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Christian Rohlfs


1849 - 1938

Christian Rohlfs wurde am 22. November 1849 in Niendorf als Sohn eines Landwirts geboren.

Im Jahr 1864 wurde dem fünfzehnjährigen Christian Rohlfs durch eine schlechte Wiederherstellung einer Sturzverletzung am Knie das Bein amputiert. In den Jahren von 1870 bis 1884 studierte Christian Rohlfs an der Weimarer Kunstschule, wo er auch später lehrte.

Im Jahr 1873 hatte er wegen dieser Amputationen einen längeren Klinikaufenthalt und musste sein Studium unterbrechen. Bis zum Jahr 1904 unterhielt er noch ein Freiatelier an der Akademie. In seiner Weimarer Zeit war er ein beachteter Historien- und Genremaler, der sich am Stil des Naturalismus orientierte.

Der belgische Architekt Henry van de Velde vermittelte Rohlfs die Bekanntschaft mit dem Industriellen und Sammler Karl-Ernst Osthaus, der damals gerade das Museum Folkwang in Hagen aufbaute. Christian Rohlfs wurde an das Museum und siedelte im Jahr 1901 nach Hagen über. Dort wandte er sich in seinen Landschaftsbildern der impressionistischen Ausdruckskraft zu. Davon zeugen beispielsweise Werke mit Titeln wie“Märzmorgen an der Ilm“ aus dem Jahr 1884, „Weg nach Gelmeroda“ aus dem Jahr 1893 oder „Sternbrücke in Weimar“ aus dem Jahr 1887

In Hagen studierte er das Schaffen von Vincent van Gogh und Paul Gaugin, und er befasste sich mit der Technik des Pointillismus. Rohlfs suchte in der Farbe nach einer eigenen Ausdruckskraft, wie beispielsweise das Bild „Der blaue Berg“ aus dem Jahr 1912 zeigt. Im Jahr 1900 wurde er Mitglied der „Berliner Secession“.

Monateweise hielt er sich in den beiden Jahren 1905 und 1906 in Soest auf. Von den Motiven aus dieser Zeit zehrte der Künstler später noch. In Soest begegnete er dem expressionistischen Maler und Grafiker Emil Nolde, der ihn zur Aufgabe des Impressionismus inspirierte.

Ab dem Jahr 1908 wandte sich der Künstler der Technik der Druckgrafik und dabei besonders dem Holz- und Linolschnitt zu. Für Rohlfs war die druckgrafische Technik kein Verfahren zur Serienproduktion. Als Ausdruck dieser Haltung färbte er zu jedem Abzug den Druckstock neu ein. Auf diese Weise entstand zum Beispiel der Holzschnitt „Singvogel“ aus dem Jahr 1922 in verschiedenen Ausführungen mit unterschiedlichen Druckfarben und Übermalungen von Christian Rohlfs.

In der Zeit von 1910 bis 1926 konzentrierte sich Rohlfs auf religiöse Motive wie zum Beispiel in den im Jahr 1916 angefertigten Werken „Der verlorene Sohn bei den Dirnen“ oder die „Auferstehung“. Im Jahr 1918 entstand das Architekturbild „Kirche in Soest“ und ein Jahr später das Blumenbild „Rote Tulpe“.

Im Jahr 1921 entstand das Bild mit dem Titel „Türme von Soest“, das zu den Architekturbildern von Rohlfs zählt und von Farbformen und Linien geprägt ist. Ab dem Jahr 1916 begann der Künstler mit Aquarell- und Wassertemperafarben zu malen.

Ab dem Jahr 1926 gehören seine Bilder zum Alterswerk, das durch die Motive von Blumen und Landschaften gekennzeichnet ist. Tiefbraune, gelbe und blaue Tönen dominieren es. Vor allen Dingen die Landschaft und die Natur von Ascona inspirierten ihn zu dieser Motivik.

Die Nationalsozialisten stuften Christian Rohlfs und seine Werke als entartet ein, er erhielt in Deutschland Ausstellungsverbot. Das Nazi-Regime beschlagnahmte zahlreiche seiner Werke aus Museen und aus anderem öffentlichen Besitz. Der Künstler wurde aus der Preußischen Akademie der Künste in Berlin ausgeschlossen.

Christian Rohlfs entwickelte sich vom Landschaftsmaler im Freilicht zu einem Maler mit einer vielfältigen Motivik. Seine Merkmale der vereinfachten Formen und einer starken und flächigen Farbgebung machen ihn zum Expressionisten. Doch Rohlfs war ein Expressionist eigener Prägung, der seine Malweise und die Bildkomposition lyrisch ausgestaltete.

Christian Rohlfs starb am 8. Januar 1938 in Hagen.



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Arbeiten von Christian Rohlfs



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