17.12.85
Gerhard Richter
«17.12.85»
Öl auf Karton ; 1985 ; 16 x 24 cm
Rückseitig signiert und datiert "17.12.85"
1932 wird Gerhard Richter in Dresden geboren. Nach der Mittleren Reife macht er eine Ausbildung zum Bühnen- und Werbemaler und bewirbt sich erfolgreich um Aufnahme zum Studium der freien Malerei und später der Wandmalerei an der Dresdner Kunstakademie. Nach einem Besuch der Documenta II, wo er mit der Abstrakten Malerei von Jackson Pollock und Lucio Fontana konfrontiert wird, beschließt Richter in den Westen zu gehen. 1961 siedelt der Künstler nach Düsseldorf über und beginnt ein zweijähriges Studium bei Karl Otto Götz. Später erhält er dort selbst eine Professur und lehrt von 1971 bis 1994 an der Kunstakademie. Im Pariser Centre Georges Pompidou erhält Richter 1977 seine erste große Einzelausstellung. 1983 zieht der Künstler nach Köln, wo er bis heute lebt und sein Atelier führt. Es folgen weltweite Ausstellungen seiner Werke, u. a. findet 2002/03 eine große Retrospektive im Museum of Modern Art in New York statt. 2003 werden seine Arbeiten umfassend im K20 - Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und 2008 im Kölner Museum Ludwig präsentiert. Sein monumentales Glasfenster im Seitenschiff des Kölner Doms wird ebenfalls im Jahr 2008 eingeweiht.

Richter setzt sich bereits zu Beginn der Sechziger Jahre erstmalig mit Photographien als Vorlagen für Gemälde auseinander. Er verwendet Aufnahmen aus den Medien, später auch eigene Photographien, die er malend vergrößert und überwiegend in grauweiß auf die Leinwand überträgt. Typisch für diese Bilder sind unscharfe Konturen, die das Dargestellte verfremden und den Betrachter auffordern, den Wahrheitsgehalt von Bildern und Medien infrage zu stellen.

Bereits in den Sechziger Jahren malt Richter auch vollständig abstrahierte Gemälde, die an industrielle Farbkarten erinnern. Erst seit den Achtziger Jahren setzt er sich jedoch intensiver mit der Abstraktion auseinander. Ähnlich wie in den Werken bedeutender Maler der Nachkriegsabstraktion spielt in Richters Arbeiten der frühen Achtziger Jahre der Gestus noch eine bedeutende Rolle. Dennoch gibt es bereits jetzt ein klares Konzept. Richter gibt die Grundausrichtung der Arbeit durch die klare vertikale Staffelung der drei Primärfarben vor und zeichnet mit seinem Pinsel lediglich Möglichkeiten von farblichen Überlagerungen ein. Hierbei kommt es bereits zu den so typischen, zufälligen Farbvermischungen, die später vollends in das Zentrum des Interesses Richters rücken werden.

Der Künstler setzt Farb- und Formenakzente, die dem Werk ein Eigenleben einhauchen. Der Betrachter fühlt sich von dem farbigen Spiel hingerissen und wird aufgefordert, sich ebenfalls mit den Möglichkeiten der Abstraktion auseinanderzusetzen.
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