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Ernst Wilhelm Nay
(1902 - 1968)
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Ernst Wilhelm Nay
"Dunkle Zirkel"
Öl auf Leinwand ; 1960
120 x 85 cm
Signiert und „60“ datiert
Provenienz: Privatsammlung Nordrhein-Westfalen
Ausstellung: Baden-Baden, Staatliche Kunsthalle, „Deutscher Künstlerbund, 11. Ausstellung“, 1961;
Kunstverein Hamburg 1964; Karlsruhe, Badischer Kunstverein, 1964;
Frankfurt a. M., Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus, 1965, Kat. Nr. 19, Abb. 6;
Stuttgart, Württembergischer Kunstverein, 1966; Berlin, Akademie der Künste, 1967;
Wien, Museum des 20. Jahrhunderts, 1967
Literatur: Das Kunstwerk, XIV. Jahrgang, Heft 12, Baden-Baden, 1961, mit Abb. S. 36.
Werkverzeichnis der Ölgemälde von Aurel Scheibler Bd. II, Nr. 970
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„Breite ich den Punkt aus, verstärkten sich die Spannungen. Eine zweite solche Scheibe, eine dritte, eine vierte, - alle gleich groß, ergaben schon eine höchst komplizierte Formrelation. Auch entstand dabei eine Mehrzahl von Farben, wenn ich jeder Scheibe eine andere Farbe gab, das konnte als chromatische Reihe angesehen werden. Die Zwischenräume ergaben Formen, und diese konnten ganz mechanisch mit den gleichen Farben in einem bestimmten Wechsel zu einer Wellblechflächengestalt entwickelt werden, so dass eine Verzahnung geschah. Nun konnte eine Reihe kleinerer Scheiben in den gleichen Farben hineingearbeitet werden, farbig reziprok mit gleichen Negativverzahnungen. Wieder ergaben sich abstrakt figurative Veranstaltungen. Diese Art, ein Bildganzes zu versuchen, ermöglichte unendliche Variationen. […] Jene Synthese wurde dadurch möglich, und sie geschah auch, die Synthese, die eigentlich Kunstwerk ist, eine körperlich, geistig, seelische Synthese mit einer dem heutigen Menschen zugänglichen Aussage, die nichts anderes enthält als den Menschen selbst, nichts außer diesem, kein Außen im transzendenten Sinne, im religiösen Sinne, sondern ein Außen und Innen, einen Körper und Geist zugleich. […] Wesentlich ist zu meiner Art von Scheibenfindung zu sagen, dass sie rein artistischer Natur ist […]. Eine willentliche Absicht liegt in der Erfindung der Scheiben ganz und gar nicht. Der Prozess des Kunstwerkes steht in den Sternen! D. h. ist unabhängig und ein Prozess in sich. Eine Malerei an sich gibt es nicht, aber es gibt eine malerische Kreation, die aus jeder Epoche anders erklingen muss. Diese Kreation ist immer mehr als jede weltanschauliche Manifestation, auch wenn diese als Flächenkunst sich vorstellt.“1)
Anm.:
1) Ernst Wilhelm Nay „Aufzeichnungen“, zitiert in: „E. W. Nay Retro-
spektive“, Ausst.-Kat. Josef-Haubrich-Kunsthalle Köln, 1990, S. 35ff.
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