Karin Kneffel

Karin Kneffel im Museum Frieder Burda
12 Oktober 2019 - 08 März 2020

Sinnliche Oberflächen verführen das Auge, laden zum Genießen ein. Karin Kneffel gestaltet Leinwände von magischer Anziehungskraft. Ihre realistische Malerei verstrickt den Betrachter in raffinierte visuelle Welten, in denen ein geschicktes Arrangement von Form-Ornamentik und Farbspiel zu einem optischen Feuerwerk verschmelzen. Die Arbeiten bewahren sich jedoch eine geheimnisvolle Distanz, als ob die perfekte, zugleich einladende, aber auch verschlossene Oberfläche ein tieferes Hineinsehen verhindern wollte. .

Karin Kneffel (* 1957 in Marl), Meisterschülerin von Gerhard Richter, zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten Künstlerinnen Deutschlands. Die Ausstellung im Museum Frieder Burda ist die erste Retrospektive seit etwa 10 Jahren. In enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin entsteht sie als Kooperation mit der Kunsthalle Bremen. Neben Meisterwerken ihrer frühen Jahre, liegt der Schwerpunkt der Ausstellung vor allem auf Arbeiten der vergangenen zehn Jahre und neuen, noch nicht gezeigten Werken, die die Künstlerin auch für Baden-Baden entstehen lässt, inspiriert von und als Hommage an die Sammlung Frieder Burda.

Karin Kneffel im Museum Frieder Burda

Making Van Gogh

Making Van Gogh
Geschichte einer deutschen Liebe
23. Oktober 2019 bis 16. Februar 2020

„MAKING VAN GOGH. Geschichte einer deutschen Liebe“–mit dieser Ausstellung widmet sich das Städel Museum einem der bekanntesten Künstler überhaupt und seiner besonderen Beziehung zu Deutschland. Denn hierzulande haben Vincent van Goghs Werke nach seinem Tod eine außerordentliche Wertschätzung erfahren. Durch das Engagement von Galeristen, Sammlern, Kritikern und Museumsdirektoren wurde der Künstler zu Beginn des 20. Jahrhunderts als einer der bedeutendsten Vorreiter der modernen Malerei wahrgenommen. Zahlreiche Privatsammler und Museen kauften seine Werke. Vor 1914 befanden sich rund 150 Werke van Goghs in deutschen Sammlungen. Diesem Phänomen geht die Ausstellung auf den Grund. Wie kam es, dass van Gogh gerade in Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg eine so ungeheure Popularität erlangte? Wer engagierte sich für sein Werk? Wie reagierten deutsche Künstlerinnen und Künstler kurz nach der Jahrhundertwende auf ihn? Die Ausstellung nimmt diese Fragen in drei großen Kapiteln in den Blick. Sie beschäftigen sich nacheinander mit der Entstehung des Mythos um die Person van Gogh, mit seinem Einfluss auf die deutsche Künstlerschaft und schließlich mit der besonderen Malweise des Niederländers, die für viele seiner Nachfolger so faszinierend war.

August Macke - Ganz Nah

August Macke - Ganz Nah
Ausstellung im Sauerlandmuseum
01. September bis 08. Dezember 2019

August  Macke  gehört  zu  den  bedeutendsten   Künstlern   des   deutschen   Expressionismus.  Geboren  wurde  er  1887  in  Meschede  im  Sauerland.  Die  Ausstellung  „August  Macke  –  ganz  nah“  beleuchtet  seine  Persönlichkeit  in   einer   Vielzahl   thematischer   und   biographischer  Aspekte.  Macke  war  ein  Künstler,  der  seinen  Weg  selbst-bewusst verfolgte und seine Entschei-dungen auch gegen die Konventionen seiner Zeit traf.

Häufige  Ortswechsel  und  vielfältige  Anregungen  und  Eindrücke haben den Künstler ganz besonders geprägt. Macke  war  zwar  gebürtiger  Sauerländer  und  die  Familie  seiner  Mutter  hatte  einen  Bauernhof   im   Umkreis   von   Meschede,  allerdings  zog  er  bereits  als  Kleinkind  mit  sei-ner Familie nach Köln, später nach  Bonn.  Betrachtet  man  die   gesamte   Lebensspanne   August  Mackes,  die  lediglich  27 Jahre umfasst, davon zehn intensive künstlerische Schaf-fensjahre,  so  fallen  die  zahlreichen  Ortswechsel  und  Reisen  auf.  Meschede,  Köln,  Bonn, Kandern, Düsseldorf, Berlin, Paris, Tegernsee, Ita-lien, Thuner See und Tunesien sind nur einige Stationen im Leben des Künstlers.

Die Ausstellung zeigt nicht nur Gemälde und Zeichnungen, sondern stellt den ganzen Künstler vor als Entwerfer für das Theater in Düsseldorf oder als Gestalter von Kunsthandwerk.

Macke-Ausstellung im Sauerlandmuseum

Christopher Lehmpfuhl Sammlung Würth

Zwischen Pathos und Pastose
Christopher Lehmpfuhl in der Sammlung Würth
17. März 2019 bis 05.Januar 2020

»Mein großes Thema ist das Licht.«

Ungewöhnlich für einen Künstler in unserer Zeit, doch Christopher Lehmpfuhl malt en plein air, also im Freien. Was im 19. Jahrhundert ein revolutionärer Schritt war, ist es bei Lehmpfuhl, geboren 1972, immer noch, in seiner ganz eigenen Weise: hinausgehen ins Freie, eine Lichtstimmung einfangen, beobachten, wie Farbklänge sich im Licht verändern.

Die Erfindung der Bleitube für Farbe war es, die den frühen impressionistischen Künstlerinnen und Künstlern es überhaupt erst ermöglichte, in großer Zahl zum Malen ins Freie zu strömen. Christopher Lehmpfuhl wiederum scheut sich nicht, Farbeimer in die Landschaft zu tragen, um dort zu arbeiten. Mit den Händen, ohne Hilfsmittel wie Pinsel oder Spachtel, trägt der Künstler die Ölfarbe kiloweise auf die großformatigen Leinwände auf, so ist er »direkter an der Malerei« und gelangt zu einer pastosen, dreidimensionalen Körperlichkeit.

Lehmpfuhl sucht die Extreme. Mit seinem Kleinbus bereist er die Welt, fährt vom Meer bis in die Berge, sommers wie winters. Auf seinen Leinwänden finden sich ruhige, sonnendurchflutete Frühlingstage ebenso wie stürmische Szenen. Er malt mit allen Sinnen. Die Witterungsbedingungen sind essenzieller Bestandteil seines Schaffens und beeinflussen Material wie Maler gleichermaßen.

Die andere große Gruppe in Lehmpfuhls Werk neben den Landschaften sind Stadtansichten. Berlin ist dabei die Stadt, die er am besten kennt und am häufigsten gemalt hat. Er wuchs dort auf, verbrachte seine Studienzeit bei Klaus Fußmann an der Berliner Hochschule der Künste, lebt und arbeitet bis heute in der Metropole. Fern vom Postkartenidyll hält er die Veränderungen fest, die sie ausmachen. Baukräne und Ruinen ragen in seinen Bildern auf, aufgerissene Flächen zeigen sich. Über Jahrzehnte hinweg erfasst er immer wieder die gleichen Orte, den Berliner Schlossplatz etwa. Seine Arbeiten werden damit zum eindrucksvollen Zeitzeugnis und bieten den Betrachtenden doch mehr, als ein Foto je könnte.

Lehmpfuhls Bilder zeigen einen Zustand, aber mehr noch übermitteln sie ein Gefühl, sind im besten Sinne »pathetisch«. In der klassischen Rhetorik gilt das Pathos als eine der Grundformen der Rede, die Überzeugung des Publikums durch emotionale Appelle. Wer vor Lehmpfuhls Werken steht, wird mitgenommen in die je eigene Stimmung des Bildes.

Das Museum Würth widmet dem Berliner Künstler, der als Shootingstar des zeitgenössischen Realismus gilt, nun eine große Werkschau.

Christopher Lehmpfuhl in der Sammlung Würth