George Grosz

1893, Berlin1959, Berlin

„Grosz ist ein Bürgerspiegel, der exakt das wirkliche Gesicht des Deutschlands unserer Zeit aufzeichnet.“ (Max Hermann-Neiße)

Kriegskrüppel, Kriminelle und korpulente Generäle: Georg Grosz (1893-1959) speist seine Motivwelt aus den scharfen sozialen Gegensätzen, die die wilhelminische Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts kennzeichnen. Seine kritischen Karikaturen zielen auf die immer größer werdende Kluft, die zwischen der bürgerlich-kapitalistischen Wohlstandsgesellschaft und der an Hunger und Not leidenden Bevölkerung herrscht. Inspiriert von den dramatischen Darstellungen historischer Schlachten, entstehen schon zu Kindeszeiten erste Skizzen, in denen sich Grosz kritisch mit seiner Lebenswirklichkeit auseinandersetzt. Der erste Weltkrieg bildet einen Wendepunkt in seinem künstlerischen Schaffen: Dem Militärdienst nach kurzer Zeit im Einsatz als dienstunbrauchbar entronnen, widmet sich Grosz mehr und mehr dem Thema Großstadt als Bildmotiv. Seine Werke zeigen das düstere Bild einer Gesellschaft, die sich irgendwo zwischen Lastern, Exzessen und prunkvollen Militäraufmärschen verloren hat. Sein frühes Meisterwerk Metropolis (1916/1917) steht hierfür paradigmatisch. Nach einem über 20-jährigen Amerikaaufenthalt kehrt Grosz 1959 nach Deutschland zurück, wo er kurze Zeit später stirbt. George Grosz zählt heute zu den Hauptvertretern der Neuen Sachlichkeit.

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