Max Liebermann
Berlin, 20. Juli 1847 - 1935, Berlin
Max Liebermann
«Strandszene in Noordwijk»
Öl auf Leinwand / auf Karton ; 1908 ; 32 x 38 cm
Signiert
Im Sommer 1905 kehrt Liebermann mit seiner Familie nach einigen Jahren des Fernbleibens wieder nach Noordwijk zurück. Hier an der holländischen Nordseeküste wird der Künstler bis zum Bau seines Landhauses am Berliner Wannsee wiederholt die Sommermonate verbringen. Insbesondere der Sommer im Jahre 1908 ist sehr produktiv. Liebermann malt eine Reihe prachtvoller Strandbilder. Im August 1909 wohnt Liebermann mit seiner Familie in der Villa Elisabeth, die etwa 500 Meter vom Strand landeinwärts in den Dünen liegt. Von hier aus unternimmt der Künstler seine Spaziergänge entlang der See, die ihm zur Inspirationsquelle werden.
Haben Liebermann bis Mitte der Neunziger Jahre des vorvergangenen Jahrhunderts noch die einfachen arbeitenden Menschen, die Weber, Bauern und Netzflickerinnen interessiert, wagt er jetzt einen Neuanfang und ändert sein Repertoire. Er stellt nun die wohlhabenden Gäste bei ihren Freizeitvergnügungen dar und wendet sich der sinnesfrohen Malerei des Impressionismus mit seinen Farb-, Licht- und Bewegungsproblemen zu. Der Maler beginnt sich intensiv mit den Werken der französischen Impressionisten auseinanderzusetzen.1)
Hier an der Nordseeküste wird Liebermann aufmerksamer Beobachter der erholungssuchenden Kurgäste und vermögenden Urlauber, die er beim Baden, Flanieren, beim Reiten, beim Restaurantbesuch und bei sportlichen Aktivitäten, wie beispielsweise beim Tennis- und Polospiel festhält.
Aus dieser Phase stammt unser fröhliches Ölbild „Strandszene in Noordwijk“. Der Blick des Betrachters gleitet über den weiten Strand und das Meer. Unter leicht bewölktem Himmel tummeln sich im Vordergrund zwei Kinder, die neben einem Strandkorb mit einer Schaufel ausgerüstet buddeln und spielen. Im rechten Mittelgrund ist ein weiterer Strandkorb aufgestellt. Zur See hin sind Pferdekarren zu sehen, mittels derer sich die Sommergäste in entsprechender Bekleidung ins Wasser ziehen ließen. Denn es wäre höchst unschicklich gewesen etwa von der Unterkunft aus in Badekleidern an den Strand zu gehen.2)
Die Palette des Künstlers ist fröhlich und hell. Die türkisblauen Brandungswellen des Meeres laufen mit ihren weißen Schaumkronen sanft und leise entlang des Strandes bis hin zum Horizont in den rechten Bildgrund. In hellen braunen und beigen Farbtönen schildert Liebermann einen Moment der Ausgelassenheit und Ruhe. Mit raschem und lockerem Pinselstrich erfasst er in einer spontanen Niederschrift das im Augenblick Gesehene und Erlebte.
Anmerkungen:
1) Zu jener Zeit werden immer häufiger Ausstellungen mit den Werken fran- zösischer Künstler gezeigt und auch im Kunsthandel sind deren Bilder im Umlauf. Durch den Tod seines Vaters 1894 wird Liebermann Miterbe eines Millionenvermögens. Er ist nun in der Lage, Bilder der Franzosen zu erwerben. Seit dem Umzug der Familie Liebermann in die Wohnung am Pariser Platz 7, direkt am Brandenburger Tor, wird die Sammlung im- mer mehr erweitert. In kürzester Zeit entwickelt sich die Kunstsammlung des Malers zu einer der besten Kollektionen impressionistischer Kunst in ganz Deutschland.
2) Lt. Expertise von Herrn Professor Matthias Eberle.
Haben Liebermann bis Mitte der Neunziger Jahre des vorvergangenen Jahrhunderts noch die einfachen arbeitenden Menschen, die Weber, Bauern und Netzflickerinnen interessiert, wagt er jetzt einen Neuanfang und ändert sein Repertoire. Er stellt nun die wohlhabenden Gäste bei ihren Freizeitvergnügungen dar und wendet sich der sinnesfrohen Malerei des Impressionismus mit seinen Farb-, Licht- und Bewegungsproblemen zu. Der Maler beginnt sich intensiv mit den Werken der französischen Impressionisten auseinanderzusetzen.1)
Hier an der Nordseeküste wird Liebermann aufmerksamer Beobachter der erholungssuchenden Kurgäste und vermögenden Urlauber, die er beim Baden, Flanieren, beim Reiten, beim Restaurantbesuch und bei sportlichen Aktivitäten, wie beispielsweise beim Tennis- und Polospiel festhält.
Aus dieser Phase stammt unser fröhliches Ölbild „Strandszene in Noordwijk“. Der Blick des Betrachters gleitet über den weiten Strand und das Meer. Unter leicht bewölktem Himmel tummeln sich im Vordergrund zwei Kinder, die neben einem Strandkorb mit einer Schaufel ausgerüstet buddeln und spielen. Im rechten Mittelgrund ist ein weiterer Strandkorb aufgestellt. Zur See hin sind Pferdekarren zu sehen, mittels derer sich die Sommergäste in entsprechender Bekleidung ins Wasser ziehen ließen. Denn es wäre höchst unschicklich gewesen etwa von der Unterkunft aus in Badekleidern an den Strand zu gehen.2)
Die Palette des Künstlers ist fröhlich und hell. Die türkisblauen Brandungswellen des Meeres laufen mit ihren weißen Schaumkronen sanft und leise entlang des Strandes bis hin zum Horizont in den rechten Bildgrund. In hellen braunen und beigen Farbtönen schildert Liebermann einen Moment der Ausgelassenheit und Ruhe. Mit raschem und lockerem Pinselstrich erfasst er in einer spontanen Niederschrift das im Augenblick Gesehene und Erlebte.
Anmerkungen:
1) Zu jener Zeit werden immer häufiger Ausstellungen mit den Werken fran- zösischer Künstler gezeigt und auch im Kunsthandel sind deren Bilder im Umlauf. Durch den Tod seines Vaters 1894 wird Liebermann Miterbe eines Millionenvermögens. Er ist nun in der Lage, Bilder der Franzosen zu erwerben. Seit dem Umzug der Familie Liebermann in die Wohnung am Pariser Platz 7, direkt am Brandenburger Tor, wird die Sammlung im- mer mehr erweitert. In kürzester Zeit entwickelt sich die Kunstsammlung des Malers zu einer der besten Kollektionen impressionistischer Kunst in ganz Deutschland.
2) Lt. Expertise von Herrn Professor Matthias Eberle.
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