TEFAF Maastricht
TEFAF Maastricht

11. – 19. März 2023
Stand 448

Maastricht

Lotte Laserstein
und ihre Zeitgenossen im Berlin der Vorkriegszeit

Lotte Laserstein (1898-1993) ist eine Malerin der "verlorenen Generation", die zwischen den beiden Weltkriegen ihren Durchbruch hatte und nach 1945 in Deutschland kaum mehr wahrgenommen wurde.
Nach dem Studium an der Akademischen Hochschule für Bildende Künste in Berlin begann ihre Karriere spätestens 1931 mit ihrer ersten Einzelausstellung in der Galerie Gurlitt, Berlin und der Teilnahme an der Großen Berliner Kunstausstellung im Schloss Belvue. Ab 1933 erschwerten ihr die Nationalsozialisten aufgrund ihrer jüdischen Herkunft zunehmend die Arbeit und machten sie später unmöglich. Im Jahr 1937 emigrierte sie nach Schweden, wo sie bis zu ihrem Tod lebte.

2003 wurde ihr Werk im Verborgenen Museum (Berlin) erstmals umfassend aufgearbeitet und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Unter dem Titel „Lotte Laserstein. Von Angesicht zu Angesicht“ folgten 2018/19 in Zusammenarbeit des Städel Museum und der Berlinischen Galerie Museumsausstellungen in Frankfurt und Berlin. Ihre eindrucksvollen Porträts zeigen das Bild der modernen Frau. Stilistisch bewegt sie sich zwischen Realismus und Neuer Sachlichkeit, wobei gerade der Vergleich mit letzterer die Eigenständigkeit ihres Realismus und ihr Können unterstreicht.

Im Jahr 2023 werden wir auf der TEFAF Maastricht eine umfangreiche Auswahl von Lotte Lasersteins Werken denen ihrer Berliner Zeitgenossen gegenüberstellen und damit einen spannenden Dialog initiieren. Darunter befinden sich Werke von Käthe Kollwitz, mit der Laserstein im Vorstand des Vereins Berliner Künstlerinnen zusammenarbeitete, und Max Liebermann, der sich als Präsident der Preußischen Akademie der Künste gegen den rigiden Akademismus wandte, wovon letztlich auch Laserstein profitierte.
Berlin war das vitalste Kunstzentrum der Zwischenkriegszeit. Davon zeugt eine feine Auswahl von Werken von Renée Sintenis, Georg Kolbe, George Grosz, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Otto Mueller, Emil Nolde u.a.