Carl Hofer

Birnen
undatiert

Carl Hofer, Birnen
© VG Bild-Kunst, Bonn

Öl auf Hartfaserplatte

22,5 × 26 cm

Signiert mit dem Monogramm

Das Werk wird in das Werkverzeichnis der Gemälde des Karl Hofer Komitees aufgenommen und im Karl Hofer Archiv als Nummer N26 geführt

Provenienz

Kunstsalon Abels, Köln; Privatsammlung Europa

Ausstellungen
  • Galerie Ludorff, Neuerwerbungen Frühjahr 2022, Düsseldorf 2022
Literatur
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2022", Düsseldorf 2022, S. 65

Neben Figurendarstellungen beschäftigt sich Carl Hofer ab den 1920er Jahren zunehmend mit dem Sujet des Stilllebens, hier im Besonderen mit der Darstellung von Früchten. Das vorliegende Gemälde zeigt zwei Birnen vor einem nicht näher definierten blauen Hintergrund. Eine der Birnen wirkt frisch gepflückt, weist sie doch noch zwei frische, grüne Blätter am Stiel auf. Von der zweiten Birne ist lediglich eine Hälfte übriggeblieben. Die fehlende mag womöglich schon gegessen worden sein. Aufgeschnitten zeigt sie das helle Fruchtfleisch, umschlossen vom satten Gelb der Schale; dieses setzt sich in seiner Farbigkeit deutlich vom dunkelblauen Hintergrund ab. Hofer verwendet in der Gegenüberstellung die beiden Grundfarben Gelb und Blau, diese dominieren das Gemälde und werden von einem dunklen Grün und einem Rotbraun ergänzt. Der Fokus liegt auf der Darstellung der Früchte, die nahezu den gesamten Bildraum einnehmen. Der Hintergrund ist lediglich farbig ausgestaltet, es fehlen jedoch jegliche, beschreibende Details, die Hinweise auf eine Verortung geben würden.

Das vorliegende Gemälde erinnert an die Stillleben Cézannes, der ein großes künstlerisches Vorbild für Hofer war. Von 1908 bis 1913 hatte Hofer in Paris gelebt und dort die Werke seiner Vorbilder studiert, besonders Paul Cézannes inspirierte ihn mit seinem geschlossenen Bildaufbau und der Vereinfachung der Form im Zusammenspiel mit der Farbe. Der 1878 in Karlsruhe geborene Künstler Carl Hofer war nach einem Studium an der Akademie der Künste in Karlsruhe und dem Aufenthalt in Paris nach Berlin gezogen und dort 1913 der »Freien Secession« beigetreten. Neben Reisen nach Indien prägen ihn besonders die Aufenthalte in Paris und Rom. 1921 wird er Professor in Berlin. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verliert er seine Professur an der Berliner Akademie, erhält Ausstellungs- und Malverbot und seine Arbeiten werden aus Museen und öffentlichen Sammlungen entfernt. Nach dem Krieg kehrt er erneut an die Hochschule zurück und verstirbt 1955 in Berlin. Im gleichen Jahr wird sein Schaffen auf der 1. documenta in Kassel posthum gewürdigt.

Über Carl Hofer

Carl Hofer bahnte sich - ausgehend von der klassisch realistischen Malerei - als Schüler bei Hans Thoma seinen Weg hin zur ungeschönt realistischen Darstellung.

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