Heinrich Nauen, Gladiolen, ~1930
Heinrich Nauen
«Gladiolen»
Öl und Gouache auf Malkarton ; ca.1930 ; 60 x 50 cm
Signiert
Expertise: Dr. Klara Drenker-Nagels, Bonn
Ausstellung:
August Macke Haus Bonn, "Treffpunkt und Topos: Schloss Dillborn 1911-1931. Das Künstlerehepaar Heinrich Nauen und Marie von Malachowski und seine Gäste", Bonn 2011
Kaiser Wilhelm Museum, "Heinrich Nauen – Gedächtnisausstellung", Krefeld 1948
Literatur:
"Treffpunkt und Topos: Schloss Dillborn 1911-1931. Das Künstlerehepaar Heinrich Nauen und Marie von Malachowski und seine Gäste", Ausst.-Kat. August Macke Haus e.V. Bonn/Stadt Viersen/Kunstmuseum Ahlen, Bönen 2011.
Fritz Malcomess/Klara Drenker-Nagles, "Heinrich Nauen, 1880-1940: Monographie und Werkverzeichnis", Köln 1996
Kaiser Wilhelm Museum, "Heinrich Nauen – Gedächtnisausstellung", Ausst.-Kat., Krefeld 1948
Heinrich Nauen ist neben August Macke der bedeutendste Vertreter der „Rheinischen Expressionisten“ − einer Künstlergemeinschaft, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts neben den Künstlern der „Brücke“ und dem „Blauen Reiter“ zu den bekanntesten Vereinigungen junger Künstler in Deutschland zählt.
Der im Jahr 1880 geborene Nauen entstammt einer Krefelder Bäckerfamilie und äußert schon in seiner Kindheit den Wunsch, Maler zu werden. Seine künstlerische Laufbahn beginnt er 1898 an der Kunstakademie in Düsseldorf, weitere Stationen seiner Ausbildung sind im Anschluss daran München und Stuttgart. In der flandrischen Künstlerkolonie Sint-Martens-Latem, wo er einige Jahre lebt, erfährt Nauen wichtige Einflüsse für seine weitere künstlerische Entwicklung. Außerdem knüpft er zu dieser Zeit erste Kontakte zur Berliner Sezession und beteiligt sich auch an den Ausstellungen der Künstlervereinigung. Nach einem mehrmonatigen Parisaufenthalt kehrt der Künstler 1911 in seine niederrheinische Heimat zurück und lässt sich auf Schloss Dilborn dauerhaft nieder. Im Jahr 1912 ist Nauen an der legendären Sonderbund-Ausstellung in Köln beteiligt und ein Jahr später an der von August Macke initiierten „Ausstellung Rheinischer Expressionisten“ in Bonn. Kurz darauf richtet ihm der renommierte Galerist Alfred Flechtheim in Düsseldorf eine erste Einzelausstellung aus. Anfang der Zwanziger Jahre wird Nauen dann als Professor an die dortige Kunstakademie berufen, wo er neben Otto Dix, Heinrich Campendonk und Paul Klee unterrichtet. Unser hochformatiges Blumenstillleben „Gladiolen“ aus dem Jahr 1930 ist Nauens Spätwerk zuzuordnen. Vor einem in verschiedenen
Grüntönen changierenden Hintergrund ist ein Strauß verschiedenfarbiger Gladiolen zu sehen. Die in intensiv leuchtenden Rot-, Orange- und Blautönen wiedergegebenen Blüten stehen im Mittelpunkt der Darstellung und werden ganz ohne schmückendes Beiwerk dargestellt. Im malerischen Werk Heinrich Nauens sind Blumenstillleben ein zentrales Motiv. Der Kunsthistoriker Max Creutz beschreibt in seiner Publikation über den Künstler dessen Vorliebe für dieses Sujet wie folgt: „Die Blumenstücke bleiben das Schönste, was Nauen geschaffen hat. Bisweilen leuchten sie in sprühendem Farbenzauber auf, im Schmelz der Farben aufs zarteste ineinander verwoben. Bei andern wieder ist rein formal der Aufbau der Komposition betont.“1)

Anm.:
1) Dr. Max Creutz, „Heinrich Nauen“, Mönchengladbach 1926, S. 20.
Für weitere Informationen senden Sie bitte eine Email an: mail@ludorff.com