Hans Hartung

PM1970-2
1970

Hans Hartung, PM1970-2
© VG Bild-Kunst, Bonn

Tinte auf Barytkarton

53,3 × 42,5 cm

Signiert und datiert sowie rückseitig betitelt, "le 5/8/70" datiert und "Couverture extérieure" und "PHoTH107" beschriftet

Aufgenommen in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis der Stiftung Hans Hartung und Anna-Eva Bergman, Antibes und im Archiv der Stiftung registriert

Provenienz

Galeria René Metras, Barcelona (1987); Privatsammlung Spanien

Ausstellungen
  • Galerie Ludorff, Neuerwerbungen Frühjahr 2021, Düsseldorf 2021
Literatur
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2021", Düsseldorf 2021, S. 72

Für den 1904 in Leipzig geborenen und später in Frankreich lebenden Künstler Hans Heinrich Ernst Hartung war die Linie in verschiedenen Variationen elementar wichtig. So sagt er selbst: »Eine einfache Linie – heftig, aufbrausend, gesträubt, berstend oder ruhig regelmäßig, gleichmäßig – übersetzt, was wir fühlen. Sie korrespondiert mit unserem Leben (...).«1

Dieses treffende Zitat lässt sich hervorragend auf unser Werk »PM1970-2« beziehen. Die meist unbetitelten Werke (katalogisiert von der Fondation Hartung) lassen keine Assoziationen zu und sollen den Betrachter bewusst nicht in eine bestimmte Richtung lenken. Zwei breite Züge tiefschwarzer Farbe sind mit einem dicken Pinsel so aufgetragen, dass man deutlich erkennt, wo sich die Striche überschneiden. Hartung malt hier mit Tinte auf Barytkarton. Sie eignet sich hervorragend für seine schnelle, gestische Malerei. Für viele Werke hat man nach Hartungs Tod in dessen Atelier Vorzeichnungen gefunden. Der scheinbaren Improvisation liegt also doch eine gewollte Perfektion zugrunde. Das widerspricht allerdings der gestischen, expressiven Malerei, der Hartung für gewöhnlich zugeordnet wird, im eigentlichen Sinne. Denn gerade die Spontaneität macht diese aus. Seine Freude am experimentellen Umgang mit dem Werkzeug und dem Material ist jedoch unverkennbar. Der Künstler selbst äußerte sich 1989: »Den Eindruck unvorbereiteter Improvisation geben und doch einer überzeugenden Perfektion nachstreben. Das ist das wirkliche Problem der Technik.«2

1 Hans Hartung, zitiert nach: Von der Heydt-Museum (Hg.), »Alternativen. Malerei um 1945-1950«, Wuppertal 1973, S. 27.

2 Vgl. Galerie Fahnemann, »Hans Hartung. Fait le 29.7.1989«, Berlin 2012, S. 2

Über Hans Hartung

Der deutsch-französische Maler Hans Hartung zählt zu den führenden Vertretern der sogenannten École de Paris, deren informelle Bildsprache für die Malerei der 1940er und 50er Jahre kennzeichnend war.

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