Presseinformation
Die Düsseldorfer Galerie Ludorff zeigt vom 5. Dezember 2004 bis 15. Februar 2005 Aquarelle aus dem Tessin von Hermann Hesse.
Die Präsentation umfasst 81 Arbeiten des Künstlers, der erst um 1915/17 - bereits vierzigjährig - zu malen begann.
Der 1877 geborene Hermann Hesse zählt zur Gruppe der sogenannten Dichter-Maler des 20. Jahrhunderts, die sich neben ihrem literarischen
Werk erfolgreich einer zweiten Kunstdisziplin zuwandten.
Hesses bevorzugte Technik war die Aquarellmalerei. Er schuf heitere und lichtdurchflutete, aus geometrischen Grundformen komponierte
Darstellungen, vorzugsweise aus der Umgebung von Montagnola im Tessin, wohin er 1919 übergesiedelt war. Die Bilder rühmen
die üppige Vielfalt der Tessiner Landschaft - Seen ebenso wie Berge, Dörfer oder Kirchen.
Bei seinen fast täglichen Streifzügen durch diese Landschaft entstanden kleinere Aquarelle, mit denen der Dichter seine
Gedichtmanuskripte schmückte. Mit dem Erlös aus diesen Handschriften unterstützte er nach dem ersten Weltkrieg zunächst die "Deutsche Kriegsgefangenenfürsorge".
Später, nachdem er im dritten Reich verfemt war, hielt er sich mit dem Verkauf dieser Arbeiten über Wasser.
Höhepunkt der Ausstellung ist eine Folge von 12 bisher als verschollen geglaubten größerformatigen Aquarellen, welche
die Galerie Ludorff jetzt nach fast 80 Jahren aus dem Nachlass eines schweizer Verlegers erwerben konnte.
Bildkünstlerisch beeinflusst wurde Hermann Hesse, der sich die Aquarelltechnik autodidaktisch aneignete, vor allem von seinen
expressionistischen Malerfreunden Louis Moillet und Cuno Amiet, denen August Macke ein großes Vorbild war.
Der Galerist Rainer M. Ludorff macht sich seit vielen Jahren um das bildkünstlerische Werk Hesses verdient. Die aktuelle Galerie-Ausstellung lädt jetzt
dazu ein, die bisherigen Einsichten in das Lebenswerk eines der berühmtesten deutschen Dichter und Literaten entscheidend zu vertiefen.
Zur Ausstellung erscheint ein 140-seitiger Katalog mit einem Text von Volker Michels, den Sie hier für 15 Euro bestellen können.