Imi Knoebel

Face 22 Ed.
2002/2014

Imi Knoebel, Face 22 Ed.

Acrylic on plastic foil

36 × 36 cm / 14 3/16 × 14 3/16 in

Signed and dated also dated »2002«, titled and numbered »4/5« on the verso

Edition of 5 + 2 AP + 1; with unique character

Provenance

The artist’s studio; Private Collection Vienna

Exhibitions
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Herbst 2020". Düsseldorf 2020
Literature
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Herbst 2020", Düsseldorf 2020, S. 66

Imi Knoebels Werke faszinieren den Betrachter insbesondere durch die Entschiedenheit und Prägnanz in der Wahl von Farbe und Form.

Knoebel studiert Anfang der 1970er Jahre an der Kunstakademie Düsseldorf. In der Klasse von Joseph Beuys trifft er mit seinem frühen Mitstreiter Imi Giese auf Blinky Palermo, mit dem sie ein künstlerisches Dreigestirn bilden, das in der Tradition der amerikanischen Minimal Art die Kunst ihrer Zeit schon bald prägen sollte.

Unter dem Einfluss der Maler Piet Mondrian und Kasimir Malewitsch ent­wickelt Knoebel ein für sein bildhauerisches wie malerisches Werk grundlegendes, abstraktes Formenvokabular und bedient sich in seinen Arbeiten akribisch aufeinander abgestimmter Farbtöne. Diese sind meist losgelöst von gängigen Farbprinzipien gewählt und fordern den Betrachter dazu auf, seine Werke subjektiv sinnlich zu erfahren und diese nicht rational oder logisch zu interpretieren. Oft wandern die Werke Knoebels zudem auf dem schmalen Grat zwischen Malerei und Skulptur und laden den Betrachter somit dazu ein, seine Werke auch räumlich zu entdecken.

Auch unsere Werke halten den Betrachter dazu an, genauer hinzuschauen. So evozieren die Titel »Face« den Gedanken an Gesichter oder Portraits, die der Betrachter in den Arbeiten aber vergeblich zu entdecken versucht. Gerade diese Offenbarung unserer voreingenommenen Haltung ist aber eines der Ziele des Künstlers. Erst wenn man dies realisiert hat, kann man die Werke frei von historischem Ballast für sich entdecken.

Knoebel bemalt für die Werke der »Face«-Serie die Oberfläche von industriell nutzbaren Plastikfolien. Er tut dies aber mit der Hand, sodass ein Pinselduktus sichtbar wird, der dem niederen Material durchaus Aufwertung, aber eben auch Räumlichkeit schenkt. Diese bemalten Plastikstreifen schneidet er in einem weiteren Schritt aus und variiert sie in farblichen Rastern über- und nebeneinander. Knoebel verwendet in seinen Werken gerne industriell hergestellte Farben und Materialien, wie beispielsweise Türblätter, Hartfaserplatten, Pappe oder Aluminiumschienen. Dies bringt zum Ausdruck, dass Knoebel nicht stillstehen, sondern mittels Selbstreflexion und Experimentierfreudigkeit die Möglichkeiten und Grenzen der abstrakten Kunst immer wieder neu erforschen möchte.

Das Werk »Ohne Titel – Rot Weiß Weiß« besticht besonders durch seine Klarheit. Knoebel bedient sich eines sehr reinen Kolorits, das er in dieser Holzskulptur in monochromen Farbflächen nebeneinander anordnet. Zugleich verlagert er diese in der Tiefe, um den Betrachter auch mittels des Schattenwurfs auf die Dreidimensionalität des Objekts hinzuweisen und diesen dazu einzuladen, es aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Die Form – ein Triptychon – mit dem längeren Rechteck im Zentrum wirft Assoziationen zu religiösen Flügelaltären auf und verleitet das Auge, in der Mitte des Werkes zu verweilen. Diese aus Form und Farbigkeit erwachsene »Widersprüchlichkeit« kulminiert in einer faszinierenden Spannung.

About Imi Knoebel

The painter and sculptor Imi Knoebel, born in 1940 in Dessau, studied the methods of structural and constructive composition at the Werkkunstschule Darmstadt before studying under Joseph Beuys at the Art Academy in Düsseldorf. Influenced by the works of Piet Mondrian and Kasimir Malewitsch, he …

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