Hermann Hesse, Häuser am Abend, 1918
Hermann Hesse
«Häuser am Abend»
Aquarell und Tusche auf Papier ; 1918 ; 28 x 20 cm
Dazu das handgeschriebene Gedicht mit zwölf Zeilen
Ausstellung:
Galerie Ludorff, "Hermann Hesse – Aquarelle des Dichters", Düsseldorf 2008
Literatur:
Galerie Ludorff, "Hermann Hesse - Der Anfang aller Kunst ist die Liebe - Aquarelle und Gedichte von Hermann Hesse", Düsseldorf 2012.
Galerie Ludorff, "Hermann Hesse (1877-1962) – Aquarelle des Dichters", Ausst.-Kat. Nr. 125, Düsseldorf 2008
Häuser am Abend

Im späten schrägen Goldlicht steht
Das Volk der Häuser still durchglüht,
In kostbar tiefen Farben blüht
Sein Feierabend wie Gebet.

Eins lehnt dem andern innig an,
Verschwistert wachsen sie am Hang,
Einfach und alt wie ein Gesang,
Den keiner lernt und jeder kann.

Gemäuer, Tünche, Dächer schief,
Armut und Stolz, Verfall und Glück,
Sie strahlen zärtlich, sanft und tief
Dem Tage seine Glut zurück.
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