Emil Nolde
Abendliche Marschlandschaft am Ruttebüller See
ca. 1925
Aquarell und Tusche auf Japanpapier
36,4 × 50,5 cm
Signiert
Der Wissenschaftliche Beirat der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde hat die Aufnahme des Werkes in ein zukünftiges Werkverzeichnis der Aquarelle und Zeichnungen von Emil Nolde (1867-1956) schriftlich am 23.09.2025 bestätigt. Das Werk ist am Archiv von Prof. Dr. Manfred Reuther als Nr. Nolde A – 297/2024 verzeichnet
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Prof. Dr. Manfred Reuther, ehemaliger Direktor der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, 2024
Antiquariat Dr. Helmut Tenner, Heidelberg (Auktion Los 4542a); Privatsammlung Schweiz (durch Erbschaft in Familienbesitz -2024)
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026, S. 134
Farbe war für den Maler Emil Nolde das wichtigste Ausdrucksmittel. Er wollte nicht die Natur genau abbilden, sondern zeigen, was sie in ihm auslöst. Seine Bilder wirken oft stark, leuchtend und emotional. Typisch für Nolde ist, dass der Himmel viel Raum einnimmt. Wolken, Licht und Farbe wirken fast wichtiger als die Landschaft selbst. Die Natur erscheint nicht als Ort, den man betritt, sondern als Gefühl, das man erlebt. Das Aquarell »Abendliche Marschlandschaft am Ruttebüller See« fügt sich gut in diesen Teil seines Schaffens ein. Der Abend ist bei Nolde kein ruhiger Ausklang des Tages, sondern ein Moment voller Spannung. Himmel und Erde scheinen in Bewegung zu sein. Die Farben sind nicht natürlich im klassischen Sinn, sondern intensiv und vermitteln Stimmung. Vielleicht Ruhe, vielleicht auch Unruhe oder Erwartung. Er bildet nicht nur das Naturphänomen selbst ab, sondern das, was es in ihm auslöst. Ein Gefühl von Ergriffenheit, von Nähe zur Natur und zugleich von menschlicher Fragilität angesichts der Unendlichkeit der Elemente. Der Ruttebüller See hatte für Emil Nolde eine besondere Bedeutung. Er lag ganz in der Nähe seines Wohnortes Seebüll in Nordfriesland. Nolde sah diesen See fast täglich. Im Gesamtwerk Noldes steht der See für seine enge Verbindung zur norddeutschen Natur. Anders als auf seinen Reisen in den Süden oder in ferne Länder fand er hier Stille statt Fremde, Nähe statt Exotik. Diese Landschaft half ihm, zu sich selbst zu kommen und seine eigene Bildsprache zu vertiefen.




