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Emil Schumacher

1912-1999


1912
Am 29. August geboren in Hagen (Westfalen).
1932-35
Studium der freien Graphik an der Kunstgewerbeschule Dortmund.
1935-39
Tätigkeit als freier Maler - ohne Beteiligung an Kunstausstellungen.
1939-45
Während des Krieges als technischer Zeichner in einem Rüstungsbetrieb dienstverpflichtet.
1945
Schumacher wird wieder als freier Maler in Hagen tätig.
1947
Teilnahme an der Ausstellung "Junge Künstler zwischen Ruhr und Weser" in Recklinghausen, in deren Folge sich die Künstlervereinigung "junger westen" gründet.
1948
Kunstpreis "junger westen" der Stadt Recklinghausen.
1951
Die ersten ungegenständlichen Bilder entstehen.
1955
Teilnahme an der Ausstellung "Peinture et Sculpture non-figurative en Allemagne d´aujourd´hui" in Paris; erste große internationale Bestätigung.
1958
Guggenheim Award (National Section) New York, beteiligt sich an der 29. Biennale in Venedig.
1958-60
Professor an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.
1959
Teilnahme an der documenta 2 in Kassel.
1963
Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfahlen.
1964
Teilnahme an der documenta 3 mit drei eigens angefertigten Gemälden.
1966-77
Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.
1967-68
Gastprofessor an der Minneapolis School of Art, ausgedehnte Reisen durch die USA.
seit 1968
Mitglied der Akademie der Künste in Berlin.
seit 1982
Mitglied des Ordens Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste.
1991
Gastprofessur in Como an der Fondazione Ratti.
1999
Schumacher stirbt auf Ibiza.

Durch die große Bekanntheit, die Schumachers Werke in den 50er Jahren erlangten, zählte er schnell zu den international repräsentativen Vertretern der informellen Kunst. Die nun folgenden Werke, die Anfang der 60er Jahre entstanden, zeichneten sich aus durch graphische Elemente, die in Form filigraner Linien auf farbigem Untergrund verliefen. Es sind "Bewegungen, die zwar Form haben, weil der Formwille sie steuert, die aber nicht zu in sich gerundeten Formen - Figuren - führen." Die Formen bleiben frei von figurhaften Elementen. Emil Schumacher malt selten direkt auf die weiße Leinwand, häufig übermalt er ein Bild, um es dann einem erneuten Prozeß zu unterwerfen. Formen entstehen, um wieder verworfen und übermalt zu werden. Dieser Malvorgang geht häufig so lange weiter, bis Schumacher das zuvor Gemalte vollständig verdeckt und damit radikal verändert hat. Die Gefahr des Mißlingens, d.h. der Zerstörung des Bildes, geht der Künstler dabei ein. So hat er etwa eines der drei Bilder, die er 1964 für die Dokumenta III anfertigte, beim anschließenden Versuch, es zu verbessern, zerstört. Bei der Entstehung von Schumachers Werken spielt der Zeitfaktor eine andere Rolle als bei anderen Künstlern des Informell wie etwa Karl Otto Götz: Schumacher ist kein Aktionsmaler, seine Bilder entstehen über Tage und Wochen hinweg. Zwar beginnt er ein Werk häufig mit einer rasant hingezogenen Linie, die jedoch in der Folge ständig übermalt und verändert wird. Den Malakten folgen Phasen der Reflexion und Überprüfung, die sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. Auch die All-over Struktur, die sich bei einigen Künstlern des amerikanischen Abstrakten Expressionismus und des deutschen Informel findet, fehlt bei Schumacher. Die Leinwand kann zwar bei größeren Werken auf den Boden gelegt werden, sie muß aber auch immer wieder aufgestellt werden, damit das Bild eine eindeutige horizontale Gliederung erhält. Seinen individuellen Stil, den er Anfang der 50er Jahre vor dem Hintergrund des Informel entwickelte, hat Emil Schumacher bis zu seinem Tode 1999 beständig weiterentwickelt und verbessert. Stets sind seine Bilder kraftvoll und voller Intensität.



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Arbeiten von Emil Schumacher

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