Renée Sintenis
Glatz, 20. März 1888 - 22. April 1965, Berlin
Renée Sintenis
«Shetlandpony im Wind»
Bronze ; 1934 ; 8 x 0 cm
Signiert mit dem Monogramm hinten rechts
Ihre Kindheit verbringt die Künstlerin Renée Sintenis in Neuruppin, in dessen ländlicher Umgebung sie ihre Liebe zu den Tieren, vor allem den Pferden entdeckt. Nach ihrer schulischen Ausbildung entscheidet sich die junge Frau für ein künstlerisches Studium, welches sie 1902 mit Zeichenunterricht in Stuttgart beginnt. Anschließend setzt Sintenis ihre Ausbildung im Bereich der Malerei in Berlin an der Kunstgewerbeschule bei Leo von König fort, entscheidet sich aber dann für die Bildhauerei und studiert bei Wilhelm Haverkamp, der sie zu seiner Meisterschülerin beruft. Die Formation zur Bildhauerin ist zu jener Zeit eher eine Ausnahme, denn Frauen wird die anstrengende körperliche Arbeit mit Marmor und Meißel nicht zugetraut. Mit dem physischen Einsatz hat die junge Frau keine Probleme, da sie sehr sportlich und ausdauernd ist. Ihre Eltern sind mit den Ausbildungsplänen der Tochter zwar nicht glücklich, dennoch setzt sich Sintenis durch und schlägt eine erfolgreiche Laufbahn als Künstlerin ein. Die Plastikerin konzentriert sich nun auf kleinere Formate und Bronzegüsse. In ihrem ersten Arbeitsschritt formt sie zunächst aus Draht ein Modell, das auf einer Holzplatte montiert ist. Danach wird die Form mit hartem Wachs überzogen, „dem sie mit Hilfe einer erhitzten Spachtel die gewünschte Form gibt“.1) Sie modelliert die Masse eher sparsam, sodass sie tief ins Detail gehen kann und am anschließend genommenen Gipsguss nur noch geringfügige Korrekturen vornehmen muss. Nach dem Gipsmodell entsteht dann der endgültige Bronzeguss, den Sintenis häufig selbst ziseliert und dessen Patina sie von Blaugrau über Rostrot bis hin zum polierten Goldglanz variiert.
Im Jahr 1915 bietet sich der Künstlerin die Möglichkeit in der Berliner Secession auszustellen, wodurch sie Eintritt zu der Berliner Kunstszene bekommt. Es folgen mehrere Ausstellungen in der Galerie Flechtheim und ab 1925 ist Sintenis fester Bestandteil der wichtigsten Künstlerkreise in Berlin. 1931 wird Sintenis an die Preußische Akademie der Künste berufen. Dort unterrichtet sie bis 1955, jedoch aufgrund des Zweiten Weltkriegs mit Unterbrechungen. Das Hauptaugenmerk der Künstlerin liegt auf der Darstellung von Tieren in kleineren Formaten und Bronzegüssen. Sintenis richtet sich in ihren Tierdarstellungen nicht nach bestimmten Normen, sondern möchte die Seele des Tieres einfangen. Sie setzt sich mit dem exakten Studium der verschiedenen Tierrassen auseinander, die sie in ihrem ganzen künstlerischen Schaffen begleiten. Schon als Kind begeistert sich Sintenis für die Huftiere und mit Ihrem ersten Verdienst kauft sie sich ein Reitpferd. In den dreißiger und vierziger Jahren erarbeitet Sintenis verschiedene Ponys, die den Pferden in Haltung und Bewegung mitunter sehr ähneln. Aus dieser Phase stammt unser „Shetlandpony im Wind“. Mit seinem kleinen und kräftigen Körper stemmt sich das Pony gegen den peitschenden Wind, der ihm von hinten über den Schweif und die Mähne bläst. Die struppige Mähne umweht den Kopf. Den linken Vorder- und den rechten Hinterhuf angewinkelt, bringt das Pony all seine Kraft gegen den Wind auf. Sintenis gelingt es künstlerisch virtuos, einen typischen Moment im Leben des Ponys darzustellen. Mit seinem buschigen Schweif und dem belebt modellierten Körper reiht sich das Shetlandpony in die Reihe der hervorragenden Plastiken der Berliner Künstlerin ein.
Anmerkung.:
1) Gerhard Marcks, „Gedenkworte für Renée Sintenis“ in: „Orden Pour le mérite, Reden und Gedenkworte VII“, rezitiert in: Britta E. Buhlmann, „Renée Sintenis – Werkmonographie der Skulpturen“, Darmstadt 1987, S. 18.
Im Jahr 1915 bietet sich der Künstlerin die Möglichkeit in der Berliner Secession auszustellen, wodurch sie Eintritt zu der Berliner Kunstszene bekommt. Es folgen mehrere Ausstellungen in der Galerie Flechtheim und ab 1925 ist Sintenis fester Bestandteil der wichtigsten Künstlerkreise in Berlin. 1931 wird Sintenis an die Preußische Akademie der Künste berufen. Dort unterrichtet sie bis 1955, jedoch aufgrund des Zweiten Weltkriegs mit Unterbrechungen. Das Hauptaugenmerk der Künstlerin liegt auf der Darstellung von Tieren in kleineren Formaten und Bronzegüssen. Sintenis richtet sich in ihren Tierdarstellungen nicht nach bestimmten Normen, sondern möchte die Seele des Tieres einfangen. Sie setzt sich mit dem exakten Studium der verschiedenen Tierrassen auseinander, die sie in ihrem ganzen künstlerischen Schaffen begleiten. Schon als Kind begeistert sich Sintenis für die Huftiere und mit Ihrem ersten Verdienst kauft sie sich ein Reitpferd. In den dreißiger und vierziger Jahren erarbeitet Sintenis verschiedene Ponys, die den Pferden in Haltung und Bewegung mitunter sehr ähneln. Aus dieser Phase stammt unser „Shetlandpony im Wind“. Mit seinem kleinen und kräftigen Körper stemmt sich das Pony gegen den peitschenden Wind, der ihm von hinten über den Schweif und die Mähne bläst. Die struppige Mähne umweht den Kopf. Den linken Vorder- und den rechten Hinterhuf angewinkelt, bringt das Pony all seine Kraft gegen den Wind auf. Sintenis gelingt es künstlerisch virtuos, einen typischen Moment im Leben des Ponys darzustellen. Mit seinem buschigen Schweif und dem belebt modellierten Körper reiht sich das Shetlandpony in die Reihe der hervorragenden Plastiken der Berliner Künstlerin ein.
Anmerkung.:
1) Gerhard Marcks, „Gedenkworte für Renée Sintenis“ in: „Orden Pour le mérite, Reden und Gedenkworte VII“, rezitiert in: Britta E. Buhlmann, „Renée Sintenis – Werkmonographie der Skulpturen“, Darmstadt 1987, S. 18.
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