Serge Poliakoff - Architekt einer bildnerischen Poesie
06. September 2009 bis 09. Januar 2010
Serge Poliakoff
«Composition Abstraite»
Gouache ; 1959 ; 62 x 47 cm
Signiert und "pour Alice 1961" bezeichnet
Ausstellung:
Galerie Ludorff, "Serge Poliakoff – Architekt einer bildnerischen Poesie", Düsseldorf 2009/10
Galerie Ludorff, "Serge Poliakoff – Architekt einer bildnerischen Poesie", Düsseldorf 2009/10
Literatur:
Alexis Poliakoff, "Serge Poliakoff – Catalogue Raisonné", vol. III 1959-1962, Paris 2011
Galerie Ludorff, "Serge Poliakoff. Architekt einer bildnerischen Poesie", Ausst.-Kat. Nr. 128, Düsseldorf 2009
Alexis Poliakoff, "Serge Poliakoff – Catalogue Raisonné", vol. III 1959-1962, Paris 2011
Galerie Ludorff, "Serge Poliakoff. Architekt einer bildnerischen Poesie", Ausst.-Kat. Nr. 128, Düsseldorf 2009
Seit 1951 setzt sich Poliakoff intensiv mit den Möglichkeiten der Gouachetechnik auseinander, bei der die Pigmente mit Leim gebunden werden und ähnlich wie beim Aquarell wasserlöslich bleiben. Der Unterschied zum Aquarell besteht darin, dass Gouachepigmente aus farbigen, sehr trockenen Kreiden gewonnen werden. Diese sinken nicht so stark in das Papier ein wie die Pigmente von Aquarellfarben. Hierdurch haben Gouachen in der Regel eine deutlich haptischere Wirkung und leiden in ihrer Erscheinung deutlich weniger unter einer möglichen Bräunung des unterliegenden Papiers. Poliakoff malt seine ersten Gouachen hauptsächlich bei Aufenthalten außerhalb des Ateliers, wie sich sein Sohn Alexis erinnert: "War er nicht in Paris, verreiste er mit einem kleinen Koffer, in dem er seine Farben bewahrte. Dann arbeitete er häufig an Gouachen."1) Eine Besonderheit ist, dass Poliakoff seine Farben selbst herstellt. Er wählt die Pigmente aus und experimentiert mit verschiedenen Bindemitteln: "Was bei der Farbe zählt, das ist nicht Schwarz, Weiß oder Gelb […] Wichtig ist vielleicht die Bedeutung der Farben, und ganz wichtig ist dann auch die Qualität der Farben, denn die Farben können das Gefühl, die Persönlichkeit, zum Ausdruck bringen, […]"2) Nach verschiedenen internationalen Ausstellungen in den Fünfziger Jahren findet 1960 auf dem Höhepunkt seines Erfolges eine große Ausstellung in der Kunsthalle Bern statt. Serge Poliakoff ist nun schon über die Grenzen Europas hinaus bekannt. Besonderes Erkennungsmerkmal seiner stärksten Gemälde dieser Zeit sind die gegeneinander gesetzten, oft stark farbigen Farbfeldkompositionen. Eine besonders typische Gouache dieser Zeit stellt unsere "Composition abstraite" dar. In kräftigem Blau, Rot und Ocker verzahnen sich die geometrischen Formen auf einem frischen, weißen Untergrund ineinander. Die Bewegung der Formen verläuft vom Außenrand zur Mitte des Bildes hin, wodurch eine Dynamik im Bildaufbau entsteht. Obwohl die Formen scharf voneinander abgegrenzt sind, werden die einzelnen Flächen voneinander durch ihre innere Kraft angezogen und es entsteht ein magischer Gesamteindruck eines spannungsgeladenen und dennoch zusammenhaltenden Ganzen.
Anmerkung.:
1) Alexis Poliakoff, "Zur Malpraxis von Poliakoff", in: Ausst.-Kat. Museum Würth, Stuttgart 1997, S. 61. 2) "Serge Poliakoff spricht mit Gérard Durozoi - Aufzeichnungen aus dem Jahr 1967", in: Ausst.-Kat. Museum Würth, S. 58.
Anmerkung.:
1) Alexis Poliakoff, "Zur Malpraxis von Poliakoff", in: Ausst.-Kat. Museum Würth, Stuttgart 1997, S. 61. 2) "Serge Poliakoff spricht mit Gérard Durozoi - Aufzeichnungen aus dem Jahr 1967", in: Ausst.-Kat. Museum Würth, S. 58.
Für weitere Informationen senden Sie bitte eine Email an: mail@ludorff.com