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Carl Hofer


1878-1955

1878 in Karlsruhe geboren, studierte Hofer von 1896 bis 1902 an der dortigen Akademie bei Hans Thoma und Leopold von Kalckreuth. Von 1919 bis 1936 lehrte er als Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Bereits 1920 und 1928 (Große Retrospektive zum 50. Geburtstag) hatte die Kunsthalle Mannheim dem Künstler Ausstellungen gewidmet. 1937 erfuhr seine erfolgreiche Karriere einen tiefen Einschnitt: Seine Werke wurden als "entartet" beschlagnahmt, ein Großteil seines Schaffens wurde darüber hinaus bei einem Bombenangriff 1943 zerstört. "Fröstelnd stehen wir im ungewissen Zwielicht eines grauen kalten Morgens, und wir Älteren und Alten werden keine Sonne mehr aufgehen sehen über dem gequälten Land", fasste Hofer im Oktober 1948 in einer Ansprache in Berlin seine Erfahrungen in Worte.

Dennoch gelang ihm nach dem Krieg ein Neuanfang, bereits 1945 hatte man ihn zum Direktor der Hochschule in Berlin ernannt. Hofer war einer der Künstler, der sich am intensivsten mit den psychischen Folgen des Krieges und des Faschismus auseinander setzte. In seiner Person fokussierte sich nach 1945 die Auseinandersetzung um die Aufgabe von Kunst. Nicht nur als Vertreter einer am Menschen orientierten Malerei, sondern auch als kulturpolitisch engagierter Künstler wurde er zur einflussreichen, aber auch umstrittenen Figur. Die Diskussionen um Funktionen, Inhalte und Formen der Kunst gipfelten in zwei Debatten, die Hofer wesentlich mittrug: Einmal der Disput um Formalismus und Realismus, der im November 1948 mit einem Artikel des SED-Kulturfunktionärs Alexander Dymschitz einsetzte und dann die 1955 ihren Höhepunkt erreichende Diskussion zwischen dem Kunstkritiker Will Grohmann als dem Verfechter einer abstrakten Kunst und Hofer als Vertreter einer gegenständlichen Malerei.
1878
am 11. Oktober in Karlsruhe geboren, wächst zunächst bei zwei Großtanten auf, dann im Waisenhaus
1892
beginnt eine kaufmännische Lehre
1896
Beginn der Freundschaft mit dem späteren Philosophen Leopold Ziegler
1897-1903
studiert an der Großherzoglich Badischen Akademie der Künste in Karlsruhe bei Hans Thoma und Leopold von Kalckreuth, dem er im November 1902 nach Stuttgart folgt
1900-1901
von August bis März in Paris, Bekanntschaft mit Julius Meier-Graefe
1901
Beginn der Förderung durch den Winterthurer Großkaufmann Theodor Reinhart bis zu dessen Tode 1919
1903
Heirat mit Mathilde Scheinberger in Wien
1903-08
lebt in Rom
1904
Geburt des Sohnes Karl Johannes Arnold (Carlino)
1905
erste Einzelausstellung in Zürich und Karlsruhe
1908
Mitglied der Berliner Sezession
1908-13
lebt in Paris
1910-11, 1913
mehrmonatige Aufenthalte in Indien
1911
Geburt des Sohnes Hansrudi
1913
Übersiedlung nach Berlin
1914-17
Zivilinternierung in Frankreich, wo sich Hofer bei Kriegsausbruch befand
1917-19
als Austauschgefangener in Zürich
1919
Rückkehr nach Berlin, Ausstellung bei Cassirer
1920
Berufung an die Kunsthochschule Berlin-Charlotten- burg, 1921 Professur
1923
Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, 1929 Senatsmitglied
1924
Benno Reifenberg veröffentlicht seine Hofer-Monographie
1925
Beginn der regeImässigen Sommeraufenthalte im Tessin
1927
Mitbegründer der Badischen Sezession. Reise in die USA
1928
umfassende Retrospektive in Mannheim und Berlin
1932
Freundschaft mit Hermann Hesse
1933
Im April Beurlaubung vom Lehramt, 1934 Entlassung
1934
Scheidung von Mathilde Hofer
1937
311 Arbeiten werden als "entartet" aus deutschen Museen beschlagnahmt
1938
Ausschluß aus der Akademie der Künste. Heirat mit Lisbeth Schmidt in Berlin
1940/41
einjähriger Aufenthalt bei Bruno Leiner in Konstanz
1942
Tod von Mathilde Hofer im Konzentrationslager Auschwitz
1943
nach Zerstörung von Atelier und Wohnung in Berlin Zuflucht im Privatsanatorium Dr. Sinn in Potsdam- Babelsberg
1945
Berufung zum Direktor der Hochschule für Bildende Künste Berlin-Charlottenburg. Mitbegründer des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands
1946
Adolf Jannasch veröffentlicht seine Hofer-Monographie
1947-49
Mitherausgeber der Zeitschrift "bildende kunst"
1948
anläßlich des 70. Geburtstages zahlreiche Würdigungen und Ausstellungen
1950
Erster Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes
1952
Orden Pour le Mérite Autobiographie "Aus Leben und Kunst"
1953
Autobiographie "Erinnerungen eines Malers". Großes Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, Berliner Kunstpreis
1955
Hofers Artikel "Zur Situation der bildenden Kunst" löst heftige Angriffe durch Vertreter der abstrakten Kunst aus (Grohmann Hofer-Debatte) am 3. April stirbt Karl Hofer in Berlin



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Arbeiten von Carl Hofer


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