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Gerhard Richter


geboren 1932

Gerhard Richter wurde am 19. Februar 1932 in Waltersdorf in der Oberlausitz geboren.

Gerhard Richter absolvierte von 1948 bis 1951 eine Ausbildung zum Bühnen- und Werbemaler in Zittau. Danach studierte er von 1952 bis 1955 an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden.

Er war in dieser Zeit unter anderem als Kulissenmaler und in einem Photolabor tätig. 1961 kam er durch Flucht aus der DDR nach Westdeutschland. Er zog nach Düsseldorf. Sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Otto Götz vollzog er in den Jahren von 1961 bis 1963. Danach arbeitete er als Maler.

Von 1962 bis 1982 betrieb er ein Atelier in Düsseldorf. Im Jahr 1967 lehrte er als Gastdozent an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Später, ab 1971, hatte er einen Lehrstuhl an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf inne – bis 1994. Von 1975 bis 1992 war er Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Gastprofessuren erfüllte Gerdard Richter 1978 am Nova Scotia College of Art and Designim kanadischen Halifax und 1988 an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste, der Städelschule in Frankfurt a. M.

Anfänglich wurde Gerhard Richter in seinem Schaffen von der französisch-amerikanische Art informel inspiriert. Zentrale Merkmal ist die Gegenstandlosigkeit, die Richter bis zum Jahr 1962 in expressiver Weise gestaltete. Danach machte sich die Pop-art von Roy Lichtenstein bemerkbar, dessen Arbeitsweise Richter zum eigenen neuen Stil führte. Von da ab beherrschten Schwarzweiß und Grautöne seine Werke, die er nach Vorlagen aus Zeitungs- oder anderen Photographien anfertigte.

Stets waren es banale Szenen, die er bearbeitete wie zum Beispiel der Titel “Emma – Akt auf einer Treppe” (1966). Aber auch Motive aus der jüngeren Vergangenheit waren sein Thema, die er mit der typischen Unschärfe versah. Dafür stehen unter anderen die Bilder “Stukas” (1964) und “Onkel Rudi” (1965), wobei trotz der verschwommenen Darstellung eine Uniform der Nationalsozialisten zu erkennen ist.

Später dienten Luftaufnahmen als Vorlagen für farbenfrohe Landschaftsbilder. Eine weitere Vorlage stammt von Scharzweiß-Bildern aus Lexika von populären Persönlichkeiten, die Gerhard Richter zwischen 1971 und 1972 zu seiner Serie “48 Porträts” verarbeitete. 1973 entstand das Werk “1024 Farben” aus quadratischen Farbfeldern.

1976 änderte sich Richters Kunststil, inden er abstrakte Gemälde im Großformat anfertigte. Sie tragen nicht nur das Merkmal einer starken Farbigkeit, sondern auch von dickeren Farbschichten, die in ihrer Aufgerissenheit die Materialiät des Werkstoffes offenbaren. Diese Technik realisiert Richter bis heute noch.

Nebenbei hält er aber noch an seinen Photobildern fest, die unter anderem eine Folge von Stillleben mit Kerzen und Totenschädeln in Farbe zeigen. In seinen je aktuellen Historienbildern stellt der Künstler beispielsweise mit seinem in den Jahren 1987 und 1988 entstandenen zyklischen Werktitel “18. Oktober 1977” den Tod der RAF-Mitglieder Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe im Hochsicherheitstrakt der Stuttgart-Stammheimer Vollzugsanstalt dar.

Richters Werke sind nach eigenen Angaben “ohne Stil, ohne Komposition, ohne Urteil” angefertigt worden. Er bezeichnete sie auch “Allerwelts-Bilder”. Er verstehe Malerei als Analogie zum Unanschaulichen und Unverständlichen, denen nur die Malerei zur Anschauung verhelfe.

Richter zog daraus den Schluss, dass gute Bilder unverständlich seien. Den Begriff “kapitalistischer Realismus” erfanden Gerhard Richter, Konrad Lueg und Sigmar Polke in ironischer Anspielung auf die offizielle DDR-Bezeichnung “Sozialistischer Realismus” als Kunstrichtung.

Gerhard Richter ist ein vielgeehrter Künstler. So erhielt er 1967 den Kunstpreis „junger westen“ der Stadt Recklinghausen, 1981 den Arnold-Bode-Preis in Kassel, 1985 den Oskar-Kokoschka-Preis in Wien, 1988 den Kaiserring der Stadt Goslar, 1995 den Wolf-Preis in Jerusalem, 1997 den Goldenen Löwe der 47. Biennale Venedig und den Praemium-Imperiale-Preis in Tokio, 1998 den Wexner-Preis in US-amrikanischen Columbus in Ohio und den Foreign Honorary Membership, The American Academy of Arts and Letters, in New York, 2000 den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, und 2001 wurde ihm der Titel 'Doctoris honoris causa' der Université catholique de Louvain-la-Neuve in Belgien verliehen.

Zu seinen Publikationen zählen unter anderem “About eight years ago...”, in: “Fundamentale Malerei - Fundamental Painting” (1975), „Acht Künstler - Acht Räume“ (1976), „128 Details from a Picture“, in: The Press of the Nova Scotia College of Art and Design, (1978), „Pier + Ocean“ (1980), “Eis”, Galleria Pieroni, Rom (Künstlerbuch, 1981), “Wenn wir einen Vorgang beschreiben...”, in: documenta 7, (1982), „Werken op papier 1983-1986 notities 1982-1986“ (1987), “Sechs Fotos” (1991), „Text - Schriften und Interviews“, (1993) oder “66 Zeichnungen - Halifax 1978” (1997).

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Arbeiten von Gerhard Richter



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