Emil Nolde, Gartenblumen mit violetten und gelben Blüten, um 1950
Emil Nolde
«Gartenblumen mit violetten und gelben Blüten»
Aquarell auf Japan ; um 1950 ; 17 x 20 cm
Signiert
Prof. Dr. Manfred Reuther, Direktor der Stiftung Ada und Emil Nolde, Seebüll
Ausstellung:
Galerie Ludorff, "Emil Nolde", Düsseldorf 2010
Stadthalle Balingen, "Emil Nolde – Weltsicht, Farbe, Phantasie", Balingen 2008
Literatur:
Galerie Ludorff, "Emil Nolde", Ausst.-Kat. Nr. 130, Düsseldorf 2010
Annette Vogel/Magdalena M. Moeller (Hg.), "Emil Nolde – Weltsicht, Farbe, Phantasie", Ausst.-Kat. Stadthalle Balingen, München 2008
„Ich wollte im Malen auch immer gern, dass die Farben durch mich als Maler auf der Leinwand sich so folgerichtig auswirken, wie die Natur selbst ihre Gebilde schafft, wie Erz und Kristallisierung sich bilden, wie Moos und Algen wachsen, wie unter den Strahlen der Sonne die Blume sich entfaltet und blühen muss.“1)
Im Erblühen begriffen recken sich auch die Blumen auf unserem Aquarell „Gartenblumen mit violetten und gelben Blüten“ dem lebensspendenden Sonnenlicht entgegen. 1906 widmet sich Emil Nolde erstmals Blumen- und Gartendarstellungen, die ihn in wechselnder Intensität sein gesamtes Schaffen hindurch begleiten.
Für das hier vorliegende Blumenaquarell aus dem Spätwerk des Künstlers wählt Nolde ein kleines, intimes, nahezu quadratisches Format, um ein harmonisches Gleichgewicht der Natur, das fortwährende Wachsen und Gedeihen der Pflanzen darzustellen. Nahsichtig und formatfüllend sind die Blumen ins Bild gesetzt. Wie mehrere Sonnen erheben sich die in warmen Orange- und Gelbtönen erstrahlenden Gewächse, deren zarte Blütenstängel von dunkel-violetten Blumen schützend umrankt werden, vor dem hellblauen Himmel. Durch das Gegeneinandersetzen von hellen und dunklen Farbpartien steigert sich die Leuchtkraft der Farben zu einer ausdrucksstarken Intensität voll sprühender Lebendigkeit. Der flüssige, sich überlappende Farbauftrag vermittelt zudem den Eindruck einer schwebenden Leichtigkeit. Nolde erweist sich aufs Neue als grandioser Kolorist, der mit Farben den Klang der Natur ertönen lässt.

Anm.:
1) E mil Nolde, „Jahre der Kämpfe“, Köln 2002, S. 107.
Für weitere Informationen senden Sie bitte eine Email an: mail@ludorff.com