Hermann Hesse

An einem Grabe
1946

Hermann Hesse, An einem Grabe

Aquarell und Tusche auf Papier

2 Blätter, je 23 × 17,8 cm

Dazu das handgeschriebene Gedicht mit 16 Zeilen, 6 davon auf der Rückseite des Gedichts

Provenienz

Sammlung A. Vogel, Winterthur; Privatsammlung Schweiz

Ausstellungen
  • Galerie Ludorff, "Hermann Hesse – Malerfreude", Düsseldorf 2016
Literatur
  • Galerie Ludorff, "Hermann Hesse – Malerfreude", Düsseldorf 2016, S. 142

An einem Grabe

Er sehnte sich nach Ruhe, Stille, Nacht,

Wir wissen nur, daß er ein Leid verbarg

Und müde war. Wir haben ihn im Sarg

Gebettet und zum stillsten Ort gebracht.

Ihn birgt und schützt die tiefe Grube nun

Vor Welt und Zeit. Da soll der müde Mann

Sein Weh vergessen und in Frieden ruhn.

Wohl ihm, der dieser bittern Zeit entrann!

Uns andern bleibt vor Lärm und Krieg der Welt,

Von ihrer Todesangst und bittern Not

(nicht auf Abbildung:)

Noch unser Teil, und Leid ist unser Brot

Bis auch für uns der bange Traum zerschellt.

Dann wird, so glauben wir, das Gleichgewicht,

Der Wert und Sinn der Welt uns wieder tragen,

Es wird des Menschen Bildnis wieder licht.

Und wird des Vaters ewige Züge tragen.

Über Hermann Hesse

Der Schriftsteller Hermann Hesse war auch als bildender Künstler tätig und schuf ein umfangreiches Werk an Aquarellen und Gedichtillustrationen.

Weitere Werke
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