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Ernst Wilhelm Nay
1902 - 1968
1902 Ernst Wilhelm Nay wird am 11. Juni als zweites von sechs Kindern in Berlin geboren.
Eltern: Johannes Nay, Regierungsrat, später Vortragender Rat im Reichsschatzamt, Berlin, und Elisabeth Nay geb. Westphal.
1912 Besuch des Humanistischen Gymnasiums in Berlin-Steglitz
1914 Nays Vater fällt im Alter von 52 Jahren als Hauptmann in Belgien
1915 Nay kommt auf das Internat Schulpforta in Thüringen
1921 Abitur in Schulpforta. Rückkehr nach Berlin, Tätigkeiten u.a. in der
Buchhandlung Gsellius, im Kaufhaus des Westens, als Architekt beim Film. Erste Landschaften und Portraits.
1923 Teilnahme am Abendakt der Berliner Kunstgewerbeschule.
1925 Besuch einer Hofer-Ausstellung in der Berliner Akademie der Künste. Nay
setzt sich mit den Werken von C.D. Friedrich, mit Picasso, Braque, Gris, Matisse, Chagall, Kandinsky, Klee sowie den Malern des "Sturm" auseinander.
Er malt Bildnisse seiner Mutter, der Freundin seiner Schwester und eines jungen Mannes und zeigt seine Arbeiten
Carl Hofer, der ihn als Stipendiaten in seine Malklasse an der Berliner Akademie aufnimmt.
1927 Paul Westheim berichtet erstmals ausführlich über Nay in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift "Das Kunstblatt".
Beteiligung an der Berliner Akademie-Ausstellung und der "Ausstellung der jungen Maler" in der Deutschen Kunstgemeinschaft, Berlin.
1928 Kurze Reise nach Paris. Nay begeistert sich für Poussin.
1930 Carl Georg Heise vermittelt einen Aufenthalt auf Bornholm. Dort entstehen Strandbilder, von denen die Nationalgalerie Berlin eines erwirbt.
1931 Nay erhält die Prämie des Staatspreises der Preußischen Akademie der Künste, Berlin - und damit
verbunden - ein neunmonatiges Stipendium für die Villa Massimo in Rom, wo er sich bis 1932 aufhät.
1932 Mystisch ornamentale Tierbilder entstehen 1932-1935. Eheschließung mit Helene (Elly) Kirchner in Berlin.
Erste Begegnung mit dem Kunsthändler Günther Franke in München, der später fast alljährlich Nays Arbeiten
in seiner Galerie zeigt.
1933 Beteiligung an der Ausstellung "Lebendige deutsche Kunst" in der Galerie Flechtheim in Berlin
1934-1936 Nay hält sich in den Sommermonaten an der Ostsee auf, wo die mit der Rohrfeder gezeichneten
"Fischerzeichnungen entstehen. Später arbeitet er im Berliner Atelier. Es entstehen die "Dünen- und Fischerbilder" und die ersten
Holzschnitte. Nay macht Bekanntschaft mit Erich Meyer und Alfred Hentzen, die beide an Berliner Museen tätig sind.
1937 Durch Vermittlung von C.G. Heise reist Nay nach Norwegen als Gast von Edvard Munch; Besuch bei Munch in dessen Atelier
in Skoein bei Oslo; dreimonatiger Aufenthalt auf den Lofoteninseln. Dort entstehen Aquarell, zurück in Berlin die "Lofotenbilder".
1937-1938 In der Ausstellung "Entartete Kunst", die in München, Berlin, Leipzig, Düsseldorf und Dortmund gezeigt
wird, ist Nay mit zwei Werken vertreten. Nay wird in Deutschland mit Ausstellungsverbot belegt. Zehn
Bilder aus öffentlichen Museen werden beschlagnahmt.
1938 Aquarellausstellung in Oslo, veranstaltet von dem Kunsthändler Holst Halvorsen. Im Sommer Reise nach Norwegen, auf die Lofoten und nach Romsdalen
bei Trondheim; es entstehen Aquarelle, später in Berlin vorwiegend figurale "Lofotenbilder".
1939 Kurze Reise nach Bulgarien, Aquarelle.
1940 Eingezogen zum Kriegsdienst; Soldat in der Bretagne. Nay malt in seiner Freizeit kleine Aquarelle.
1942-1944 Durch Vermittlung von Hans Lühdorf Kartenzeichner in Le Mans. Auslagerung des grössten Teils seiner Arbeiten bei Erich Meyer in Berlin, Günther Franke in München und bei einem
Onkel Nays in Muskau, Niederlausitz.
1943 In Berlin ausgebombt
1944 Rückzug über Amiens in die Eifel.
1945 Als Obergefreiter von den Amerikanern entlassen. Da sein Atelier in Berlin zerstört ist, geht Nay nach Hofheim im Taunus,
wo er von Hanna Bekker vom Rath ein kleines Atelierhaus beziehen kann. Bekanntschaft mit Ernst Holzinger, Direktor des Städelschen
Kunstinstituts in Frankfurt am Main, dem Politiker Adolf Arndt und dessen Frau, dem Ethnologen
Adolf Friedrich und dem Schriftsteller Fritz Usinger.
1945-1948 In Hofheim im Taunus entstehen die mythisch-magischen "Hekatebilder"
1946 Erste Nachkriegsausstellung bei Günther Franke in München und Gerd Rosen in Berlin.
1947 Ausstellungen in den Galerien Alex Vömel, Düsseldorf, Werner Rusche, Köln, bei Franz in Berlin, im Hamburger Kunstverein und der Overbeck-Gesellschaft
in Lübeck.
1948 Beteiligung an der Biennale in Venedig. Bekanntschaft mit dem Sammlerehepaar Günther und Carola Peill.
1949 In beiderseitigem Einverständnis Scheidung von Elly Nay. Eheschließung mit Elisabeth Kerschbaumer. -
In Worpswede entsteht seine erste grosse Graphikserie. Zehn Farblithografien verlegt bei Michael Hertz, Bremen.
1949-1951 Abstrakt-figurale Bilder
1950 Retrospektive Ausstellung in der Kestner-Gesellschaft, Hannover
1951 Übersiedlung nach Köln
1952 Im Kölner Atelier entstehen im Handdruck vier Farbholzschnitte. Retrospektivausstellung
anlässlich seines 50. Geburtstags im Haus Waldsee, Berlin. Kunstpreis der Stadt Köln; Karl Ströher Preis, Darmstadt
1952-1953Gegenstandslose, rhytmisch intonierte Bilder
1953Für zwei Monate Gastdozent an der Landeskunstschule in Hamburg. Es entsteht die theoretische Schrift Nays "Vom Gestaltwert der Farbe".
Goldmedaille des "Premio Lissone" Italien. Beteiligung an der Ausstellung "Europäische Kunst des 20.
Jahrhunderts" in den Museen Luzern und Basel.
1954 Im Sommer in Lökken, Dänemark entstehen grossformatige Aquarelle.
1955 Beginn der Scheibenbilder-Periode; Bilder und Aquarelle, in denen die Scheibe in Abwandlungen das Hauptthema des Bildes ist.
Ausstellung in der Kleemann Gallery, New York. Lichtwark-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg.
Grosse retrospektive Ausstellungen in der Hamburger Kunsthalle, Ausstellung in der Kestner-Gesellschaft, Hannover. Beteiligung an
der "documenta I" in Kassel.
1955-1956 Im Winter in Crans sur Sierre, Schweiz, Aquarelle.
1956 Einzelausstellung im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig. Grosses Wandbild für das Chemische Institut der
Universität Freiburg. Ernennung zum Mitglied der Akademie der Künste, Berlin. Grosser Preis
des Landes Nordrhein-Westfalen für Malerei. Beteiligung an der Ausstellung " A century of german Art" in der Tate Gallery in London.
1957 Nay mietet in Paris ein Atelier und druckt dort bei Georges Visat fünf farbige Aquatinten. Beteiligung an der Ausstellung
deutscher Kunst im Museum of Modern Art in New York.
1958 Erneut in Paris; Gemälde und vier Aquatinten. Einzelausstellung in der Galerie Les Contemporaines, Brüssel.
Teilnahme an der Ausstellung "50 Jahre moderne Kunst" im Rahmen der Weltausstellung in Brüssel.
1959 Ausstellung in der Kleemann Gallery, New York. Reise nach New York. In den Sommermonaten auf Mykonos; Aquarelle. Beteiligung
an der "documenta II" in Kassel. Retrospektivausstellung im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf.
1960 Guggenheim-Preis, New York, deutsche Sektion. In den Sommermonaten auf Sizilien, Aquarelle. Retrospektive Ausstellungen
in der Kunsthalle Basel "Baumeister und Nay" und in der Marlborough New London Gallery. Beteiligung an der Biennale in Sao Paolo.
1961 Ausstellung in der Knoedler Gallery, New York. Nay malt mehrere grossformatige Bilder, eines wird für die Deutsche
Oper Berlin erworben. Reise nach New York, Washington, Boston, Los Angeles, San Francisco, Chicago.
1962 Zum 60. Geburtstag grosse retrospektive Ausstellung im Museum Folkwang, Essen. Ausstellung in der Knoedler Gallery, New York.
In der Ausstellung "Entartete Kunst - Bildersturm vor 25 Jahren" in München ist Nay mit 3 Bildern vertreten.
1963 Reise nach USA und Mexico; in Mexico-City besucht Nay Paul Westheim. Ende der Scheibenbilder-Periode.
Es entstehen Bilder mit durchstrichenen Scheiben, daraus resultiert eine augenähnliche Form.
1964 Mit den sogenannten dramatischen oder "Augenbildern" beginnt eine neue Periode. Im Kölner Atelier entstehen die drei grossen
Deckenbilder für die "Documenta III" in Kassel. Ausstellungen in der Knoedler Gallery, New York und Paris, im Kunstverein Münster und
Retrospektivausstellungen in den Kunstvereinen Hamburg und Karlsruhe. Sonderausstellung von Zeichnungen und Aquarellen in der I. Internationalen der
Zeichnung in Darmstadt. Berliner Kunstpreis. Im Sommer auf Mykonos, Aquarelle.
1965 Ausstellung im Kunstverein Frankfurt am Main. Im Sommer auf Kreta, Aquarelle. Ausstellung bei Holst Halvorsen in Oslo
1966 Übergang zum Spätstil; Vereinfachung der Formen, Reduzierung der Farben. Einzelausstellung innerhalb der Ausstellung
"Salon International des Galeries Pilotes" in Lausanne durch die Galerie Spiegel, Köln. Reise nach New York, Los Angeles, Hawaii, Hong Kong und Japan.
Grosse retrospektive Ausstellung im Württembergischen Kunstverein, Stuttgart.
1967 Grosse Retrospektiven in der Städtischen Kunsthalle Mannheim, in der Akademie der Künste, Berlin, und im Museum des 20.
Jahrhunderts, Wien. Im Sommer in Ronchi, Italien; Aquarelle. Im Herbst Einzelausstellung der neuesten Bilder in der Galerie im Erker, St.Gallen (Schweiz).
Im Winter in Bayern, grossformatige Bilder, Gouachen und Aquarelle. - Grosses Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.
1968 Im Februar letzte Reise nach Berlin zur Uhlmann-Ausstellung. Im März entstehen die Gemälde "Rotfiguration", "Blaufiguration", "Gelb-Schwarz", und das letzte Bild des
Künstlers, "Weiss-Schwarz-Gelb", in drei Varianten. Letzte abgeschlossene Arbeit: Entwürfe für die Wandkeramik (3x9 m) des Kernforschungszentrums in Karlsruhe.
1968 Am 8. April stirbt Ernst Wilhelm Nay an Herzversagen in seinem Haus in Köln.
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Arbeiten von Ernst Wilhelm Nay
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