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Heinrich Nauen (1880 - 1940)

Verfügbare Arbeiten Biographie


Heinrich Nauen
"Gladiolen"
Öl und Gouache auf Malkarton ; um 1930
60 x 49,8 cm
Signiert.
Expertise: Dr. Klara Drenker-Nagels.
Werkverzeichnis Fritz Malcomess / Klara Drenker-Nagels Nr. 856.


Heinrich Nauen gehört zu den herausragenden Vertretern des „Rheinischen Expressionismus“ und zählt zu den bekanntesten Malern im Rheinland. Nauen entstammt einer Krefelder Bäcker-familie und äußert schon in seiner Kindheit den Wunsch Maler zu werden. Seine künstlerische Laufbahn beginnt Nauen 1898 an der Kunstakademie in Düsseldorf, im Anschluss setzt er sein Studium in München und Stuttgart fort und kehrt 1902 in seine Heimatstadt Krefeld zurück. Hier nimmt Nauen an Ausstellun-gen in der Umgebung teil. Er knüpft zudem Kontakte zu Künstlern in der niederländischen Künstlerkolonie Sint-Martens-Latem und zur Berliner Secession. Im Jahre 1905 unternimmt der Künstler mit seiner Frau Marie von Malachowski eine Reise nach Paris, wo sich beide an der Académie Julien einschreiben. Hier begegnet das Ehepaar u. a. den Künstlern Hans Purrmann und Henri Matisse und wird mit der aufkommenden Kunstströmung des Fauvismus konfrontiert. Nach ihrer Zeit in Paris zieht es das Künstlerpaar nach Deutschland zurück, zu einem mehrjährigen Aufenthalt in Berlin und später dann wieder in die Heimat, wo sie sich am Niederrhein auf Schloss Dilborn niederlassen. Nauens erste Einzelausstellung richtet ihm 1914 der Kunsthändler Alfred Flechtheim in seiner Düsseldorfer Galerie aus. Die Jahre des 1. Weltkrieges reißen Nauen aus seiner künstlerischen Tätigkeit heraus, aber er kann diese schon bald nach dem Krieg wieder aufnehmen. Am 1. Oktober 1931 wird Heinrich Nauen zum Professor an die Düsseldorfer Kunstakademie berufen, an der er bis zu seiner Entlassung im Jahre 1937 lehrt.

Sein umfangreiches künstlerisches Werk umfasst Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und druckgraphische Werke sowie monumentale Wandgemälde, Mosaike und kunsthandwerkliche Arbeiten. Aus der späten Phase seines Œuvres stammt unser hochformatiges Stillleben. Vor einem in Grüntönen abgestuften Hintergrund entspringt ein Strauss mit buntfarbigen Gladiolen. In intensiven Rot-, Gelb- und Blautönen glühen die vollen Blätter und Blüten. Die Blumen werden vom intensiven Farb- ton des Hintergrunds dominiert, die grün schimmernde Farbe versucht die Blütenblätter zu durchdringen. Mit breiten Pinselstrichen auf die Tafel gebannt, entsteht eine nuancenreiche, abgestufte Fülle an Farbtönen, die durch Hell-Dunkel-Schattierungen Räumlichkeit schafft. Die Gladiolen treten als ein sprühendes Farbfeuerwerk in Erscheinung, welches den Betrachter verzaubert.

Im malerischen Werk Heinrich Nauens sind Blumenstillleben zahlreich vertreten. Sie verdeutlichen den Enthusiasmus des Künstlers über die reiche Motivwelt der Flora. Schon in der Zeit auf Schloss Dilborn begeistert sich der Künstler für die reiche Pflanzenvielfalt im Schlossgarten. „[…] wie lustig unser Blumengarten aussieht, da habe ich die schönsten Anregungen für meine Bilder gefunden.“1) Später resümiert Dr. Max Creutz in seinem Buch über Heinrich Nauen: „Die Blumenstücke bleiben das Schönste, was Nauen geschaffen hat. Bisweilen leuchten sie in sprühendem Farbenzauber auf, im Schmelz der Farben aufs zarteste ineinander verwoben. Bei andern wieder ist rein formal der Aufbau der Komposition betont.“2)

Anm.:
1) Heinrich Nauen in einem Brief aus Dilborn an Walter Kaesbach, 1913, zitiert in: http://nauen-malachowski.brueggen.de/blum_n.htm
2)Dr. Max Creutz, „Heinrich Nauen“, München-Gladbach 1926, S. 20.



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