Gotthard Graubner
Ohne Titel
1975
Gouache auf Papier
99,5 × 69,7 cm
Signiert, "75" datiert und mit der Widmung "Für PP" versehen sowie rückseitig "Nr. 6" beschriftet
Preis inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten. Region und Währung anpassen
Wir danken Frau Kitty Kemr für die freundliche Bestätigung der Echtheit des Werkes
Atelier des Künstlers; Privatsammlung Berlin; Galerie Ludorff, Düsseldorf (2016); Privatsammlung München (2016-2025)
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026, S. 48
Gotthard Graubner zählt zu den zentralen Positionen der deutschen Nachkriegsmalerei. Früh löste er sich von gegenständlichen Bilddarstellungen und entwickelte eine künstlerische Haltung, in der Farbe nicht Mittel, sondern eigentlicher Gegenstand der Malerei ist. Sein Werk steht für eine über Jahrzehnte konsequent verfolgte Reduktion auf Wahrnehmung, Raum und innere Konzentration. Die Bedeutung Graubners zeigt sich nicht nur kunsthistorisch, sondern auch institutionell. Seine Arbeiten befinden sich in zahlreichen repräsentativen öffentlichen Sammlungen, darunter die Kunstsammlung des Deutschen Bundestages, sowie in renommierten Museen und privaten Kollektionen. Graubners Ruhm gründet nicht auf medialer Lautstärke, sondern auf Kontinuität und Haltung. Die hier verwendete Technik Gouache erlaubt eine matte, dichte Farbwirkung und verzichtet bewusst auf Glanz oder illusionistische Tiefe. Sie steht zwischen Zeichnung und Malerei und begünstigt eine konzentriert, kontrollierte Arbeitsweise. Für Graubner, dessen Interesse der Farbe als Zustand galt, bot dieses Medium die Möglichkeit, Farbwirkung ohne materiellen Überschuss zu präzisieren. Das Werk ist in seiner Erscheinung von braunen Erd- und Naturtönen geprägt. Diese Farbigkeit entfaltet sich ruhig und geschlossen auf dem Papier, ohne reliefartige Polsterung oder objekthaften Charakter. Die Farbe liegt flächig, zugleich jedoch nicht statisch. Feine Nuancierungen, Verdichtungen und Übergänge erzeugen eine innere Spannung, die sich erst im längeren Betrachten erschließt. Braun erscheint hier nicht als schwere oder dunkle Farbe, sondern als tragender Grund, als warmer, erdverbundener Farbraum. Gerade in dieser Zurückhaltung entfaltet das Werk seine Wirkung. Es fordert keine schnelle Lesart, sondern lädt zur stillen Wahrnehmung ein. Im unmittelbaren Gegenüber, im Raum der Galerie, wird diese Konzentration erfahrbar. Erst dort zeigt sich, wie Graubners Malerei den Blick entschleunigt und Farbe als eigenständige, präsente Erfahrung erlebbar macht.
Installationsansicht, Art Cologne 2025




