Adolph von Menzel

1815, Breslau, Polen1905, Berlin

Adolph von Menzel war ein deutscher Maler, Zeichner und Illustrator, und gilt als führender Vertreter des Realismus im 19. Jahrhundert. Die künstlerische Ausbildung begann früh, musste er mit 16 Jahren die Druckwerkstatt seines Vaters weiterführen.1833 besuchte er ein halbes Jahr lang die Berliner Akademie der Künste, brach diese Erfahrung jedoch enttäuscht ab und bildete sich danach selbstständig fort. 1839 bekam er den Auftrag, Bilder einer mehrbändigen Friedrich-des-Großen–Geschichte zu illustrieren. Seine Werke griffen zunächst historische Themen auf, wendeten sich später stärker der Gegenwart zu und zeigten das Zeitgeschehen. Bei der Pariser Weltausstellung 1867 trat er international sichtbar hervor. Die Gegenwartsthemen nahmen einen breiten Raum ein: Er malte vor allem Figuren des Bürgertums und Großbürgertums. Handwerker und Arbeiter wurden völlig ironiefrei respektvoll dargestellt, im Respekt vor ihrer ernsthaften, gut gemachten Arbeit. Menzels Streben nach größtmöglicher Realitätsnähe führte zu einer außerordentlichen Detailtreue: Jedes Element wirkt eigenständig, wodurch einerseits ein chaotischer Eindruck, andererseits auch eine isolierte Atmosphäre entstehen kann. Darüber hinaus bevorzugte Menzel Kompositionen, die wie zufällig wirkten und an spontane Schnappschüsse eines Fotografen erinnerten, obwohl sie sorgfältig arrangiert waren. Sein zeichnerisches Arbeiten prägte sein ganzes Leben und bildete die Grundlage sowohl für seine realistischen Historienszenen als auch für zeitgenössische Porträts.

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