
FRITZ WINTER
Presseinformation anlässlich der Gedächtnisausstellung zum 25. Todestag Fritz Winters
Oktober 2001
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Die Düsseldorfer Galerie Ludorff zeigt vom 30.September bis 10.November 2001 die Ausstellung:
"Fritz Winter - Zum 25. Todestag"
Sehr geehrte Damen und Herren,
auch ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod zählt der Maler Fritz Winter zu den renommiertesten
und international meist geachteten deutschen Künstlern. Fritz Winter gehört zu den zentralen Künstlern
in Bezug auf die abstrakte Kunst in Deutschland vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Nur wenige deutsche
Künstler wurden bereits zu Lebzeiten in dem Maße mit den wichtigsten Auszeichnungen und Preisen
der Kunstwelt bedacht wie der Maler Fritz Winter. Als eine der wichtigsten Auszeichnungen ist wohl der Preis
der 25. Biennale in Venedig zu werten.
Die Biographie des einstigen Bauhaus-Schülers spiegelt zudem wie kaum eine andere wichtige Phasen deutscher
Geschichte und Kunstgeschichte im zurückliegenden Jahrhundert wider. Winter wurde 1905 in Altenbögge (Westfalen)
geboren. Nach einer Elektrikerlehre hatte Fritz Winter von 1927-1930 als Schüler von Klee, Kandinsky
und Schlemmer am Bauhaus studiert. 1937 erteilten ihm die Nationalsozialisten Malverbot. Nach der Teilnahme
am zweiten Weltkrieg und der Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft im Jahr 1949 hatte Winter in
München die Künstlergruppe "ZEN" mitbegründet. Er starb am 1. Oktober 1976 im bayerischen Herrsching am Ammersee.
Die Düsseldorfer Galerie Ludorff nimmt Winters 25. Todestag zum Anlaß für eine große
Gedächtnisausstellung, die rund 40 Arbeiten des Künstlers aus den Jahren 1928 bis 1968 umfasst.
Die Ausstellung gibt somit einen tiefen Einblick in das Werk Winters. Alle Werke, von wichtigen Graphiken bis
hin zu großen Leinwänden von musealer Bedeutung, sind verkäuflich.
In den letzten 8 Jahren ist es uns gelungen markante Werke Winters zusammenzutragen, die allesamt die breite
Palette der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten Winters vermitteln. "Komposition mit rotem Bogen" ,
"Erregt" oder auch "Lautloses" heißen etwa die bei uns gezeigten Gemälde, für die Fritz Winter
von Öl über Kreide bis Gouache verschiedenste Materialien und Maltechniken verwendete. Bereits die Bildtitel
verweisen auf einen stark nach innen gerichteten künstlerischen Ausdruck. Die Harmonie, die für Winter als
Zeitzeuge beider Weltkriege so in der Welt nicht vorhanden war, versuchte Winter nun in seinen Bildern herzustellen.
Harmonie ist bei Winter das Ziel.
Der Weg dahin führt ihn jedoch nie zum harmonischen Gleichklang verschiedenster Farbwerte, sondern zur in
sich ausgeglichenen Komposition der verschiedensten Urkräfte. Seine als "Naturkraftsymbole" gedachten
frühen abstrakten Bilder, die seine Zeit als Bergmann und seine Kriegserlebnisse verarbeiten, lassen
deutliche Spuren seiner Lehrer des Blauen Reiters und des Bauhauses erkennen. Während er ursprünglich
mit halborganischen Formen arbeitete, so veränderte sich sein Formenvokabular im Laufe der Zeit hin zum
Komponieren von Schwarzen Zeichen, Farbfeldern und -formen. Fritz Winter sah sich zunehmend der Abstraktion
verpflichtet, die er als "Weltsprache der Kunst" verstand.
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