Antoni Tàpies
Gouache of the Hand
1965
Gouache, Öl, Ölkreide und Bleistift auf Papier aufgezogen auf Holz
73 × 102 cm
Signiert
Werkverzeichnis Agusti 1990 Nr. 1413
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Sala Gaspar, Barcelona; Galerie Schmela, Düsseldorf (ca. 1968); Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (ca. 1968-)
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Herbst 2026", Düsseldorf 2026/2027
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Herbst 2026", Düsseldorf 2026, S. 156
- Anna Agusti (Hg.), "Tàpies. The Complete Works. Vol. 2: 1961-1968.", Barcelona 1990, Nr. 1413
In unserem Werk von 1965 verbindet Antoni Tàpies malerische Geste, Zeichen und Material zu einer vielschichtigen Komposition. Kräftige schwarze Pinselstriche und eine bewegte Oberfläche bestimmen zunächst den Bildraum. Erst bei genauerer Betrachtung wird links von der Bildmitte eine fein ausgeführte Hand sichtbar.
Tàpies verwendet Gouache, Öl, Ölkreide und Bleistift und lässt dadurch unterschiedliche Spuren und Texturen aufeinandertreffen. Zeichnung und Malerei gehen ineinander über; die feinen Linien treten in einen spannungsvollen Dialog mit den dunklen, gestischen Pinselführungen.
Die Hand erscheint dabei nicht als klassische figürliche Darstellung, sondern als Zeichen menschlicher Präsenz. Zugleich verweist sie auf die Hand des Künstlers selbst – auf die Geste des Zeichnens und Malens und auf den menschlichen Wunsch, durch die eigene Handlung eine Spur zu hinterlassen.
Das Werk steht exemplarisch für Tàpies’ Auseinandersetzung mit dem Informel, das in den 1950er und 1960er Jahren seine Arbeit prägte. Charakteristisch ist seine Verbindung von abstrakter Form, materieller Oberfläche und elementaren Zeichen. In „Gouache of the Hand“ wird aus einem einfachen Motiv ein offenes, mehrdeutiges Bild über Wahrnehmung, Präsenz und künstlerische Handlung.