Umzug in das Haus des Schreiners Staudacher
1910 bedeutsames Jahr für Macke. Januar: Fahrt nach München mit Helmuth Macke und Bernhardt Koehler jun., Macke lernt Franz Marc kennen - eine lebenslange Freundschaft bahnt sich an. 13. April: Geburt von Mackes Sohn Walter Carl August Macke. intensive Arbeit, November Rückkehr nach Bonn, Atelierausbau im Haus Ecke Bornheimer Strasse/ Hochstadenring.
1911 intensives gesellschaftliches Leben in Bonn, Macke ist geschätzter Gesprächspartner, er macht die Bekanntschaft von Paul Adolf Seehaus, welcher in Bonn Kunstgeschichte studiert und sein einziger Schüler wird, Beteiligung Mackes an wichtigen Ausstellungen, Präsentation in der Münchner Galerie Thannhauser durch die Redaktion "Der Blaue Reiter".
1912 Ausstellungen in Moskau (Künstlervereinigung Caro-Bube), Köln (Kölner Session), München (Galerie Thannhauser), Jena (Kunstverein) - bemerkenswerte Verkaufserfolge. Jurymitglied für die Ausstellung des "Sonderbundes Westdeutscher Kunstfreunde und Künstler" in Köln. aktive Arbeit im Kölner "Gereonklub". Mitte Oktober: Reise nach Paris mit Franz Marc um Robert Delaunay kennen zulernen. Entstehung des Wandbildes "Paradies" in Mackes Atelier als Gemeinschaftswerk während Marcs Bonn Aufenthaltes
1913 21. Januar: Besuch von Robert Delaunay in Bonn, wo in der Galerie "Der Sturm" dessen erste Einzelausstellung in Deutschland eröffnet worden war. Begleitet wurde der Maler von seinem Freund, dem Kunstphilosophen und Kritiker Guillaume Apollinaire. 8. Februar: Geburt von Mackes zweitem Sohn Wolfgang. Vorbereitung der Ausstellung Rheinischer Expressionisten in der Bonner Buchhandlung Cohen, gleichzeitig laufen in Berlin die Planungen für den Ersten Deutschen Herbstsalon, den der Galerist und Verleger Walden gemeinsam mit Macke zusammenstellt. 30. September: Macke reist mit seiner Familie nach Hilterfingen am Thuner See - glückliche Zeit für Macke. Arbeit an seinen werken "Dame in grüner Jacke", "Sonniger Weg", "Leute am blauen See", "Modegeschäft", "Seiltänzer", in dieser Zeit enger Kontakt der Familie zu Louis und Hélène Moilliet, welche in Gunten wohnen.
1914 Anfang April Abreise nach Tunesien, gemeinsam mit Paul Klee und Louis Moilliet, Ankunft am 7. April - beeindruckend die farbige Klarheit. nie gekannte Arbeitsfreude, viele Skizzen. 16. April Arbeit in Kairuan, nach vierzehntägigem Aufenthalt getrennte Abreise der Künstler, Macke reist nach Rom. Juni: Macke verlässt mit seiner Familie Hilterfingen und kehrt nach Bonn zurück. Anfang August rückt Macke mit der 5. Kompanie des Infanterie-Regimentes 160 gegen Frankreich aus. 23. August: Macke erlebt sein erstes Gefecht, weitere Stationen: Porcheresse, Bièvre, Montgou, Lissy, Luxemont, Vitry 04. September: zufälliges Zusammentreffen von Walter Gerhardt und August Macke. 11. September: Ernennung zum Kompanieführer nach schweren Verlusten. 20. September: Verleihung des Eisernen Kreuzes. 26. September: August Macke wird bei einem Angriff seiner Einheit bei Perthes-les-Hurlus von einer Kugel tödlich getroffen.
Auszeichnungen und Ehrungen:
Weblinks:
August-Macke-Haus, Bonn
Literatur:
August Macke et al.: Die Tunisreise. Aquarelle und Zeichnungen von August Macke, DuMont Schauberg, Köln, 1987 (überarbeitete Version), ISBN 3-7701-0328-9
Ursula Heiderich: August Macke: Der hellste und reinste Klang der Farbe, 208, Hatje Cantz Verlag, ISBN 3-7757-2143-6
Andrea Firmenich (Hrsg.): August Macke: Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle aus dem Kunstmuseum Bonn und dem August Macke Haus Bonn, 2006, Prestel Verlag, ISBN 3-7913-3769-6
Elisabeth Erdmann-Macke: Erinnerungen an August Macke, 1996, Fischer Verlag, ISBN 3-5962-5660-7
Magdalena M. Moeller: August Macke, 2002, Dumont Buchverlag, ISBN 3-8321-7208-4
Ursula Heiderich: August Macke - Gemälde: Werkverzeichnis, 2008, Hatje Cantz Verlag, ISBN 3-7757-2142-8
Ursula Heiderich: August Macke Zeichnungen. Werkverzeichnis, 1997, Hatje Cantz Verlag , ISBN 3-7757-0341-1
Magdalena M. Moeller: August Macke und die Rheinischen Expressionisten, 2002, Hirmer Verlag, ISBN 3-7774-9540-9
Dieter Ronte et al.: August Macke und die frühe Moderne in Europa, 2001, Hatje Cantz Verlag, ISBN 3-7757-1146-5
Dietmar Elger: Expressionismus: Eine deutsche Kunstrevolution, Taschen Verlag, 2007, ISBN 3-8228-3142-5
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