Paul Klee
Gärtnerin
1940
Grafit auf Papier
30 × 21 cm
Signiert und "1940 qu 13 Gärtnerin" beschriftet auf dem Unterlagekarton
Werkverzeichnis Paul-Klee-Stiftung 2004 Nr. 9212
Sammlung Werner Allenbach, Bern (-1958); Berggruen & Cie, Paris (1958-1959); James Wise, Genf/New York/Nizza (1959-); Berggruen & Cie, Paris; Pierre Bergé & Associés, Paris (8. Jun. 2010, Los 50); Privatsammlung Belgien (2010-2025)
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026
- Galerie Würthle, "Paul Klee. Zeichnungen und Aquarelle 1913-40", Wien 1959
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026, S. 82
- Paul-Klee-Stiftung/Kunstmuseum Bern (Hg.), "Paul Klee. Catalogue Raisonné 1940" Bd. 9, Bern 2004, Nr. 9212
- Galerie Würthle (Hg.), "Paul Klee. Zeichnungen und Aquarelle 1913-40", Ausst.-Kat., Wien 1959, Nr. 46
Paul Klee entwickelte im Laufe seines Schaffens eine sehr eigene Bildsprache. Klee malte nicht einfach das, was er sah. Ihn interessierte vielmehr das, was hinter den Dingen liegt, wie Gefühle, Gedanken, Erinnerungen und innere Bilder. Linien, Zeichen und Farben wurden bei ihm zu einer Art Sprache, mit der er seine innere Welt sichtbar machte. Sein Gedanke »Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.«1 hilft, sein gesamtes Werk zu verstehen. Die Zeichnung »Gärtnerin« aus dem Jahr 1940 entstand kurz vor Klees Tod. Die Figur ist nur mit wenigen Linien dargestellt, fast schemenhaft. Gerade diese Reduktion macht das Bild besonders still und nachdenklich. Die »Gärtnerin« wirkt ruhig und in sich gekehrt. Sie steht sinnbildlich für Pflege, Geduld und Wachstum. Man kann sie nicht nur als Person verstehen, sondern auch als Symbol für das behutsame Arbeiten mit Leben, mit Formen und Ideen. In diesem Sinne lässt sich die »Gärtnerin« auch als Bild für den Künstler selbst lesen, der sein Werk wie einen Garten über Jahre hinweg gepflegt hat. In Klees früheren Arbeiten finden sich oft kräftige Farben, spielerische Formen und eine große Leichtigkeit. In seinen letzten Lebensjahren jedoch, als er schwer krank war, wurden seine Werke ruhiger und konzentrierter. Die Linien wurden klarer, die Formen reduzierter, was sich auch hier in dieser Zeichnung widerspiegelt. Während seine frühen Arbeiten aus der Bauhauszeit noch spielerische, organische Rhythmen und musikalische Analogien aufweisen, zeigt »Gärtnerin« die stille, analytische Seite von Klee, der in seinen letzten Lebensmonaten alles Unnötige reduziert und zum Wesentlichen vordringt. Er verwandelt seine eigenen Erfahrungen von Krankheit und Vergänglichkeit in einfache, doch tief eindringliche Formen.
1 aus: Paul Klee, »Schöpferische Konfession«, Berlin 1920.




