Stehende im plissierten Kleid
Robert Metzkes
«Stehende im plissierten Kleid»
Terrakotta, engobiert ; 2007 ; 164 x 0 cm
Auf der Rückseite des Sockels mit dem Monogramm signiert
Der Bildhauer Robert Metzkes wird 1954 in Pirna, in der Sächsischen Schweiz nahe Dresden in eine Künstlerfamilie hineingeboren. Sein Vater ist der Maler Harald Metzkes, der berühmt ist für seine figürliche Malerei. Seine Mutter Elrid Metzkes zählt zu den bekanntesten Tappisserieweberinnen in Deutschland. Metzkes Schwester Verena Hann ist heute als Keramikerin tätig, ihr Mann Wilfried Hann arbeitet eng mit einer Vielzahl bedeutenderBildhauer als Bronzegießer zusammen. In Dresden studiert Metzkes von 1972 bis 1977 an der Hochschule für Bildende Künste bei Helmut Heinze und Gerd Jaeger. Zunächst beschäftigt sich der Bildhauer mit Bronzeskulpturen, sattelt ab Mitte der achtziger Jahre auf Terrakotta um. Nach seiner Ausbildung geht der Künstler nach Berlin und lässt sich an der Spree als freischaffender Künstler nieder, wo er bis heute arbeitet. Es folgen diverse Ausstellungen und 1983 wird Metzkes der Gustav-Weidanz-Preis der Burg Giebichstein, Halle, verliehen. Metzkes ist mit der Malerin Barbara Putbrese verheiratet. In unserer Ausstellung zeigen wir die „Stehende im plissierten Kleid“ in der Variante von 2007, eine Terrakotta, die Metzkes 2001 entwirft. Erhaben und fest geerdet steht die Plastik auf dem Boden. Die dunkelhaarige Schöne aus Ton mit griechischer Nase scheint durch den Betrachter hindurchzuschauen, ihr Blick verliert sich im Raum. Das rotbräunlich schimmernde, plissierte Gewand umschmeichelt ihren ruhigen Körper. Das Haar trägt sie nach hinten zu einem Dutt geknotet, welches die klaren Gesichtszüge hervorhebt. Die Haut der Frau wirkt zart, gibt aber auch die Härte des Materials wieder. In realistischen gedämpften Farben strahlt die Figur Wärme und Erhabenheit aus.
Mit der Verwendung der Terrakotta belebt Metzkes eine Technik aus der Antike und aus der Renaissance wieder. Der Künstler trennt von einem Tonblock einzelne Platten ab, die er dann später wieder zusammensetzt. Terrakotta ist in der Verarbeitung härter als der elastischere Bronzeguss, jedoch lässt sich die Farbe leichter auftragen. Metzkes bemalt die Figur vor dem Brennen mit einem eingefärbten Tonschlicker (Engobe), der je nach Auftragsweise nach dem Brennen eine matte bis mattglänzende Oberfläche ergibt. Die Verwendung von Ton und die Technik des Engobierens ist auf Metzkes Schwester zurückzuführen, die ihn mit der Materie vertraut gemacht hat. Die Frauenfigur strahlt eine klassische Schönheit und Würde aus. Anmutig und zugleich sinnlich fügt sich die Terrakotta in die Umgebung ein. Der Künstler „[…] interessiert sich für Körperhaltung, für Gegenübersein und Miteinander von Figuren. Für den Bildhauer werden auch die unscheinbaren Flächen zwischen Auge, Braue, Nase und Mund zu architektonischen Aufgaben, die abbildend zum Wesen des Dargestellten führen sollen. Dabei hält er das glückliche Gefühl fest, die weiße Haut, den roten Mund, das schwarze Haar nie ganz begreifen zu können und einem der großen Naturwunder gegenüber zu sein. Wenn Robert Metzkes für sein Berührtsein von diesem Wunder eine Form findet, so tritt an die Stelle der Teilnahmslosigkeit der Natur an unserer Wahrnehmung eine Erscheinung, die dem Zufall und der Vergänglichkeit ihres natürlichen Vorbildes enthoben ist.“1) Die „Stehende im plissierten Kleid“ gehört zu den herausragenden, fast lebensgroßen Werken, die Robert Metzkes in den vergangenen zehn Jahren erschaffen hat.

Anmerkung.:

1) Jörg Makarinus, „Robert Metzkes – Terrakotten und Bronzen“, Berlin 2003, o.S.
Ausführliche Informationen zum Download: Werkangaben als PDF
Mehr Informationen erhalten Sie unter: mail@ludorff.com