Meisterwerke des Expressionismus
09. Oktober 2011 bis 04. Februar 2012
Heinrich Nauen
«Grabender Bauer»
Öl auf Leinwand ; 1908 ; 70 x 60 cm
Rückseitig signiert, datiert und "W.K.2.II." bezeichnet
Provenienz:
Atelier des Künstlers; Privatsammlung Walter Kaesbach Stadtmuseum Mönchengladbach (seit 1922); 1937 Beschlagnahme durch die Nationalsozialisten im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“; Bernhard Boehmer, Güstrow; Privatsammlung Niedersachsen
Atelier des Künstlers; Privatsammlung Walter Kaesbach Stadtmuseum Mönchengladbach (seit 1922); 1937 Beschlagnahme durch die Nationalsozialisten im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“; Bernhard Boehmer, Güstrow; Privatsammlung Niedersachsen
Ausstellung:
Städtische Ausstellungshalle am Aachener Tor, "Internationale Kunstausstellung des Sonderbundes Westdeutscher Kunstfreunde zu Cöln", Köln 1912
Städtisches Museum Mönchengladbach, "Bilder, Aquarelle und Zeichnungen. Rohlfs, Nauen, Feininger, Heckel, Nolde im Städtischen Museum Mönchengladbach", Mönchengladbach 1922
Galerie Alfred Flechtheim, "Erste Kollektivausstellung. Heinrich Nauen", Düsseldorf 1914
Stiftung Dr. Walter Kaesbach im Karl-Brandts-Haus Mönchengladbach, "Bilder, Aquarelle, Zeichnungen. Campendonk, Feininger, Heckel, Kirchner, Lehmbruck, Macke, Müller, Nauen, Nolde, Pechstein, Rohlfs, Schmidt-Rottluff", Mönchengladbach 1928
Städtische Ausstellungshalle am Aachener Tor, "Internationale Kunstausstellung des Sonderbundes Westdeutscher Kunstfreunde zu Cöln", Köln 1912
Städtisches Museum Mönchengladbach, "Bilder, Aquarelle und Zeichnungen. Rohlfs, Nauen, Feininger, Heckel, Nolde im Städtischen Museum Mönchengladbach", Mönchengladbach 1922
Galerie Alfred Flechtheim, "Erste Kollektivausstellung. Heinrich Nauen", Düsseldorf 1914
Stiftung Dr. Walter Kaesbach im Karl-Brandts-Haus Mönchengladbach, "Bilder, Aquarelle, Zeichnungen. Campendonk, Feininger, Heckel, Kirchner, Lehmbruck, Macke, Müller, Nauen, Nolde, Pechstein, Rohlfs, Schmidt-Rottluff", Mönchengladbach 1928
Literatur:
Max Creuz, "Heinrich Nauen", Mönchengladbach 1926
Fritz Malcomess/Klara Drenker-Nagles, "Heinrich Nauen, 1880-1940: Monographie und Werkverzeichnis", Köln 1996
Städtisches Kunstmuseum Bonn/Kaiser Wilhelm Museum Krefeld/Von der Heydt-Museum Wuppertal, "Die Rheinischen Expressionisten. August Macke und seine Malerfreunde", Ausst.-Kat., Recklinghausen, 1979
Albert Braun, "Heinrich Nauen – der Maler des Niederrheins"; in: Die Heimat, 42/1971
Franz Roh, "Entartete Kunst. Kunstbarbarei im dritten Reich", Hannover 1962
Städtisches Museum Mönchengladbach, "Oskar-Kühlen-Stiftung. Bestandskatalog II. Heinrich Nauen. Mit einem Beitrag über Dr. Walter Kaesbach und seine Stiftung", Mönchengladbach 1958
Stiftung Dr. Walter Kaesbach im Karl-Brandts-Haus Mönchengladbach, "Bilder, Aquarelle, Zeichnungen. Campendonk, Feininger, Heckel, Kirchner, Lehmbruck, Macke, Müller, Nauen, Nolde, Pechstein, Rohlfs, Schmidt-Rottluff", Ausst.-Kat., Mönchengladbach 1928
Paul Brandt, "Schaffende Arbeit und bildende Kunst. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart", Leipzig 1927
Edwin Suermondt, "Heinrich Nauen", in: Der Cicerone, 14/1922
Edwin Suermondt, "Heinrich Nauen.", (Junge Kunst Bd. 29), Leipzig 1922
Städtisches Museum Mönchengladbach, "Bilder, Aquarelle und Zeichnungen. Rohlfs, Nauen, Feininger, Heckel, Nolde im Städtischen Museum Mönchengladbach", Ausst.-Kat., Mönchengladbach 1922
Galerie Alfred Flechtheim, "Erste Kollektivausstellung. Heinrich Nauen", Ausst.-Kat., Düsseldorf 1914
Städtische Ausstellungshalle am Aachener Tor, "Internationale Kunstausstellung des Sonderbundes Westdeutscher Kunstfreunde zu Cöln",Ausst.-Kat., Köln 1912
Hermann von Wedderkop, "Führer zur Sonderbundausstellung 1912", Köln 1912
Dr. P. J. C., "Mönchengladbach. Walter Kaesbachstiftung", in: Hellweg, 2/1922
Edwin Suermondt, "Heinrich Nauen", in: Jahrbuch der Jungen Kunst, 3/1922
Max Creuz, "Heinrich Nauen", Mönchengladbach 1926
Fritz Malcomess/Klara Drenker-Nagles, "Heinrich Nauen, 1880-1940: Monographie und Werkverzeichnis", Köln 1996
Städtisches Kunstmuseum Bonn/Kaiser Wilhelm Museum Krefeld/Von der Heydt-Museum Wuppertal, "Die Rheinischen Expressionisten. August Macke und seine Malerfreunde", Ausst.-Kat., Recklinghausen, 1979
Albert Braun, "Heinrich Nauen – der Maler des Niederrheins"; in: Die Heimat, 42/1971
Franz Roh, "Entartete Kunst. Kunstbarbarei im dritten Reich", Hannover 1962
Städtisches Museum Mönchengladbach, "Oskar-Kühlen-Stiftung. Bestandskatalog II. Heinrich Nauen. Mit einem Beitrag über Dr. Walter Kaesbach und seine Stiftung", Mönchengladbach 1958
Stiftung Dr. Walter Kaesbach im Karl-Brandts-Haus Mönchengladbach, "Bilder, Aquarelle, Zeichnungen. Campendonk, Feininger, Heckel, Kirchner, Lehmbruck, Macke, Müller, Nauen, Nolde, Pechstein, Rohlfs, Schmidt-Rottluff", Ausst.-Kat., Mönchengladbach 1928
Paul Brandt, "Schaffende Arbeit und bildende Kunst. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart", Leipzig 1927
Edwin Suermondt, "Heinrich Nauen", in: Der Cicerone, 14/1922
Edwin Suermondt, "Heinrich Nauen.", (Junge Kunst Bd. 29), Leipzig 1922
Städtisches Museum Mönchengladbach, "Bilder, Aquarelle und Zeichnungen. Rohlfs, Nauen, Feininger, Heckel, Nolde im Städtischen Museum Mönchengladbach", Ausst.-Kat., Mönchengladbach 1922
Galerie Alfred Flechtheim, "Erste Kollektivausstellung. Heinrich Nauen", Ausst.-Kat., Düsseldorf 1914
Städtische Ausstellungshalle am Aachener Tor, "Internationale Kunstausstellung des Sonderbundes Westdeutscher Kunstfreunde zu Cöln",Ausst.-Kat., Köln 1912
Hermann von Wedderkop, "Führer zur Sonderbundausstellung 1912", Köln 1912
Dr. P. J. C., "Mönchengladbach. Walter Kaesbachstiftung", in: Hellweg, 2/1922
Edwin Suermondt, "Heinrich Nauen", in: Jahrbuch der Jungen Kunst, 3/1922
Einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass wir ein lange verschollenes Gemälde des rheinischen Expressionisten Heinrich Nauen wiederentdecken konnten: Das farbenprächtige Ölgemälde „Grabender Bauer“ aus dem Jahr 1908 befand sich lange Zeit in der bedeutenden Kunstsammlung Walter Kaesbachs.
Kaesbach, der als Museumsdirektor in Erfurt und später als Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie bereits sehr früh eine prächtige Sammlung herausragender Werke des deutschen Expressionismus zusammengetragen hatte, übereignete 1922 seiner Vaterstadt Mönchengladbach 97 Kunstwerke ersten Ranges. Zu dieser Sammlung gehörte auch das vorliegende Gemälde, bis sich im Jahr 1937 seine Spur verliert, als die Nationalsozialisten die deutschen Museen enteigneten und die sogenannte “Entartete Kunst” entfernen ließen. Nach einer langjährigen Recherche wissen wir heute, dass die Deutschen Museen entschädigt wurden und, dass das Gemälde im Auftrag der Nationalsozialisten vom Kunsthändler Bernhard A. Böhmer in Obhut genommen wurde und verkauft werden sollte. Dieser behielt es jedoch und vererbte es an die Eltern des heutigen Eigentümers weiter.
Jahrelang befand sich das Werk unentdeckt in Privatbesitz und ist nun erstmalig nach über siebzig Jahren wieder öffentlich zugänglich. Heinrich Nauen, der dieses Bild 1908 erschafft, wird 1880 in Krefeld geboren. Wichtige Impulse für seine künstlerische Entwicklung erfährt er zunächst in der flandrischen Künstlerkolonie Sint-Martens-Latem und später in Paris, wohin er mit seiner Frau Marie von Malachowski, die ebenfalls Malerin ist, im Jahr 1905 reist. Dort schreiben sich beide an der renommierten Académie Julian ein. In Frankreich begeistert sich Nauen besonders für die Werke der französischen Impressionisten und für die Arbeiten Vincent van Goghs, dessen Einfluss insbesondere im Frühwerk sehr deutlich wird. Unsere in
leuchtenden Ölfarben bemalte Leinwand zeigt einen Bauern bei der Feldarbeit. Der Körper des Mannes ist tief über den Spaten gebeugt, mit dem er die brachliegende Erde mühsam umgräbt. Barfüßig steht der Arbeiter im Feld, seine wenigen Habseligkeiten – ein Hut und eine Flasche – liegen neben ihm im Gras. Die ihn umgebende Landschaft erstreckt sich leicht ansteigend bis zum Horizont. Die Tatsache, dass am rechten Bildrand ein Heuhaufen dargestellt ist, lässt vermuten, dass es Spätsommer ist. Die Umrisslinien des Landarbeiters sind nur zart angedeutet, wodurch die Gestalt fast mit der im Hintergrund dargestellten ländlichen Umgebung verschwimmt. Diesen Eindruck verstärkt auch die Farbwahl, die sich nicht an natürliche Vorgaben hält, sondern frei interpretiert ist. Nauen lässt die Erde in leuchtendem Pink und loderndem Orange erstrahlen, der Strohhaufen ist nicht nur in einem natürlichen Gelbton umgesetzt, sondern von Pinselstrichen in allen nur erdenklichen Farbtönen durchsetzt. Dieser freie Umgang mit Farbe verleiht dem Werk eine ungeheure Intensität und atmosphärische Dichte und lässt die einzelnen Farbtöne umso intensiver erstrahlen. Heinrich Nauen betont in seiner bildfüllenden, monumentalisierten Darstellung des Bauern das Mühevolle und Anstrengende des Landlebens. Thematisch lässt sich hier eine große Nähe zu den Werken des Franzosen François Millet und dem Werk Vincent van Goghs nachweisen, denn auch bei ihnen nimmt das bäuerliche Leben einen großen Stellenwert im künstlerischen Gesamtwerk ein. Klara Drenker-Nagels, die Autorin des Werkverzeichnisses betont in ihrer Untersuchung denn auch, dass „kein anderes Thema [...] den Künstler so häufig und intensiv gefesselt hat, wie das Sujet des auf dem Feld rbeitenden Menschen.“1) Dass es sich bei unserem Werk um ein besonders herausragendes Beispiel handelt, belegt unter anderem auch die Tatsache, dass es bereits 1912 auf einer der wichtigsten Ausstellungen zur Kunst der europäischen Moderne vor dem Ersten Weltkrieg zu sehen war. Die Kölner „Sonderbund“-Schau, auf der insgesamt sechs Werke Nauens ausgestellt waren, hatte den Anspruch, einen „Überblick über den Stand der jüngsten Bewegung in der Malerei“ aufzuzeigen. Rückblickend wurde sie ihren Zielen denn auch insofern gerecht, als dass sie von der kunsthistorischen Forschung einstimmig als wichtiges Instrument zur Manifestierung der Moderne in Deutschland gewertet wird. Auch Walter Kaesbach, der die Arbeit von Nauen erwarb, leistete mit der Entdeckung und Förderung zahlreicher junger Künstler und durch seinen unermüdlichen Einsatz einen wichtigen Beitrag für die Fortentwicklung des Expressionismus in Deutschland. Der Grundstein für die Kunstsammlung Kaesbachs wurde 1904 mit einem Werk von Christian Rohlfs gelegt. Nur kurze Zeit später, im Jahr 1906, lernt Kaesbach dann den zu dieser Zeit ebenfalls in Berlin ansässigen Heinrich Nauen kennen und es entwickelt sich rasch eine enge Freundschaft zwischen den beiden Kunstliebhabern rheinischer Herkunft. Der Kunsthistoriker beginnt fortan Werke Nauens zu sammeln und den Künstler zu unterstützen. Als Walter Kaesbach sich 1922 entschloss, seiner Vaterstadt Mönchengladbach die inzwischen beachtlich gewachsene Kunstsammlung zu übergeben, zählte diese 97 Bilder junger deutscher Künstler und sie enthielt dabei ausschließlich
Werke des Deutschen Expressionismus – darunter Arbeiten von Nauen, Rohlfs, Feininger, Heckel und Nolde. Heinrich Nauen war mit 41 Bildern jedoch am stärksten vertreten. Diese Tatsache belegt die Verbundenheit von Kaesabach und Nauen, dessen Biografien aufs Engste miteinander verwoben sind.
Anm.:
1) Fritz Malcomess/Klara Drenker-Nagles, "Heinrich Nauen, 1880-1940: Monographie und Werkverzeichnis", Köln 1996, S. 56.
Kaesbach, der als Museumsdirektor in Erfurt und später als Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie bereits sehr früh eine prächtige Sammlung herausragender Werke des deutschen Expressionismus zusammengetragen hatte, übereignete 1922 seiner Vaterstadt Mönchengladbach 97 Kunstwerke ersten Ranges. Zu dieser Sammlung gehörte auch das vorliegende Gemälde, bis sich im Jahr 1937 seine Spur verliert, als die Nationalsozialisten die deutschen Museen enteigneten und die sogenannte “Entartete Kunst” entfernen ließen. Nach einer langjährigen Recherche wissen wir heute, dass die Deutschen Museen entschädigt wurden und, dass das Gemälde im Auftrag der Nationalsozialisten vom Kunsthändler Bernhard A. Böhmer in Obhut genommen wurde und verkauft werden sollte. Dieser behielt es jedoch und vererbte es an die Eltern des heutigen Eigentümers weiter.
Jahrelang befand sich das Werk unentdeckt in Privatbesitz und ist nun erstmalig nach über siebzig Jahren wieder öffentlich zugänglich. Heinrich Nauen, der dieses Bild 1908 erschafft, wird 1880 in Krefeld geboren. Wichtige Impulse für seine künstlerische Entwicklung erfährt er zunächst in der flandrischen Künstlerkolonie Sint-Martens-Latem und später in Paris, wohin er mit seiner Frau Marie von Malachowski, die ebenfalls Malerin ist, im Jahr 1905 reist. Dort schreiben sich beide an der renommierten Académie Julian ein. In Frankreich begeistert sich Nauen besonders für die Werke der französischen Impressionisten und für die Arbeiten Vincent van Goghs, dessen Einfluss insbesondere im Frühwerk sehr deutlich wird. Unsere in
leuchtenden Ölfarben bemalte Leinwand zeigt einen Bauern bei der Feldarbeit. Der Körper des Mannes ist tief über den Spaten gebeugt, mit dem er die brachliegende Erde mühsam umgräbt. Barfüßig steht der Arbeiter im Feld, seine wenigen Habseligkeiten – ein Hut und eine Flasche – liegen neben ihm im Gras. Die ihn umgebende Landschaft erstreckt sich leicht ansteigend bis zum Horizont. Die Tatsache, dass am rechten Bildrand ein Heuhaufen dargestellt ist, lässt vermuten, dass es Spätsommer ist. Die Umrisslinien des Landarbeiters sind nur zart angedeutet, wodurch die Gestalt fast mit der im Hintergrund dargestellten ländlichen Umgebung verschwimmt. Diesen Eindruck verstärkt auch die Farbwahl, die sich nicht an natürliche Vorgaben hält, sondern frei interpretiert ist. Nauen lässt die Erde in leuchtendem Pink und loderndem Orange erstrahlen, der Strohhaufen ist nicht nur in einem natürlichen Gelbton umgesetzt, sondern von Pinselstrichen in allen nur erdenklichen Farbtönen durchsetzt. Dieser freie Umgang mit Farbe verleiht dem Werk eine ungeheure Intensität und atmosphärische Dichte und lässt die einzelnen Farbtöne umso intensiver erstrahlen. Heinrich Nauen betont in seiner bildfüllenden, monumentalisierten Darstellung des Bauern das Mühevolle und Anstrengende des Landlebens. Thematisch lässt sich hier eine große Nähe zu den Werken des Franzosen François Millet und dem Werk Vincent van Goghs nachweisen, denn auch bei ihnen nimmt das bäuerliche Leben einen großen Stellenwert im künstlerischen Gesamtwerk ein. Klara Drenker-Nagels, die Autorin des Werkverzeichnisses betont in ihrer Untersuchung denn auch, dass „kein anderes Thema [...] den Künstler so häufig und intensiv gefesselt hat, wie das Sujet des auf dem Feld rbeitenden Menschen.“1) Dass es sich bei unserem Werk um ein besonders herausragendes Beispiel handelt, belegt unter anderem auch die Tatsache, dass es bereits 1912 auf einer der wichtigsten Ausstellungen zur Kunst der europäischen Moderne vor dem Ersten Weltkrieg zu sehen war. Die Kölner „Sonderbund“-Schau, auf der insgesamt sechs Werke Nauens ausgestellt waren, hatte den Anspruch, einen „Überblick über den Stand der jüngsten Bewegung in der Malerei“ aufzuzeigen. Rückblickend wurde sie ihren Zielen denn auch insofern gerecht, als dass sie von der kunsthistorischen Forschung einstimmig als wichtiges Instrument zur Manifestierung der Moderne in Deutschland gewertet wird. Auch Walter Kaesbach, der die Arbeit von Nauen erwarb, leistete mit der Entdeckung und Förderung zahlreicher junger Künstler und durch seinen unermüdlichen Einsatz einen wichtigen Beitrag für die Fortentwicklung des Expressionismus in Deutschland. Der Grundstein für die Kunstsammlung Kaesbachs wurde 1904 mit einem Werk von Christian Rohlfs gelegt. Nur kurze Zeit später, im Jahr 1906, lernt Kaesbach dann den zu dieser Zeit ebenfalls in Berlin ansässigen Heinrich Nauen kennen und es entwickelt sich rasch eine enge Freundschaft zwischen den beiden Kunstliebhabern rheinischer Herkunft. Der Kunsthistoriker beginnt fortan Werke Nauens zu sammeln und den Künstler zu unterstützen. Als Walter Kaesbach sich 1922 entschloss, seiner Vaterstadt Mönchengladbach die inzwischen beachtlich gewachsene Kunstsammlung zu übergeben, zählte diese 97 Bilder junger deutscher Künstler und sie enthielt dabei ausschließlich
Werke des Deutschen Expressionismus – darunter Arbeiten von Nauen, Rohlfs, Feininger, Heckel und Nolde. Heinrich Nauen war mit 41 Bildern jedoch am stärksten vertreten. Diese Tatsache belegt die Verbundenheit von Kaesabach und Nauen, dessen Biografien aufs Engste miteinander verwoben sind.
Anm.:
1) Fritz Malcomess/Klara Drenker-Nagles, "Heinrich Nauen, 1880-1940: Monographie und Werkverzeichnis", Köln 1996, S. 56.
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