Max Liebermann

Die Blumenterrasse im Wannseegarten nach Nordosten
ca. 1926

Max Liebermann, Die Blumenterrasse im Wannseegarten nach Nordosten

pastel and charcoal on paper

20.3 × 28.5 cm / 8 × 11 1/4 in

Signed

The work has been registered for the catalogue raisonné of the pastels, watercolours and gouaches currently being prepared by Drs. Margreet E. Nouwen

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Expertise

Certificate of Authenticity by Drs. Margreet E. Nouwen, Max Liebermann Archiv, Berlin

Provenance

Private Collection (until 2001); Galerie Ludorff, Dusseldorf; Private Collection Northern Germany (since 2015)

Exhibitions
  • Galerie Ludorff, Neuerwerbungen Frühjahr 2021, Düsseldorf 2021
  • Galerie Ludorff, "Max Liebermann. Gemälde, Pastelle, Zeichnungen, Druckgraphiken", Dusseldorf 2012
  • Liebermann-Villa am Wannsee, Berlin, "Sommerausstellung", Berlin 2009
Literature
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2021", Düsseldorf 2021, S. 110

Im malerischen Werk Max Liebermanns sind Ansichten des Gartens rund um das Landhaus am Berliner Wannsee zahlreich vertreten. Sie verdeutlichen die Begeisterung des Künstlers über dessen reiche Motivwelt. Die Gartenanlage zeichnet sich durch eine klare formale Anordnung, die geraden Wege und die „Laubkammern“ der Heckengärten aus, wie Hans Oswald, Freund und Schriftsteller, sich erinnert: „Alles ist blank und gepflegt, die Wege geharkt, der Rasen duftet nach frischer Sprengung, die Blumen prall voll Blütenfülle. Und auch in dem Atelier im oberen Stock, das nichts ist als ein dürftiger Arbeitsraum mit glatten Wänden und außer Tischen, Staffelei und einem kleinen Bücherbord nur einen einzigen Stuhl enthält; in dieser Werkstatt ist es ebenfalls wie frisch aufgeräumt.“1) Die architektonischen Elemente der Gartenanlage spielen auch eine wichtige Rolle in den Werken Liebermanns. Unser zart farbig gefasstes Pastell zeigt den seeseitigen Teil des Gartens, dessen große Rasenfläche mit den Blumenterrassen in die weite Wasserfläche des Wannsees mündet. Der Künstler wählt als Betrachterstandpunkt die Terrasse seines Landhauses aus, um in leichter Aufsicht das Grundstück in Pastell und Kohle auf sein Malpapier zu bannen. Neben dem Nutzgarten sind die Blumenterrassen eines der häufigsten Sujets im Œuvre Liebermanns. Im linken Teil des Bildes sind die Baumreihen zu sehen, die an das Nachbargrundstück grenzen. Gerne zeichnet Liebermann diese Ansicht in den Sommermonaten, in denen unser Bild entstanden ist, welches die Atmosphäre und Intimität eines frischen Sommertags ausstrahlt. Der Wannsee schimmert in strahlendem Blau durch die Gewächse hindurch und spiegelt die Farbe des Himmelzeltes wider. Sonnenlicht fällt auf den mittig gefassten Nussbaum und lässt diesen leuchten. Im Vordergrund blühen die roten Geranien und kontrastieren komplementär zum satten Grün des Rasens, der Büsche und Bäume. Das Werk ist eine für Liebermann typische momentane Impression, die sein Interesse an den wechselnden Lichtverhältnissen und Augenblicken in seinem Garten zeigt.

Die zwei Terrassen zu Seeseite hin lässt Max Liebermann von dem Gartenarchitekten Albert Brodersen anlegen: Eine unbepflanzte Kiesterrasse unmittelbar am Haus, die als Aufenthaltsplatz der Familie und als Freilichtatelier dient sowie eine etwa einen Meter tiefer platzierte, unterhalb einer Stützmauer gelegene Blumenterrasse. Diese hat umlaufende Kieswege, Blumenrabatten und eine Rasenfläche, in deren Mitte ein Rondell flankiert von zwei Blumenquadraten liegt. Niedrige Buchsbaumhecken begrenzen die Blumenrabatten. An die Stützmauer der unteren Terrasse schließt sich ein weiteres Blumenbeet an, das die Farbenpracht der Anlage zusätzlich steigert. Die Verbindung der beiden Terrassen ist durch seitlich angelegte Treppen aus Sandstein hergestellt. Die Terrassen sind ein wichtiges dekoratives Element, denn sie stellen die Verbindung zwischen Haus und Garten her. Hans Oswald fasst zusammen: „Hier nun, wo andere ihre Sommerruhe gesucht und gefunden hätten, fand Liebermann nur eine Ruhe in ewig sich gleich bleibender Schaffenslust. Jeder Winkel des Gartens, bald die Birken als Hintergrund, bald die Blumenbeete in ihrer üppigen Farbenpracht, bald eine Gartenecke mit einer Bank und dem Enkelchen und deren Erzieherin, bald die mit zwei Baumreihen bepflanzte Straße hinter dem Haus entlang: immer wieder malerische Motive.“2)

Anmerkungen.:

1) Hans Oswald, Hg., „Das Liebermann-Buch“, Berlin 1930, S. 346.

2) Ebenda, S. 346.

About Max Liebermann

As one of the most important representatives of German Impressionism, Max Liebermann's genre scenes, garden paintings and landscapes are represented in major museums.

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