Thomas Ruff

nudes nd07
2011

Thomas Ruff, nudes nd07
© VG Bild-Kunst, Bonn

C-Print auf Diasec

152 × 110 cm

Rückseitig signiert, datiert, "nd 07" betitelt und "4/5" nummeriert

Auflage 5

45.000,00 €

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Provenienz

Mai 36 Galerie, Zürich; Privatsammlung USA

Ausstellungen
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026
Literatur
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026, S. 158

Wie ein Akt der Befreiung erscheint die in der Bewegung eingefrorene Darstellung einer jungen, nur mit weißen Dessous und halterlosen, roten Strümpfen bekleideten Frau. Den Kopf in den Nacken geworfen, ihre roten Locken über die Schulter fallend, scheint sie just in dem Moment der Aufnahme ihren BH ausgezogen zu haben und sich den Betrachtenden in all ihrer jugendlichen Schönheit zu präsentieren. Ihr Oberkörper ist hell ausgeleuchtet, der Hintergrund anonym und ohne ablenkende Details. Derart provokant in Szene gesetzt wird der Körper der Frau zur Bühne der kontrastierenden Farben Rot und Weiß. Die Farbe der Leidenschaft gegen jene der Unschuld und Reinheit. Mit seiner Serie »nudes« entwickelt der Fotokünstler Thomas Ruff, einer der bedeutendsten und international renommierten Vertreter der Düsseldorfer Fotoschule, ab 1999 einen radikal neuen Umgang mit digitalen Bild­quellen. Ausgehend von pornografischen Bildern aus dem Internet verfremdet Ruff die Motive stark: Er vergrößert die Dateien bis an ihre technischen Grenzen, verzerrt die Pixelstrukturen, löscht Details und lässt Körper in abstrakte Farb- und Formfelder zerfließen. Er entzieht den Bildern dadurch ihre voyeuristische Funktion und verwandelt sie in ästhetisch am­bivalente, beinahe malerische Kompositionen. Die Werke hinterfragen unsere Wahrnehmung, insbesondere von sexuell aufgeladenen Themen. Zeitgleich zeigen sie aber die Macht digitaler Bilder und die Grenzen zwischen Intimität, Anonymität und medialer Konstruktion auf. Ruff erreicht 1987 seinen künstlerischen Durchbruch. Er erhält den Förderpreis für Bildende Kunst des Landes Nordrhein-Westfalen, nimmt 1992 an der documenta in Kassel und 1995 an der Biennale in Venedig teil. Von 1999 bis 2006 ist er Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie. Arbeiten von ihm befinden sich in Museen und Institutionen weltweit, so unter anderem der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf, der Pinakothek der Moderne in München, dem Centre Pompidou in Paris, dem Stedelijk Museum in Amsterdam, der Tate Britain in London oder dem Museum of Modern Art in New York.

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