Cornelius Völker

Hände 4-V
2003

Cornelius Völker, Hände 4-V
© VG Bild-Kunst, Bonn

Öl auf Leinwand

200 × 300 cm

Auf dem Keilrahmen rückseitig signiert, datiert und betitelt

Provenienz

Atelier des Künstlers; Galerie Grimm Rosenfeld, München; Privatsammlung Süddeutschland (seit 2005)

Ausstellungen
  • Galerie Ludorff, Neuerwerbungen Frühjahr 2021, Düsseldorf 2021
Literatur
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2021", Düsseldorf 2021, S. 160

Cornelius Völker studierte von 1989 bis 1995 als Meisterschüler von A.R. Penck und Dieter Krieg an der Kunstakademie in Düsseldorf und etablierte sich bereits gegen Ende seiner Ausbildung durch bedeutende Ausstellungen und Stipendien als vielversprechender Vertreter der zeitgenössischen, deutschen Kunst. Im Mittelpunkt seines OEuvre stehen zumeist der Mensch, welchen er mal bekleidet, mal unbekleidet ausschnitthaft mit Fokus auf lediglich einzelne Körperpartien darstellt, oder aber Gegenstände des Alltags sowie Nahrungsmittel oder Tiere, die er im Stile von Stillleben aus ihrem Kontext herausgelöst und gerade durch diese Isolation inszeniert. Dies bewerkstelligt er unter anderem durch die Wechselwirkung zwischen seinen Farbaufträgen. Zeichnen sich die Hintergründe seiner Motive meist durch einen glatten, monochromen Farbauftrag aus, welche durch ihre Neutralität zur Wirkungssteigerung seiner Motive beitragen, so fallen letztere durch ihren kräftigen, pastosen Pinselduktus auf, welcher die Farbe selbst zum Bildthema werden lässt. In unseren Werken »Austern 3-I« aus dem Jahr 2002 und »Hände 4-V« von 2003 lässt sich dieses Spannungsgefüge zwischen Farbe und Banalität des Motivs beispielhaft ablesen. In »Austern 3-I« lässt die kühle Schlichtheit des Hintergrundes die Farbpalette der dargestellten Austern samt Zitronengarnitur erstrahlen und unterstreicht deren ästhetischen Reiz als kulinarische Delikatesse. Die unregelmäßig gekräuselten Wellenformen der Austernschalen und der seitlich aufwärts verlaufende Schwung ihrer Komposition dagegen lenken den Betrachter auf die sinnliche Wirkung der Form.

In »Hände 4-V« liegt der Fokus auf den namensgebenden Händen und auf dem Rock als Kleidungsstück. Das vielfältige Farbspiel des Rocks lässt im Betrachter die Frage aufkommen, aus welchem Material dieser wohl gefertigt sein mag, während die angedeutete Zug- oder Zupfbewegung, welche von der Position der Finger angedeutet wird, eine gewisse Dehnbarkeit suggeriert, die von dem seitlich verlaufenden Pinselstrich aufgegriffen wird. Völker schafft durch die Verdeutlichung solch schlichter Details eine Erhöhung des alltäglichen auf eine rein ästhetische Ebene, auf der die Wirkung von Gestik und Materialität objektiv hinterfragt werden kann.

Über Cornelius Völker

Der in Düsseldorf lebende Cornelius Völker wurde für seinen farbschweren, figurativen Darstellungen alltäglicher Situationen bekannt, in dessen Themenspektrum nicht mehr zwischen banal oder bildwürdig unterschieden werden kann.

Weitere Werke
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