Ewald Mataré
Aachen, 25. Februar 1887 - 1965, Meerbusch-Büderich
Ewald Mataré
«Eingekauertes Rind II»
Bronze ; 1947 ; 9 x 13 x 5 cm
Signiert
Während des Zweiten Weltkriegs verlässt der Künstler Ewald Mataré mit Ehefrau und Tochter die zerbombte Landeshauptstadt und findet Unterschlupf im Kloster Eberbach. Nach Beendigung des Krieges kehrt die Familie nach Düsseldorf zurück. Mataré wird wieder an die Kunstakademie berufen, wo er an seine Lehrtätigkeit in den 1930er Jahren anknüpft. Einige Jahre später verlegt Mataré seinen Kunstunterricht in sein Atelierhaus nach Büderich, wo Lehrer und Schüler gemeinsam in einer persönlichen und entspannten Atmosphäre an ihren Kunstwerken arbeiten. Mataré möchte, dass seine Schüler – der prominenteste unter ihnen Joseph Beuys – ihr eigenes künstlerisches Profil entwickeln und sich nicht seiner Kunst verpflichtet fühlen. Nach 1945 steht der Plastiker wieder im Mittelpunkt seines künstlerischen Lebens. Mataré erhält Aufträge in großem Umfang auch aus dem Ausland. Höhepunkte seines Schaffens während dieser Jahre stellen u. a. die Portale am südlichen Querschiff des Kölner Doms, die 1947 begonnen wurden dar.
Aus dieser Zeit stammt unser kleiner Handschmeichler „Eingekauertes Rind“, welcher durch eine klare Geschlossenheit und eine besondere Kompaktheit besticht. Das in sich zusammengerollte Rind mit angewinkelten Hufen, liegt ruhend mit geschlossenen Augen vor dem Betrachter. Die halbmondförmigen Hörner bekrönen die Bronze. Die reliefartige und umrisshafte Zeichnung gibt den Charakter und die Stimmung des Tieres ausgezeichnet wieder. Die warme, bronzefarbene Patina unterstreicht die Geschlossenheit der Plastik. Matarés Beginn mit der Auseinandersetzung der Tierplastik datiert bis in die 20er Jahre zurück. Seit den 30er Jahren konzentriert sich Mataré fast ausschließlich auf die Tierwelt, insbesondere auf die Kuh. Schon damals beobachtet der Künstler gerne Kühe, wie er in Vitte auf Hiddensee in seinem Tagebuch festhält: „Als ich hierher kam, sah ich so recht, dass hier die Kühe so sind, wie ich sie als Erlebnis kenne. Ich weiß nicht, woran es liegen mag. Aber hier sind sie mir konform.“1) Im Entstehungsjahr unseres Rindes vermerkt Mataré, als er sich in Winterberg im Sauerland aufhält: „Ich begann auch dort gleich zu arbeiten […] Bei dem Studium der Kühe auf das plastische hin, entdeckte ich und ich kann es nur ein wahres Entdecken nennen, dass die ineinandergeschobenen Formen bestehen, von denen aber nur Teile durch ihr Ineinandergreifen das Tier sozusagen sichtbar werden lassen, das Tier also ein Teil eines viel größeren unsichtbaren Ganzen ist.“2)
In unserer Plastik „Eingekauertes Rind“ gelingt es Mataré das Flächenhafte und das Plastische miteinander in einer größtmöglichen Abstraktion zu vereinigen, ohne sich vom Naturvorbild zu lösen. Die Tierplastiken nehmen im Werk des Bildhauers eine dominierende Rolle ein, wobei die Kuh zum Symboltier des herausragenden plastischen Schaffens des rheinischen Künstlers Ewald Mataré wird.
Anmerkungen:
1) Ewald Mataré, „Tagebücher“, Köln 1973, 23. August 1930, S. 113.
2) Ebenda, 19. September 1947, S. 216.
Aus dieser Zeit stammt unser kleiner Handschmeichler „Eingekauertes Rind“, welcher durch eine klare Geschlossenheit und eine besondere Kompaktheit besticht. Das in sich zusammengerollte Rind mit angewinkelten Hufen, liegt ruhend mit geschlossenen Augen vor dem Betrachter. Die halbmondförmigen Hörner bekrönen die Bronze. Die reliefartige und umrisshafte Zeichnung gibt den Charakter und die Stimmung des Tieres ausgezeichnet wieder. Die warme, bronzefarbene Patina unterstreicht die Geschlossenheit der Plastik. Matarés Beginn mit der Auseinandersetzung der Tierplastik datiert bis in die 20er Jahre zurück. Seit den 30er Jahren konzentriert sich Mataré fast ausschließlich auf die Tierwelt, insbesondere auf die Kuh. Schon damals beobachtet der Künstler gerne Kühe, wie er in Vitte auf Hiddensee in seinem Tagebuch festhält: „Als ich hierher kam, sah ich so recht, dass hier die Kühe so sind, wie ich sie als Erlebnis kenne. Ich weiß nicht, woran es liegen mag. Aber hier sind sie mir konform.“1) Im Entstehungsjahr unseres Rindes vermerkt Mataré, als er sich in Winterberg im Sauerland aufhält: „Ich begann auch dort gleich zu arbeiten […] Bei dem Studium der Kühe auf das plastische hin, entdeckte ich und ich kann es nur ein wahres Entdecken nennen, dass die ineinandergeschobenen Formen bestehen, von denen aber nur Teile durch ihr Ineinandergreifen das Tier sozusagen sichtbar werden lassen, das Tier also ein Teil eines viel größeren unsichtbaren Ganzen ist.“2)
In unserer Plastik „Eingekauertes Rind“ gelingt es Mataré das Flächenhafte und das Plastische miteinander in einer größtmöglichen Abstraktion zu vereinigen, ohne sich vom Naturvorbild zu lösen. Die Tierplastiken nehmen im Werk des Bildhauers eine dominierende Rolle ein, wobei die Kuh zum Symboltier des herausragenden plastischen Schaffens des rheinischen Künstlers Ewald Mataré wird.
Anmerkungen:
1) Ewald Mataré, „Tagebücher“, Köln 1973, 23. August 1930, S. 113.
2) Ebenda, 19. September 1947, S. 216.
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