
KLAUS FUSSMANN
Blumen / Landschaften
16. Mai bis 17. Juli 2004
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In Gelting und Anderswo - Ein Text des Kunsthistorikers Tayfun Belgin:
Klaus Fußmann ist nicht nur ein Maler von Interieur-Bildern, Stilleben oder mythologischer Szenen. Ein wesentlicher
Bereich seiner Malerei widmet sich der Natur, Blumen und Gärten. Dies mag befremdlich auf diejenigen wirken, die dem Thema Natur
und ihrer Gefährdung sich zwar gesellschaftlich widmen, allerdings mit einer malerischen Auseinandersetzung rezeptionelle Probleme
haben. Klaus Fußmann ist sich dssen sehr bewusst und beklagt in seinen diversen Beiträgen zur Kunst der Gegenwart, dass die
ehedem Schönen Künste in der Moderne einer radikalen Verwandlung unterzogen wurden und ihre ursprüngliche Bestimmung
bezüglich ihrer inhaltlichen Thematik verloren haben.(FN1)
Man kann die Tatsache, dass die moderne und zeitgenössische Kunst das Thema Schönheit oder Schöne Künste nahezu ausklammert,
auf breiter Basis bedauern. Klaus Fußmann hat insofern recht, wenn er beklagt, dass die Ausrichtung in der heutigen Kunst eine allzu
einseitige ist: "Auch die bildende Kunst ist in einen Strudel hineingeraten. Auf den Gemälden sieht man jetzt viel Blut fließen,
Beile werden geschwungen, Panzer schießen aufeinander. Chaos von Dingen und Menschen auf den Bildern. Chaos herrscht auch im Formalen:
Die Pinselzüge sind zwar wütend hingesetzt aber dafür auch schwach und unpräzise, die Farben meist zu schrill oder versumpft".(FN2)
Die Diagnose des leidenschaftlichen Malers ist selbstverständlich richtig gestellt, da heute im Medium von Abstraktion und Figuration vielfach unqualifizierte Beiträge
in der bildenden Kunst registriert werden können. Die Last, die man hiermit hat, ist umso größer, als auch Museen von Präsentationen gänzlich schwacher
Arbeiten sich nicht ausnehmen. Die Freiheit in der bildenden Kunst ist unendlich - und hierin liegt wohl auch die Gefahr.
Die Welt der Blumen hat für Klaus Fußmann eine paradiesische Seite. Schon von Kindheit an ist er mit der unendlichen Schönheit eines Blumengartens aufgewachsen. In Gelting
an der Ostsee findet der Maler dasjenige vor, was er in Berlin nicht erleben kann: Natur in ihrer unendlichen Pracht. Werden und Vergehen sind die Themen, die ihn
in seiner gesamten Malerei beschäftigen. Die farbmalerische Pracht eines Rapsfeldes im Frühling beeindruckt nicht nur naturverbundene Menschen. Wer sich Klaus Fußmanns
Naturszenen vergegenwärtigt, erkennt, dass es sich hier um eine Malerei, die nicht nachahmt, was das Auge wahrnimmt. Diese Malerei
transzendiert die Dinge, sie verwandelt die Landschaft wie Blumen, sie überträgt den Reichhtum des subjektiven Empfindens auf die Leinwand,
auf das Papier.
Das Aquarell ist für Klaus Fußmann die adäquate Technik, die Welt der Blumen malerisch zu beherrschen. Nicht nur in diesem Medium
ist Klaus Fußmann augenfällig ein malerischer Maler. Die landschaftlichen Bilder in den letzten Jahren markieren eine Hinwendung zu einer Expressivität, die sich vornehmlich in einer
pastosen Malerei äßert. Unsere Augen werden in den Bann der Farbmassen gezogen. Die Landschaft offenbart sich als Spannungsfeld der Welt.
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