Hermann Hesse

Karfreitag
1956

Hermann Hesse, Karfreitag

Aquarell und Tusche auf Papier

2 Blätter, je 27,8 × 19 cm

Dazu das handgeschriebene Gedicht mit 12 Zeilen

Provenienz

Sammlung A. Vogel, Winterthur; Privatsammlung Schweiz

Ausstellungen
  • Galerie Ludorff, "Hermann Hesse – Malerfreude", Düsseldorf 2016
Literatur
  • Galerie Ludorff, "Hermann Hesse – Malerfreude", Düsseldorf 2016, S. 177

Karfreitag

Verhangener Tag, im Wald noch Schnee,

Im kahlen Holz die Amsel singt;

Des Frühlings Atem ängstlich schwingt,

Von Lust geschwellt, beschwert von Weh.

So schweigsam steht und klein im Gras

Das Krokusvolk, das Veilchennest,

Es duftet scheu und weiß nicht was,

Es duftet nach Tod und duftet nach Fest.

Baumknospen stehn von Tränen blind,

Der Himmel hängt so bang und nah,

Und alle Gärten, Hügel sind

Gethsemane und Golgatha.

Über Hermann Hesse

Der Schriftsteller Hermann Hesse war auch als bildender Künstler tätig und schuf ein umfangreiches Werk an Aquarellen und Gedichtillustrationen.

Weitere Werke
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