Jean Dubuffet, Cathédrale

felt-pen on paper

20.2 × 26.2 cm / 7 15/16 × 10 5/16 in

Signed with the initials and dated »64«, furthermore dated »14 avril 64«, titled and inscribed »H26« on the verso

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Provenance

Private Collection Karlsruhe; Galerie Beyeler, Basel; Private Collection Berlin

Exhibitions
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Herbst 2020". Düsseldorf 2020
  • Kunstmuseum Basel, "Jean Dubuffet. Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen, Collagen", Basel 1970
Literature
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Herbst 2020", Düsseldorf 2020, S. 14
  • Jean Dubuffet, "Jean Dubuffet. Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen, Collagen", Kunstmuseum Basel, Ausst.-Kat. 6. Juni - 2. Aug. 1970, Basel 1970, Nr. 136

Jean Dubuffet ist Maler und Bildhauer. Er zählt zu den führenden Kräften der europäischen Kunst der Nachkriegszeit. Nach dem Abitur studierte er gemeinsam mit Raoul Dufy und Fernand Léger an der Académie Julien in Paris. Es dauert aber bis in die frühen 1940er Jahre, ehe er sich nach 20 Jahren Pause wieder der Kunst zuwendet. Nun orientiert sich seine Kunst aber nicht mehr an der klassischen Moderne der Vorkriegszeit, sondern ist radikal, subversiv und vollkommen eigenständig. Er selbst kreiert den Begriff der »Art Brut« (dt. Rohe Kunst) – eine Kunst, die sich in radikaler Vereinfachung an primitiver Kunst, aber auch an der Ausdrucksweise von Kindern und »Geisteskranken« orientiert.

Unser Werk »Cathédrale« (1964) stellt ein sehr typisches Werk von Dubuffet dar. Dubuffet zeichnet die Darstellung wie in Trance. Als ob er den Stift überhaupt nicht mehr vom Papier nimmt, scheint er, die Darstellung in einem Zug festzuhalten. Dubuffet setzt den Filzstift an einer Stelle an und führt die Darstellung in einfachen, aber sehr entschieden gesetzten Linien aus, bis ein Gebilde aus unterschiedlich gegliederten Flächen geschaffen ist. Die zusammenhängenden Flächen ergeben ein abstraktes Gefüge. Wir sehen zunächst noch keine klar erkennbare Zeichnung einer Kathedrale. Bei längerem Betrachten erheben sich jedoch einzelne Formen sehr klar von dem Gebilde ab, man erkennt Fenster und es scheinen sich Türen, Gänge und Torbögen zu öffnen. Die verschiedenartigen Schraffuren assoziieren Mauern, konstruieren womöglich ein Bauwerk. Je länger man sich dem Gebilde widmet, umso mehr erschließt es sich dem Betrachter, öffnet seine kompakte Darstellung und fordert die Kreativität, um das Werk im Geist zu vollenden.

Jean Dubuffet nimmt an der 2., 3. und 4. Dokumenta in Kassel teil und gründet 1973 eine eigene Stiftung für sein Œuvre.

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