Imi Knoebel, Face 43
© VG Bild-Kunst, Bonn

Acryl auf Aluminium

40 × 40 × 8,9 cm

Rückseitig signiert und datiert

Auflage Unikat

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Provenienz

Helga de Alvear Gallery, Madrid

Literatur
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Herbst 2023", Düsseldorf 2023, S. 78

Als Meisterschüler von Joseph Beuys an der Kunstakademie Düsseldorf, belegte Imi Knoebel mit seinem besten Freund Imi Giese und zeitweise mit Jörg Immendorf und Blinky Palermo den Raum 19, den er später in einem gleichnamigen, zentralen Werk thematisieren würde. Inspiriert von seinem Lehrer, aber mit einer völlig anderen Formensprache, entwickelte Knoebel, eine abstrakte, minimalistische Ausdrucksform. Bis heute benutzt er industriell hergestellte Farben und Materialien, wie beispielsweise Türblätter, Hartfaserplatten, Pappe oder im Fall der »Face«-Serie Aluminiumschienen. Diese Materialien ordnet er meist schichtweise im Raum, was den Arbeiten einen Objektcharakter verleiht und an Skulpturen oder Installationen denken lässt. Dennoch sind sie für Knoebel Kunstwerke, die in der Tradition der Tafelmalerei stehen und von Künstlern wie Malewitsch oder Mondrian inspiriert sind. Knoebel verwendet alles, was bisher von Künstlern geschaffen wurde als sein Repertoire – sein Material. (1) Diese Tradition stellt er jedoch kontinuierlich infrage und experimentiert mit den Möglichkeiten entlang der Grenzen der abstrakten Kunst. Das sinnliche Erleben des Werks steht bei ihm im Vordergrund und nicht seine rationale Interpretation.

Farben spielen bei Knoebel eine wichtige Rolle, deshalb wählt er sie mit großer Sorgfalt. Nicht umsonst nennt ihn Rudi Fuchs einen »Magier der Farben – Farben, die außerordentlich sinnlich sind«. (2) Einige seiner Serien bestehen aus den drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau. Häufig verwendet Knoebel jedoch Farben, die sich nur schwer beschreiben lassen. Er hat immer eine genaue Vorstellung, welche Farben er verwenden möchte und sucht teilweise lange, manchmal sogar erfolglos nach ihnen. Zarte Blau-Grüntöne, Gelb, Orange und ein sehr helles Rosa sind die Farben, die er für »Face 43« wählt. Mit deutlichen, die Oberfläche strukturierenden Pinselstrichen trägt er die Acrylfarben auf das glatte Metall auf. Die Aluminiumschienen sind auf der quadratischen blau-grünen Trägerplatte übereinander und leicht versetzt entlang des Randes geordnet, wodurch man zumindest Teile aller Schienen von vorne sehen kann. Lediglich die blau-grünen Teile tauchen sowohl an der oberen, als auch an der unteren Kante auf und verleihen dem Bild damit eine optische Stabilität.

Im englischen spricht man von »Portrait format«, wenn ein Bild im Hochformat dargestellt ist, und auch der Titel »Face« evoziert den Gedanken an Gesichter oder Porträts, die die Betrachtenden im Werk zu finden versuchen. Das Kunstwerk transformiert und komplettiert sich also erst in deren Vorstellungen, indem das Gesicht ins Bild hineingelesen wird. »In Knoebels Bildern fehlen jegliche darstellende Elemente, sie sind eine von Farbe ausgefüllte Leere. Für uns werden sie zur Orientierungshilfe, die uns den Weg in die Traumwirklichkeit eines Lebens zeigt, das sich nun nicht mehr in reproduktiven Bildern veranschaulichen lässt […].« (3)

1 Vgl. Rudi Fuchs, »Pulling Strings«, in: »Imi Knoebel. Retrospektive 1968-1996«, Ostfildern 1996, S. 8-9, S. 8.

2 Ebd. S. 9.

3 Sammlung Goetz, »Imi Knoebel«, 15. September 2022 - 29. April 2023, München (https://www.sammlunggoetz.de/ausstellungen/imi-knoebel/ aufgerufen am 22. Juni 2023).

Über Imi Knoebel

Imi Knoebel szeichnet sich durch seine abstrakt-minimalistische Formensprache aus. Beeinflusst durch das Schaffen unter anderem von Piet Mondrian bedient er sich in seinen Werken akribisch aufeinander abgestimmten Farbtönen, welche meist losgelöst von gängigen Farbprinzipien für sich selbst stehen.

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Publikationen zum Werk