Heinz Mack

Flora
1993

Heinz Mack, Flora
© VG Bild-Kunst, Bonn

Öl auf Leinwand

45 × 35,7 cm

Signiert und datiert sowie rückseitig signiert, datiert und "Flora" beschriftet

Expertise

Wir danken dem Atelier Prof. Heinz Mack, Mönchengladbach, für die Bestätigung der Echtheit des Werkes

Provenienz

Atelier des Künstlers; Privatsammlung Rheinland

Ausstellungen
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2020", Düsseldorf 2020

»Mehr als ein Vierteljahrhundert lang habe ich mich von der Malerei entfernt (und dennoch nie ganz verabschiedet), nach einer Krise, die mich lähmte, getragen von der vermeintlichen Einsicht, daß in der Malerei alles gemalt worden sei, bis an das Ende der Welt der Möglichkeiten. Und obwohl ich meine Gründe hatte, mich 1963 aus dem Maleratelier zu entfernen, begebe ich mich nun wieder unter die Maler, ungeachtet einer Thesis von Joseph Beuys, die ich erst kürzlich hörte: das Elend würde schon anfangen, wenn einer Keilrahmen und Leinwand kauft.

Nun, nachdem ich 1963 mein letztes Bild auf Leinwand gemalt hatte, male ich wieder Bilder auf Leinwand, ohne diesmal eine Begründung zu haben. Es sei denn, daß mich dabei Freude beseelt. Diese Freude kommt in folgenden Worten – wenn man sie richtig liest – zum Ausdruck: Neapelgelb, Kadmiumgelb, Indischgelb, Kadmiumorange, Zinnoberrot, Kadmiumrot, Karmin und Rubin, Ultramarin, Preußischblau, Kobaltblau, Azurblau, Heliosblau, Chromoxydgrün feurig und Elfenbeinschwarz.«1

1 Mack, Frühjahr 199 1 zitiert nach: Heinz Mack u. Ute Mack, »Mack – Malerei 1991-2001«, Mönchengladbach 2001, S. 13.

Der Künstler Heinz Mack sagt selbst, dass man entweder alles über Kunst wissen müsse, oder gar nichts und einfach naiv sein solle.1 Durch seine Ausbildung an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf sind ihm alle malerischen Vorgänger und deren theoretischen Überlegungen zur Malerei und zu den Farben bekannt. Im Laufe seiner künstlerischen Entwicklung stellt sich Mack der Herausforderung, Farbe zu bändigen. Ab 1963 beginnt ein neuer Umgang mit Farbe in seinem Schaffen. Geprägt von seinem Aufenthalt in Ibiza und durch seine Erfahrungen aus der ZERO Zeit erhält Mack für sich neue Einsichten über das Zusammenspiel von Farbe, Licht und Natur. Unsere Werke »Flora« und »Grüner Mond - Chromatische Konstellation« sind zwei beispielhafte Werke dieser späten Phase, in der Mack sich bewusst auf wenige Farbformen reduziert. In seiner chromatischen Malerei wendet er geometrische Grundfiguren an, die er mit Farbe füllt und über- bzw. untereinander setzt. Mack versucht hierbei, den größtmöglichen Reichtum der Farbe, deren Nuancen, Kontraste, Lichtbrechungen und -reflexionen zu erzielen. Darüber hinaus steht ein weiterer, neuer Gedanke in seinem Tun – an die Sinne des Betrachters zu appellieren. Mack ist ein Meister der Farbe und weiß, wie er sie einsetzt. Jetzt möchte er eine Malerei hervorbringen, in der sich Imagination konkretisiert, die den Betrachter stimuliert, beglückt und erregt.

1 Heinz Mack u. Ute Mack, »Mack – Malerei 1991-2001«, Mönchengladbach 2001, S. 12f.

Über Heinz Mack

Heinz Mack ist Mitbegründer der ZERO Bewegung. Licht ist das zentrale Element seiner Arbeit, die der kinetischen Kunst und der Land Art zugeordnet werden kann.

Weitere Werke
Ausstellungen zum Werk