Junger Elefant
Renée Sintenis
«Junger Elefant»
Bronze ; 1926 ; 8 x 0 cm
Signiert mit dem Monogramm am rechten Hinterbein außen
Schon von klein auf übt die Tierwelt eine große Faszination auf die Künstlerin Renée Sintenis aus, die sie ihr ganzes Leben lang begleitet. Nachdem Sintenis ihr Studium der Bildhauerei in Berlin beendet hat, richtet sie das Hauptaugenmerk ihrer künstlerischen Tätigkeit auf die Fauna. Auch exotische Tiere, die nicht in der Heimat anzutreffen sind, wecken das Interesse der Plastikerin. Regelmäßige Besuche im Berliner Tiergarten sind Inspirationsquelle für neue Plastiken. Gerne verwendet Sintenis Wachs, Ton und Gips zur Modellierung ihrer Objekte - alle samt weiche Materialien, die sich gut formen lassen. Später werden diese Modelle in Bronze abgegossen. Marmor und Stein kommen für sie nicht in Betracht. Ein herausragendes Werk ist unser „Junger Elefant“, den sie 1926 in Bronze festhält. Den Rüssel leicht gebogen und die großen Ohren nach hinten geklappt, schreitet der Dickhäuter in sicherem Laufschritt voran. Vielleicht in Richtung einer willkommenen Abwechslung im Zoogehege, wie z. B. einer Fütterung. Trotz seiner imposanten Körpermasse wirkt der „sanfte Riese“ eher grazil und beweglich. Die Muskeln und Sehnen zeichnen sich deutlich ab und unterstreichen die natürliche Bewegung des Elefanten. Die Bronze bietet Sintenis auch hier die Möglichkeit
eine unruhige, flackernde und manchmal raue Oberfläche zu betonen. Mit ihrer Plastik gelingt es der Berliner Künstlerin das Typische im darzustellenden Tier einzufangen. Die Seele des Wesens kommt zum Vorschein, denn „so sind die Tiere der Sintenis ohne Bezug, ohne Thema, ohne Gefühl und Komik im menschlichen Sinne, das Tier als Tier, natürliche, nur künstlerischen stilisierte, weil geformte Natur. Es sind einfach Lebewesen, Geschöpfe, lebendige, tätige, oder ruhende oder schlafende Geschöpfe, die nur da einmal drollig sind, wo es in ihrem Wesen liegt, ohne dass es von uns, vom Künstler oder Beschauer in sie hineingedacht wird.“1)

Anmerkung.:
1) Hanna Kiel (Hg.), „Renée Sintenis“, Berlin 1935, S. 44.
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