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Jubiläum der Galerie Ludorff
Rheinische Post - September 2000

  Düsseldorf, Oktober 2000.

Auf der "Art Cologne" zählte der Stand der Galerie Ludorff in der noblen ersten Etage des Messegeländes mit zu den größten. Auch die ausgestellten Werke waren hochrangig, von Jawlensky über Nolde, Richter und Schumacher bis zu Winter gab es Kostbarkeiten zu sehen. Besonders schön: ein später Max Ernst, "Soleil jaune" (Die gelbe Sonne). 1964 schuf Ernst dieses ungewöhnlich leuchtende, expressive Werk. Das (auch in preislicher Hinsicht) Glanzlicht zur Messe bildete das großformatige "Ypsilon"-Blumenmotiv, das Ernst Wilhelm Nay 1961 malte.

Auch für diejenigen, die nicht zum regelmäßig die Messen aufsuchenden Fachpublikum zählen, ist Ludorff ein Begriff, der längst über die Grenzen Düsseldorfs hinaus internationalen Ruf genießt. Vor mittlerweile 25 Jahren gründete Rainer M. Ludorff zusammen mit seiner Frau die Galerie. Der Verkauf einer gemeinsamen Grafik- und Aquarellsammlung bildete 1975 den Grundstock. Wer einen Streifzug durch die deutsche Kunstgeschichte des vorigen Jahrhunderts machen möchte, sollte den traditionsreichen Räumen auf der Kö einen Besuch abstatten. Früher beherbergten sie das Heinrich-Heine-Archiv, nun nutzt Ludorff zwei Etagen.

Das Repertoire erstreckt sich innerhalb eines zeitlichen Rahmens vom deutschen Impressionismus, der etwa mit Corinth und Liebermann vertreten ist, über Brücke, Blauen Reiter, die zwanziger Jahre bis zum deutschen Informel, insbesondere Emil Schumacher. Doch auch ein paar "Junge Wilde", wie der Berliner Maler Salomé, sind zu finden. Die Auswahl der Werke gibt oftmals klassischer Motivik den Vorzug. So ist etwa ein Kinderbildnis aus den fünfziger Jahren von Otto Dix in der Jubiläumsausstellung zu sehen, welches, deutlich zu unterscheiden vom gesellschaftskritischen Schaffen des jungen Malers, nun allein auf Privates deutet. Sicherlich bildet dieser Ansatz, der die klassische Schönheit fördert, einen Pfeiler des Erfolges. Kunstwerke aus der Galerie zieren viele Museen weltweit. Vor allem aber ist es ein hochrangiger Anspruch, der das Ehepaar immer wieder veranlasst, ebenso Seltenes wie Kostbares zu entdecken. Eine Anstrengung, die sich zunehmend aufwendiger gestaltet, wie Rainer Ludorff erklärt: "Der Markt boomt, internationale Sammler zahlten bei Auktionen wie jüngst bei den ,German Sales' von Häusern wie Christie's oder Sotheby's absolute Höchstpreise etwa für eine simple Zeichnung von Nussbaum oder eine Barlach-Plastik. Doch da wir uns in historischen Gefilden bewegen, dünnt sich das Angebot zunehmend aus."

Aber auch in der zeitgenössischen Kunst begegnet Ludorff immer wieder interessanten Künstlern, die er in das eigentlich der klassischen Moderne verpflichtete Programm einbezieht. Zu den jüngsten Entdeckungen zählt der Brite Andrew Hemingway. 1955 in Yorkshire geboren, beschäftigt er sich mit Stilleben, die er in geradezu altmeisterlicher Manier malt, wobei er moderne Details einfließen lässt. Neben Blumenstilleben wie "Still Life with Roman Glass, Rose and Venetian Marbles", einem Pastell aus diesem Jahr, dienten ihm auch einmal ein paar reife Früchte in einer durchsichtigen Plastiktüte als Motiv.

Doch wer nun meint, der Galerist halte wenig von den Bemühungen der gegenwärtigen Avantgarde, irrt. Ludorff verfolgt auch die aktuellen Entwicklungen mit Interesse. "Eine der Ausstellungen, die mich in der letzten Zeit am meisten beeindruckt haben, fand in der Londoner Galerie Anthony d'Offay statt. Gezeigt wurden neue Wesen von Ron Mueck. Wie er die Details eines Körpers täuschend echt nachbildet und ins Riesenhafte aufbläht oder drastisch verkleinert, das hat mich fasziniert."

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Für weitere Informationen und Bildmaterial zur Ausstellung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte senden Sie uns eine Email an:

mail@ludorff.com



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